30-jährige Partnerschaft: Impulse für Wirtschaft und Wissenschaft

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Für chinesische Verhältnisse mittelgroß: Ningbo – hier in der Abenddämmerung – zählt 1,5 Millionen Einwohner, hat aber den drittgrößten Frachthafen der Volksrepublik China (kleines Bild). Foto: imago/Xinhua
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Der offizielle Startschuss: Ningbos Oberbürgermeister Geng Dianhua trug sich ind Goldene Buch der Stadt ein. Oberbürgermeister Kurt Malangré (rechts), Beigeordneter Wilhelm Niehüsener (Mitte stehend) und Bürgermeister Dr. Jürgen Linden (2. von rechts) begleiteten die Zeremonie. Foto: ZVA
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Inzwischen Ehrenbürger von Ningbo: Herbert Prömper leitet schon lange das Partnerschaftsprojekt. Foto: Michael Jaspers
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Blick auf den Hafen von Ningbo: 2012 wurden 453 Millionen Tonnen Fracht im drittgrößten chinesischen Port verladen.

Aachen. Ningbo ist eine für chinesische Verhältnisse mittelgroße Stadt in einem Land, das sich in der jüngeren Vergangenheit rasant und beeindruckend entwickelt hat. Knapp sechs Millionen Einwohner zählt die Küstenstadt; sie kann auf eine über 7000-jährige Geschichte blicken.

Die Stadt liegt in der ostchinesischen Provinz Zhèjing und ist nun seit mehr als 30 Jahren eng mit Aachen verbunden.

Genau am 25. Oktober 1986 wurde die Städtepartnerschaft begründet und der Partnerschaftsvertrag in Aachen unterzeichnet. Den Ursprung dieser Städtepartnerschaft bilden die seit 1984 bestehenden freundschaftlichen Beziehungen der Fachhochschule Aachen zu der Fachhochschule Ningbo.

1985 trug die Stadt Ningbo der Stadt Aachen den Wunsch zum Abschluss einer städtepartnerschaftlichen Verbindung an. Da auch der Rat der Stadt Aachen seit längerer Zeit beabsichtigte, sich mit einer Stadt im asiatischen Raum zu verschwistern, wurde diesem Wunsch 1986 entsprochen. Anlässlich des 30-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums finden sowohl in Aachen als auch in Ningbo Feiern statt.

Für die Feierlichkeiten in dieser Woche in Aachen, am Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. September, werden unter Leitung des Vize-Bürgermeisters Wang Jianhou rund 120 Personen aus Ningbo erwartet. Das offizielle Programm beginnt heute mit einer Geschenkübergabe der Stadt Ningbo an die Stadt Aachen.

Abschluss des Tages ist ein offizieller Empfang mit ca. 200 geladenen Gästen im Krönungssaal des Rathauses. Es wird dabei u.a. Redebeiträgen von Oberbürgermeister Marcel Philipp, Vizebürgermeister Wang Jianhou, dem Chinesischen Generalkonsuls Feng Haiyang sowie dem Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Herbert Prömper geben.

Philipp wird Anfang November mit einer Delegation nach Ningbo reisen. Neben den offiziellen Feierlichkeiten zur Städtepartnerschaft stehen Besuche bei chinesischen Unternehmen auf der Agenda.

Die chinesische Metropole ist knapp 25 Mal so groß wie Aachen. Nachdem die ersten Kontakte 1984 durch die Fachhochschule Aachen aufgebaut wurden, brachte es die offizielle Begründung der Städtepartnerschaft am 25. Oktober 1986 sogar landesweit zu Bekanntheit.

Der Grund war nicht etwa, weil diese Partnerschaft vor 30 Jahren eine der ersten zwischen einer chinesischen und einer deutschen Stadt war. Sondern: Die in Ningbo Verantwortlichen baten um einen einstimmigen Beschluss des Aachener Stadtrats zur Begründung der Städtepartnerschaft. Der damalige Oberbürgermeister Kurt Malangré erklärte, dass Beschlüsse im Stadtrat nach demokratischen Grundsätzen gefasst werden, konnte aber letztendlich mitteilen, dass der Beschluss des Stadtrats tatsächlich einstimmig gefasst wurde.

Mehr als 700 Austausche, Projekte und Begegnungen kann der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Aachen-Ningbo aufweisen. Dieser 130 Mitglieder starke Verein wird seit 1994 von Herbert Prömper geleitet, der seit der ersten Stunde im Rahmen der Partnerschaft aktiv ist.

Prömper, inzwischen auch Ehrenbürger von Ningbo, war schon etliche Male in der ostchinesischen Küstenstadt. Fast täglich gibt es Kontakte mit den chinesischen Partnern und fast wöchentlich Termine oder Delegationsbesuche in Aachen. Die allgemeine Zielsetzung des Vereins ist die Förderung und Unterstützung der Städtepartnerschaft zwischen Aachen und Ningbo.

Prömper und viele Wegbegleiter haben dieser Beschreibung Inhalt und Leben gegeben. Der Verein kümmert sich um Schulpartnerschaften und Schüleraustausche, Austausch von Praktikanten, Hospitanten und Personal insbesondere im medizinischen Bereich, Vermittlung und Entwicklung von wirtschaftlichen Kontakten, Betreuung von Studierenden u.v.m.

Das im Jahr 2008 initiierte Projekt „Aachen China Office“, kurz ACO, mit Sitz im TZA am Europaplatz, flankiert die Aufgaben des Vereins und unterstützt bei diversen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Aktivitäten. Neben den Gründungspartnern des Projektes, Stadt Aachen, AGIT und IHK, zählen seit Januar 2015 auch die RWTH und die Fachhochschule Aachen zu den Kooperationspartnern des sogenannten ACO.

In einem Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsforum am Donnerstag, 22. September, diskutieren im Eurogress Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über strategische Aspekte in den Bereichen Technologie- und Innovationstransfer, Automobiltechnik und Industrie 4.0. Der Besuch aus Ningbo kommt dabei genau zum richtigen Zeitpunkt, denn das chinesische Pendant zum Thema Industrie 4.0 ist die Initiative „Made in China 2025“.

Im Rahmen dieser Initiative wurde die Stadt Ningbo kürzlich als Projektstadt seitens der chinesischen Landesregierung benannt und wird entsprechende Fördermittel erhalten. Es werden spannende Gespräche erwartet und vielleicht birgt der Megatrend Digitalisierung auch für Ningbo und Aachen Kooperationsvorteile.

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