4000 Engel, Kugeln und Schneeflocken gebastelt

Von: Katharina Menne
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Auftakt im Elisenbrunnen: Die Lebenshilfe-Werkstatt und Einzelhändler der Altstadt schmücken Aachens Straßen mit 100 Tannenbäumen, an denen Schmuck aus Recyclingstoffen hängt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Engel aus Kunststofffolien, Schneeflocken aus Schaumstoffmatten und Christbaumkugeln aus Holzresten – am Wochenende entstand am Elisenbrunnen kreativer Weihnachtsschmuck aus Recyclingmaterialien.

Unter dem Motto „Ein Fest für alle!“ hatten die Werkstätten der Lebenshilfe Aachen mit der Interessengemeinschaft Aachener Altstadt alle Aachener dazu eingeladen, sich an der speziellen Bastelaktion zu beteiligen. Die insgesamt rund 4000 gebastelten Engel, Kugeln und Schneeflocken sind dafür bestimmt, 100 Tannenbäume im gesamten Altstadtbereich zu schmücken, die von der IG Altstadt gesponsert und von den Mitarbeitern der Lebenshilfe-Werkstätten aufgestellt wurden.

Die Idee, Verpackungsmaterialien zu Weihnachtsschmuck zu verarbeiten, kam den Projektpartnern bereits im vergangenen Jahr. Und wie bei einem Kooperationsprojekt üblich, profitieren am Ende beide Seiten von der Zusammenarbeit. „Es ist uns ein Anliegen, die Behindertenwerkstätten der Lebenshilfe mehr ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken“, sagt Geschäftsführer Norbert Zimmermann. „Und die bunt geschmückten Bäume tragen zusätzlich noch zu einem weihnachtlichen Stadtbild bei, an dem sich die Aachener erfreuen können.“

Die bei der Aktion recycelten Verpackungsmaterialien fallen normalerweise als Abfälle in den Werkstätten der Lebenshilfe an, nachdem die darin angelieferten Produkte verkaufsfertig umgepackt wurden. „Ich hätte nicht gedacht, dass aus Reststoffen noch etwas so Schönes werden kann“, sagt Martin Görg, der Geschäftsführer der IG Altstadt. Und tatsächlich blieben zahlreiche Passanten stehen und staunten über den kreativen Baumschmuck. Manche setzten sich sogar an einen der aufgestellten Tische und bastelten fleißig mit.

Die Entwürfe zu den Anhängern stammen von Produktdesignerin Franziska Wolf, die eigens für das Projekt engagiert wurde. „Zuerst wusste ich noch nicht genau was und wie – aber die gleichmäßige, kristallähnliche Lochstruktur der Schaumstoffmatten inspirierte mich zum Beispiel sofort dazu, sie zu Schneeflocken zu verarbeiten“, erzählt sie. Man könne die Zuschnitte unterschiedlicher Größen miteinander verflechten, verweben oder einfach nur aufeinander binden. „Wir haben schon mindestens vier verschiedene Varianten gefunden, aber vermutlich gibt es wie bei echten Schneeflocken noch viele mehr“, sagt sie.

Aufgrund der verschiedenen Schwierigkeitsgrade konnte fast die ganze Mitarbeiterschar am Projekt beteiligt werden – jeder nach seinen individuellen Fähigkeiten. Janine Wagner zum Beispiel macht normalerweise Verpackungsarbeiten und hat in diesem Jahr bei der Vorproduktion der Engel mitgeholfen. „Als ich einmal wusste wie es geht, hat es sogar richtig Spaß gemacht“, erzählt sie. „Alle haben zusammengearbeitet – das fand ich schön.“ Jürgen Reinhard sieht seine Aufgabe eher darin, Flyer zu verteilen und mit Passanten ins Gespräch zu kommen. „Ich beantworte gerne Fragen. Weil ich das mit dem Knoten nicht so gut hingekriegt habe, bringe ich mich lieber anderweitig ein“, sagt er.

Die Anhänger können noch bis Heiligabend gegen eine freiwillige Spende erworben werden. Im letzten Jahr kamen bei der Aktion fast 1300 Euro allein durch Spenden zusammen. Das Geld kommt der Arbeit der Lebenshilfe zugute.

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