3600 Schüler rennen für den Frieden

Von: Marie Eckert
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Überflieger für den Frieden: Wie dieser Junge vor dem Elisenbrunnen gaben gestern rund 3600 Schülerinnen und Schüler beim Aachener Friedenslauf alles und hielten auch die Fahnen der Völkerverständigung hoch. Foto: Andreas Steindl
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Es wurde nicht nur gelaufen: Tanzen und singen waren in der Rotunde beim großen Benefizspektakel ebenfalls angesagt.
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Aachen. Als die rund 1700 Grundschüler lauthals den Countdown heruntergezählt hatten, gab’s kein Halten mehr: In drei Startgruppen rannten die Kinder mit ihren bunten Kappen und Shirts los, alle voll motiviert, alle mit einem Strahlen im Gesicht, einige mit großen Friedensflaggen in der Hand. Zum 15. Mal fand in der Aachener City rund um den Elisenbrunnen der Friedenslauf statt – wie immer für den guten Zweck.

„Gemeinsam für Vielfalt und Miteinander“ lautete das Motto in diesem Jahr. Insgesamt sind rund 3600 Kinder mitgelaufen, vom Erstklässler bis zum Abiturienten. Die Grundschüler starteten um 9.45 Uhr, die Sekundarschüler um 11.30 Uhr. 30 Schulen nahmen am Benefizlauf teil, darunter zwölf Grundschulen, eine Hauptschule, zwei Realschulen, vier Gymnasien, sechs Förderschulen und fünf Gesamtschulen.

Auch Geflüchtete aus den Internationalen Förderklassen drehten ihre Runden für den guten Zweck. „Der Friedenslauf ist eine interkulturelle Veranstaltung“, betonte Matthias Fischer vom „Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus“. „Anders gesagt: Der Friedenslauf ist ein Abbild unserer multikulturellen Gesellschaft und ein Zeichen gegen rechtes oder völkisches Denken.“

Das Prinzip war dasselbe wie in den vergangenen Jahren: Es ging nicht darum, wer als erster ankam, sondern wer am längsten konnte. Für jede gelaufene Runde nämlich bekamen die Kinder von ihren Sponsoren, die sie vorher akquiriert hatten, eine festgelegte Summe. Eine Runde war in diesem Jahr knapp einen Kilometer lang und führte vom Elisenbrunnen über die Ursulinenstraße und den Büchel bis kurz vor den Markt, und von dort aus über den Katschhof und Münsterplatz zurück zum Elisenbrunnen.

Und weil auch 15 Jahre schon ein kleines Jubiläum sind, drehte in diesem Jahr ein professioneller Filmer und Regisseur einen Film über den Lauf für den Frieden, der die Atmosphäre vorm, beim und nach dem Laufen einfangen soll, wie Benedikt Pees von „Pax Christi“ erklärte.

Rund 46 000 Euro Spenden sind im vergangenen Jahr zusammengekommen. „Wie viel es dieses Jahr wird, können wir natürlich nicht wissen“, sagte Christoph Bongard. Er ist vom „Forum Ziviler Friedensdienst“ (forumZFD), einem der Träger des Friedenslaufes. Im Herbst, so schätzt er, werden alle Spenden eingetroffen sein. Das „forumZFD“ ist neben der katholischen Friedensbewegung „Pax Christi“ und dem „Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus“ einer der Spendenempfänger und auch Träger des Laufes.

Finanziert werden damit verschiedene Projekte und Aktionen für den Frieden, zum Beispiel in Bosnien und Herzegowina, in Mazedonien, im Kosovo oder im Libanon. „Pax Christi“ und „forumZFD“ leisten dort Friedensarbeit, das „Netzwerk Aachener Schulen“ fördert mit den Spendengeldern vor allem Projekte gegen Gewalt und Rassismus.

Und auch wenn die Schüler am Ende des einstündigen Laufs schon etwas müde waren – die Motivation war ungebrochen. Hier schnell ein Schluck Wasser am Stand auf dem Weg, dort noch schnell die Großeltern hinter der Bande stolz abgeklatscht, dann ging es weiter. Aufgeben war keine Option, lieber wurden die letzten Runden im schnellen Schritt gelaufen und so noch der ein oder andere Stempel gesammelt – schließlich ging es um eine gute Sache, und dafür haben alle, die mitgemacht haben, wirklich alles gegeben.

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