370.000 Euro fließen in Aachens vornehmste Toiletten

Von: Oliver Schmetz
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Aachen. Wenn Aachen seine vornehmsten Sanitäranlagen renoviert, kostet das so viel wie ein nettes Eigenheim in bester Lage. Rund 370.000 Euro fließen in den kommenden Wochen in die Toiletten des ersten Hauses der Stadt.

Bis Ostern sollen die stillen Örtchen im Ratskeller und im Rathaus komplett saniert werden.

Bedrückende Engpässe müssen Ratsleute, Restaurantbesucher und Touristen während der Bauphase indes nicht befürchten. Denn die städtischen Planer haben sich nicht nur den Kopf darüber zerbrochen, wie die Arbeiten am besten im Fluss bleiben, sondern auch die notwendigen Ausweichörtchen ersonnen.

Das führt allerdings dazu, dass die Besucher einige Wochen mit einem „Klo auf dem Hof”, pardon: auf dem Markt vorliebnehmen müssen. Denn wenn die Rathaustoiletten aufgemöbelt werden, wird auch der Marktplatz vorübergehend möbliert - gleich neben der Rathaustreppe will man dann einen Toiletten-Container inklusive der erforderlichen Sitzmöbel aufbauen.

Wer sich jedoch im Ratskeller edel bekochen lässt, braucht nicht zu befürchten, im Fall der Fälle in feiner Abendgarderobe durchs Schneetreiben zum Klo-Container schlittern zu müssen. Da haben die Planer vorgebaut. Zuerst werden laut Stadt ab dem 2. Januar die entsprechenden Räumlichkeiten im Restaurant saniert, wobei die Gäste innerhäusig und trockenen Fußes auf die dunkel gekachelten Rathaus-Toiletten ausweichen können. Diese wiederum werden erst in Angriff genommen, wenn man im Ratskeller fertig ist, was direkt nach Karneval der Fall sein soll. Erst dann steht das Rathaus-Klo einige Wochen draußen vor der Tür.

Unter anderem deswegen bleibt auch der Wochenmarkt erst einmal dort, wo er wegen des Weihnachtsmarkts ohnehin schon seit Wochen ist: am Elisenbrunnen. Das Durcheinander aus Bauarbeitern nebst erforderlichem Baustellenverkehr, Schutt- und Klo-Containern sowie Markt-Beschickern und -Besuchern wäre wohl zu groß, fürchtet man bei der Stadt: „Wir wollen nicht, dass sich da alle ins Gehege kommen”, sagt Evelin Wölk vom städtischen Presseamt.

Fertig werden sollen die vornehmsten städtischen Toiletten übrigens bis Ostern, also bis zur ersten April-Hälfte. Da hätte man dann zur Sicherheit auch noch ein paar Wochen Puffer, um nicht der wichtigsten Veranstaltung im Rathaus ins Gehege zu kommen: der Karlspreis-Verleihung am 17. Mai. Denn wenn höchste Amts- und Würdenträger oder gar gekrönte Häupter ein allzu menschliches Bedürfnis plagt, will sicher keiner mit der Hand ins Freie weisen und sagen: „Da draußen, auf dem Hof.” Selbst wenns der Markt ist.

Komplex, kompliziert und teuer, aber: „Diese Sanierung ist dringend notwendig

Keine goldenen Wasserhähne: Die Kosten von 370.000 Euro erscheinen hoch, doch fließt die Summe nicht in Luxus-Armaturen, sondern ist laut Stadt dem Umstand geschuldet, dass mit der Sanierung der Rathaustoiletten ein ebenso komplexer wie komplizierter Job zu bewältigen ist.

„Zwei komplette und sehr große Anlagen müssen aus- und wieder eingebaut werden”, beschreibt Michael Ferber, Chef des städtischen Gebäudemanagements, die bevorstehende Aufgabe in Rathaus und Ratskeller, die zudem logistisch nicht einfach sei: „Da muss man das Material ja praktisch in der Aktentasche hineintragen.” Alternativen zu der Maßnahme sieht Ferber im Übrigen nicht. „Die Toilettenanlagen stammen aus den frühen 70er Jahren, diese Sanierung ist wirklich dringend notwendig.”

Weitere 56.000 Euro fließen übrigens auch noch in eine andere Toilette ganz in der Nähe. Als Ersatz für die öffentliche Sanitäranlage unterm Standesamt, die im Zuge des Treppenbaus an der Rathausrückseite weggefallen ist, soll im Centre Charlemagne am Katschhof eine neue barrierefreie Anlage eingerichtet werden, die rund um die Uhr zugänglich und mit einem Euroschlüssel erreichbar sein soll.

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