300 Jecke feiern das Lichtenbuscher Dreigestirn aus dem Sack

Von: Leon Kirschgens
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Lichtenbusch. Nur noch wenige Minuten bis Mitternacht. Im rappelvollen Saal Kessel in Lichtenbusch stehen 300 jecke Karnevalisten auf ihren Stühlen und Bänken, viele tanzen. In der Mitte des Saals bildet sich ein Menschentunnel. Drei in grünen Säcken vermummte Personen folgen ihm bis auf die Bühne. Die Proklamation des neuen Dreigestirns ist der alljährlich heiß ersehnte Höhepunkt des Lichtenbuscher Karnevals.

Bei der Sitzung der grün-weiß Lichtenbuscher Karnevalsgesellschaft feierten deutsche und belgische Narren im alten Zollgebäude am Lichtenbuscher Grenzübergang.

Das Dreigestirn hat eine lange Tradition in Lichtenbusch. Jedes Jahr auf Neue rät das ganze Dorf, wer wohl als nächstes „aus dem Sack hüpft“, also das Dreigestirn stellt. Jeder männliche Karnevalist, ob Lichtenbuscher oder nicht, kann sich bewerben. Oft seien es drei Lichtenbuscher Freunde. „Spätestens ab November beginnt im ganzen Dorf das große Raten“, sagt Pia Dödtmann, Schriftführerin der KG Lichtenbusch, „dann können Wetten abgegeben werden, und jeder fängt an zu spekulieren.“

Am Abend selbst ist die Anspannung zu spüren: „Je näher die Proklamation rückt, desto verrückter werden die Leute“, sagt Yorrik Laschet, einer der Karnevalisten. „Ab 23 Uhr schaut sich dann jeder um und fragt sich, wer plötzlich fehlt, um sich für die Proklamation vorzubereiten.“

Als es soweit ist, rollt das Ex-Dreigestirn des Vorjahres die grünen Säcke von unten auf: Bauer, Jungfrau und Prinz sind enthüllt. Sascha Breuer, Michael Brülls und Oliver Weißkirchen werden mit einem ohrenbetäubenden Jubel begrüßt. „Was ist das für ein unbeschreibliches Gefühl“, ruft Weißkirchen ins Mikrofon, „ein Kindheitsraum wird wahr für uns.“ Kurz erklären die Drei, wie sie es schafften ein Jahr ihre Rollen geheim zu halten.

„Uns hatte niemand auf de Rechnung“, sagt Weißkirchen, „das war ein Jahr organisieren, üben und verstecken spielen.“ Doch dann geht die Party weiter. „Steht auf, macht laut, richtig laut“, singt das Dreigestirn noch zum Abschluss. Und der ganze Saal steht auf und „macht laut“. Lichtenbusch ist wahrlich „et jeckste Dörp van Europa“.

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