Aachen - 25 Jahre: Certamen Carolinum jung wie nie

25 Jahre: Certamen Carolinum jung wie nie

Von: Christoph Classen
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Spaß an alten Sprachen: Die strahlenden Gewinner des 25. Certamen Carolinum. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Vor der Aula Carolina stehen sich die Fronten geschlossen und zahlenmäßig recht ausgeglichen gegenüber. Auf der einen Seite formieren sich elf junge Menschen. Sie tragen ein großes Banner. „Bildungsstreik” steht darauf. Auf der anderen Seite haben sich zwölf Legionäre postiert. Sie tragen Schild, Schwert und Speer.

Ausgerüstet wurden sie im Römerprojekt des Würselener Heilig-Geist-Gymnasiums. Vor der Aula Carolina haben sie Stellung bezogen, um der Veranstaltung, die dort gerade beginnt, einen authentischen Rahmen zu geben.

Es ist die Siegerehrung des Certamen Carolinum, eines Sprachwettbewerbs der sich der Förderung des Lateinischen und Altgriechischen verschrieben hat.

Knapp 100 Schüler beteiligt

Zum 25. Mal wurde er vom Kaiser-Karls-Gymnasium (KKG) maßgeblich organisiert. Knapp 100 Schüler aus ganz Nordrhein-Westfalen hatten sich angemeldet. 13 von ihnen schafften es in die Endrunde und genau einer davon kommt aus unserer Region. Er heißt Matthias Bayer und besucht das Städtische Gymnasium Herzogenrath.

„Ich bin eher ein Exot”, sagt Bayer, wenn er auf seine Leidenschaft für Latein angesprochen wird. Er weiß, dass es nicht so viele junge Menschen gibt, die die alte Sprache dermaßen fasziniert. Aber ganz allein ist Bayer nicht. Auch das soll ihm das Certamen Carolinum verdeutlichen. All die Schüler, die gespannt auf die Bekanntgabe der Gewinner warten, teilen Bayers Leidenschaft.

Seit 25 Jahren in der Jury

Sie müssen sich ziemlich lange gedulden. Klar, es ist ein Jubiläum und da wird natürlich auf die 25-jährige Geschichte des Wettbewerbs zurückgeblickt. Das macht Dr. Antje Hellwig, die von Beginn an in der Jury sitzt. Viel habe sich verändert seit der ersten Ausgabe des Certamen Carolinum. Aber manches sei auch gleich geblieben.

Auf die Unterstützung der Stadt Aachen könnten sich die Organisatoren nach wie vor verlassen und „die Fairness mit der die Schüler sich begegnen und sich gegenseitig Anerkennung zollen” sei auch eine Konstante. KKG-Schulleiter Dr. Paul-Wolfgang Jaegers spricht ein Grußwort und Professor Clemens Zintzen hält einen Vortrag über Psychologie vor 2000 Jahren.

Um „die Nymphe Calypso” und „bebende Götter” geht es dabei unter anderem. Generell dauert es schon ein wenig bis die Redner mit ihrem Latein am Ende sind. Musik gibt es auch. Vom Orchester des KKG unter Leitung von Gabi Kraneburg und den Siebtklässlern des Gymnasiums unter Leitung von Stelios Kanonis.

Nach anderthalb Stunden beginnt die Siegerehrung. Auch Matthias Bayer wird auf die Bühne gerufen. Den ersten Platz beim Buchpreis des Vereins zur Förderung der alten Sprachen in den Schulen hat er gemacht. Danach tritt Kabarettist Wendelin Haverkamp auf, um der Veranstaltung eine humoristische Note zu geben.

Bei Jubiläen sei das ja immer so eine Sache. „Man fragt sich: Wo ist die ganze Zeit jetzt hin?”, sagt Haverkamp und lässt offen wie er das genau meint. Den Bildungsstreikern hat die Veranstaltung offensichtlich zu lange gedauert. Vor der Aula Carolina fehlt von ihnen mittlerweile jede Spur.

Den Preis des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW gewann Anna Carthaus (Neuss), Anna Prünte (Werl) holte den Preis der Stadt Aachen.

Ausgezeichnet mit dem Preis der Studienstiftung des deutschen Volkes, der mit einem Stipendium verbunden ist, wurden Tim Obermeier (Bad Oeynhausen) und Felician Gilgenbach (Hagen)

Die Griechische Botschaft vergab ihren Preis - ein sechstägiger Aufenthalt in Athen als Gäste der griechischen Regierung - an Carolin Haas (Hürtgenwald-Vossenack) und Christina Stricker (Düsseldorf)

Die Elisabeth-Lebek-Stiftung zeichnete Benedikt Galla (Neuss) aus und der Ephesos-Preis ging an Karoline Brunswicker (Dortmund).

Die Bücherpreise des Vereins zur Förderung der alten Sprachen in den Schulen gingen an: Matthias Bayer (Herzogenrath), Alessia Heider (Bergisch-Gladbach), Lukas Reddemann (Hagen) und Simon Wahrstötter (Remscheid-Lennep).

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