3800 kleine Bücher, 8000 Mal große Hilfe

Von: Robert Flader
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Bücher sind auch Schätze: 4000 davon verkaufte der Rotary Club am Samstag in der Elisengalerie für einen guten Zweck. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Jeanette und Nicoline Dechamps haben alle Hände voll zu tun - im wahrsten Sinne. Vor ihnen stapeln sich unzählige Bücher, die die beiden Schwestern verpacken und für zwei Euro pro Stück in neue Hände geben.

„Wir kommen mit der Arbeit kaum hinterher”, sagt Nicoline und lacht. Denn in ihrem Fall ist das ein gutes Zeichen. Denn beim Bücherflohmarkt vom Rotary Club in der Elisengalerie warteten schließlich 8000 Bücher auf neue Besitzer.

Und das zum Preis von gerade einmal zwei Euro pro Fundstück. Jeanette und Nicole Dechamps sind für die Kasse zuständig. Ob Roman, politische Biographie, Kinderbuch oder Reiseführer: Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Die Einnahmen gehen an die weltweite Rotary-Aktion „Stoppt die Kinderlähmung”. Schon vor der offiziellen Eröffnung des Flohmarktes standen Schnäppchenjäger Schlange, allein in der ersten Stunde wanderten fast 2000 Bücher über die Ladentheke, was Jürgen Fleckenstein besonders freut: Es sei toll, dass so viele Leute den Weg in die Galerie gefunden hätten, sagt der Rotarier und fügt mit nicht weniger stolz hinzu: „Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, mit einer winzigen Spende global so sehr zu helfen?”

Auch wenn die Neuinfektionen weltweit seit den 1980er Jahren um 99 Prozent zurückgegangen seien, „so wollen wir mit unseren Aktionen dazu beitragen, dass Kinderlähmung durch flächendeckende Impfungen auch in Ländern der Dritten Welt ganz verschwindet.”

Drei, vier, acht, sieben, zehn: Die Zahl der Bücher, die sich vor Jeanette und Nicoline Dechamps auftürmen und auf einen neuen Besitzer warten, variiert mit jedem Kunden.

„Manche sind von der Vielfalt des Angebots so beeindruckt, dass sie sich gleich mit mehreren Büchern eingedeckt haben”, verraten die Schwestern. Ihre Arbeit wird nicht weniger, zu verlockend erscheint die Möglichkeit, für gerade einmal zwei Euro wahre Schätze zu ergattern. Da bleibt ihnen kaum Zeit zum durchatmen.

Manche Werke sind sogar noch eingeschweißt und kosten im normalen Handel weit mehr als das Zehn- oder gar Zwanzigfache. Eine ganz neue Lexikon-Reihe sei eben für zwei Euro verkauft worden, staunt auch Fleckenstein. Sie koste normalerweise 300 Euro.

Keine Frage, die Elisengalerie ist beim Bücherflohmarkt der richtige Ort für Schnäppchenjäger. 8000 Euro kamen letztlich durch den Verkauf von fast 4000 Büchern zusammen.

Jeanette und Nicoline Dechamps haben sich auch ein paar davon geschnappt. „Wir waren schließlich die ersten, die die Bücher heute morgen gesehen haben”, freuen sie sich über einen etwas anderen Vorteil ihrer Arbeit.

In der Ecke steht ihr Koffer, bis oben hin voll mit Büchern. „Bald ist schließlich wieder Weihnachten, da kann man ja schon einmal mit ein paar Geschenken vorsorgen”, sagen sie und lachen. Vor ihnen steht der nächste Schnäppchenjäger. Der Andrang nimmt kein Ende, die Schatzsuche geht weiter.
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