4. Aachener Gesamtschule: Flüchtlinge lernen spielerisch deutsch

Von: Katrin Fuhrmann
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Deutschstunde: Mitinitiator Herbert Wiegels, Michaela Winz, Lehrerin, Hanno Bennemann, Schulleiter der 4. Gesamtschule, Karin Krüger, Lehrerin (sitzend), Martin Boltersdorf, Lehrer und Stefan Haas und Reiner Kopp vom Rotary Club Aachen-Frankenburg (v.l.) Foto: Michael Jaspers

Aachen. Michaela Winz zeigt auf ihr Herz und lächelt. Im nächsten Moment umfasst sie mit beiden Händen ihren Bauch und verzieht schmerzerfüllt das Gesicht – was nach Schauspielunterricht klingt, ist es auch, zumindest in gewisser Weise.

Spielerisch und mit viel Gestik und Mimik bringen sechs Lehrer der 4. Aachener Gesamtschule, jungen Flüchtlingen die deutsche Sprache bei – ehrenamtlich und nach Schulschluss.

Die Idee kam vor einigen Wochen bei einer Lehrerkonferenz. „Lulu Köster, eine Lehrerin an unserer Schule, hat die Flüchtlingsproblematik angesprochen. Schnell war uns klar, dass wir helfen möchten. Und schnell war auch klar, dass wir einen Deutschkurs gründen wollen“, sagt Hanno Bennemann, Schulleiter der 4. Gesamtschule. Mit dem Café Zuflucht habe man dann nach Schülern gesucht, die bislang noch keinen Deutschunterricht wahrnehmen konnten. Los ging es dann am 1. September mit sechs Schülern.

Mittlerweile nehmen 22 Schüler, zwischen 20 und 30 Jahren, dreimal in der Woche für jeweils 90 Minuten, an dem Kurs teil. Unter ihnen sind zum Beispiel Syrer, Albanier, Marokkaner und Nigerianer – Informatiker, Ingenieure und Studenten – so verschieden die Menschen und ihre Kulturen auch sein mögen, in dem Deutschkurs spielt das keine Rolle. Man unterstützt sich gegenseitig und hat Verständnis dafür, wenn jemand mal nicht so gut drauf ist. Schließlich haben sie alle das gleiche Schicksal.

„Hier passiert sehr viel über Gefühle und Symbolik. Keiner von uns spricht die Sprachen, die unsere Schüler sprechen“, sagt Michaela Winz, Abteilungsleiterin der Klassen vier und fünf an der 4. Gesamtschule und Lehrerin des Deutschkurses. „Viele Schüler kannten nicht einmal unsere Buchstaben.“

Ebenso habe es einige Zeit gedauert, bis die Schüler Vertrauen gefasst hätten. Aber nun sei das Eis gebrochen. „Die Schüler sind einfach dankbar, dass sie Deutsch lernen dürfen. Die Freude darüber kann man an ihren Augen ablesen. Sie sind mit viel Ernsthaftigkeit und Engagement bei der Sache“, sagt Bennemann. Der Rotary Club Aachen-Frankenburg unterstützt den Deutschkurs finanziell. So konnten in den vergangenen Wochen schon zahlreiche Bücher angeschafft werden.

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