32-Millionen-Bau für FH gerät ins Stocken

Von: Stephan Mohne
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„Unbekannte Bodenhindernisse unter der Hohenstaufenallee“: Dies gibt der BLB als Grund an, warum derzeit die Bauarbeiten für das neue FH-Kompetenzzentrum Mobilität ruhen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Das 32-Millionen-Euro-Projekt stockt. Der von der Fachhochschule Aachen heiß ersehnte Neubau des „Kompetenzzentrums Mobilität“ an der Hohenstaufenallee kommt derzeit nicht voran. Anwohner berichten gar, dass seit Baubeginn die Keller eines benachbarten Mehrfamilienhauses feucht beziehungsweise richtig nass sind.

 Die Rede ist zudem davon, dass dieses Haus gegenüber einem weiteren benachbarten Gebäude ein Stück abgesackt sei. Tatsächlich ruht die Baustelle derzeit.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) als Bauherr bestreitet, dass es einen Baustopp gibt oder gab. Von Problemen mit Wasser ist in einer schriftlichen Antwort auf eine Nachfrage unserer Zeitung ebenso wenig die Rede wie von Absenkungen. Als Grund für die Verzögerung gibt BLB-Niederlassungsleiter Jörg Munsch vielmehr „unbekannte Bodenhindernisse unter der Hohenstaufenallee“ an.

Worum es sich dabei handeln könnte, wird nicht gesagt. Die Hindernisse hätten aber „statische Nachberechnungen“ erforderlich gemacht. Die „technische Lösung“ liege nun vor. Ab 24. Februar soll mit weiteren Bohrungen für die Bodenverankerungen begonnen werden. Ein Teil dieser Verankerungen sei bereits fertig. Dies alles sei auch mit dem Kanzler der FH so besprochen.

Die FH blickt auf Nachfrage allerdings skeptisch auf die Vorgänge. FH-Rektor Marcus Baumann betont, dass man sich „unabhängig von der Erklärung des BLB“ frage, „warum es mit dem Bau nicht vorangeht“. Kein Wunder: Eigentlich sollte das Gebäude längst fertig sein. Doch zunächst trat die Landesregierung auf die Bremse.

Die 2009 kalkulierten 40 Millionen Euro Kosten wurden als zu hoch eingestuft. Das Projekt wurde auf 32 Millionen Euro abgespeckt. Vor rund einem Jahr verkündete die FH, dass es im Juni 2013 mit dem Bau losgehen sollte. Bereits im März ließ der BLB vorbereitend Wurzeln auf dem Gelände entfernen. Dabei wurde ein Glasfaserkabel gekappt, wodurch rund 400 Studierende, die in den Wohnanlagen am Mattschö-Moll-Weg wohnen, tagelang „offline“ waren.

Das neue Kompetenzzentrum ist für die FH von enormer Bedeutung. Dort sollen mehrere neu installierte Studiengänge mit Bezug zum Thema Mobilität ebenso Platz haben wie eine neue Mensa. Außerdem sind Hörsäle, der größte für 350 Personen, vorgesehen. Elektrotechniker, Maschinenbauer, Mechatroniker sowie Luft- und Raumfahrttechniker sollen davon profitieren, dass es auch Büros, Seminarräume und Labore geben wird. Nur wann? „Die Studierenden der neuen Studiengänge sind längst da“, sagt FH-Sprecher Roger Uhle vielsagend.

Die Anwohner treibt bei der ganzen Angelegenheit derzeit noch etwas anderes um: Durch die Baustelle sei rundherum gut die Hälfte der Parkplätze weggefallen – und das bei einem ohnehin hohen Parkdruck dort. Anwohnerin Marion Hein hat eine Ratsanfrage gestellt und sogar angeregt, während der Bauzeit die Einrichtung von Bewohnerparkzonen zu erwägen: „Eine baldige Lösung muss her. So, wie es jetzt ist, kann und darf es nicht bleiben“, ärgert sie sich.

Glaubt man den Aussagen des BLB, gibt es nun wenigstens eine Perspektive. So nicht noch weitere „unbekannte Bodenhindernisse“ auftauchen. Eine weitere Nachfrage nach den möglichen Wasserschäden ließ der BLB am Freitag unbeantwortet.

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