2022: Wieder eine Reit-WM in der Soers?

Von: Manfred Kutsch
Letzte Aktualisierung:
12113812.jpg
Der Aufsichtsrat des ALRV (v.l.): Peter Weinberg, Tim Hammer, Baron Wolf von Buchholtz, Stefanie Peters, Wolfgang Mainz, Carl Meulenbergh, Hans Kauhsen und Ehrenpräsident Klaus Pavel. Foto: ALRV

Aachen. 80 Tage vor Beginn des CHIO Aachen 2016 feiert der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) seinen eigenen „Großen Preis“: 41.000 Euro Gewinn bei einem Budget von 16,6 Millionen Euro – und die Erkenntnis, „dass 2015 als ganz besonderes Jahr in die Geschichte des ALRV eingehen wird“, resümierte Präsident Carl Meulenbergh bei der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend.

455.600 Zuschauer hatten das Kurzturnier Ende Mai sowie zehn Wochen später die zwölftägigen Europameisterschaften aufs legendärste Reitgelände der Welt gelockt. Eine logistische Herkulesaufgabe, sportliches Spektakel, Events im Rahmenprogramm auf höchstem Niveau. „Alle Erwartungen wurden übertroffen“, so Meulenbergh, der mit seinem Aufsichtsrat für weitere vier Jahre einstimmig gewählt wurde.

Dieter Junghans war „aus Zeitgründen“ nicht mehr angetreten. Ein in Aachen altbekanntes Gesicht wird für ihn neu dabei sein: Wolfgang Tim Hammer, Aufsichtsrat beim sportlichen Nachbarn Alemannia Aachen („ein ehemals stolzer Verein, der heute nur noch ums Überleben kämpft“) und zudem einst Elferrat beim Aachener Karnevalsverein (AKV). Aufgeräumt stellte sich der Unternehmer dem 132-köpfigen Auditorium und berichtete von der Rechtfertigung seiner Kandidatur gegenüber seiner Frau: „Ich habe ihr gesagt, ich wünsche mir mal einen Verein, der keine Probleme hat.“

Dafür aber Visionen. Denn Ingmar Vos, Präsident des Weltverbandes FEI, so berichtete Meulenbergh, hatte dem ALRV nach der EM „das schönste Kompliment gemacht“. Er schrieb dem Veranstalter ins Stammbuch: „Reitern und Besuchern wurde hier ein Fünf-Sterne-Empfang bereitet. Daher darf sich Aachen gerne als Ausrichter für eine WM bewerben.“ Bleibt die Frage: Wie reagieren die Soerser Reitsport-Manager auf das Angebot?

„Es ist noch zu früh, aber natürlich halten wir in diese Richtung die Augen offen“, zeigte sich der Präsident gegenüber unserer Zeitung offen für eine Neuauflage der Weltmeisterschaft 2006 – und zwar frühestens 2022. Die nächste WM 2018 ist bereits nach Kanada vergeben. Vorstandschef Frank Kemperman zum Stand erster Überlegungen: „Fakt ist, dass die FEI für die Zukunft einen WM-Katalog mit den wirtschaftlichen und sportlichen Kriterien herausgibt, den wir uns genau anschauen werden“, so der 61-Jährige. Bis dahin könnte auch das alte Polizeipräsidium in der Nachbarschaft abgerissen sein – zugunsten neuer Flächen für den Pferdesport: „Wir sind diesbezüglich mit der Stadt Aachen im Gespräch, leider gibt es ja derzeit Verzögerungen mit dem Neubau“, bedauert Kemperman.

Doch zunächst einmal sind alle Blicke auf das diesjährige Turnier vom 8. bis 17. Juli gerichtet. „100 Prozent CHIO, Tradition, Volksfest und Spitzensport“, verspricht Carl Meulenbergh. Zumal das Weltfest des Pferdesports eine weitere Aufwertung durch das Olympia-Jahr erfährt: „Für fast alle Nationen wird sich in Aachen entscheiden, wer nach Rio fliegen darf“, so Kemperman.

Den Ereignissen wird auch der letzte lebende Nachkriegsweltstar des deutschen Sports folgen: Hans-Günther Winkler, der mit 30 Jahren auf seiner „Wunderstute“ Halla das legendäre Olympia-Gold in Stockholm gewann, mit 60 Jahren in Aachen verabschiedet wurde – und nun bei einer großen Open-Air-Gala im Reitstadion seinen 90. Geburtstag feiern wird. Kemperman: „Da werden Gefühle pur freigesetzt.“

Neue Aufmerksamkeit beim diesjährigen CHIO wird dem Thema Sicherheit gewidmet sein. „Wir wissen, in welchen Zeiten wir leben“, sagte Kemperman: „Entsprechend eng ist die Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr und Stadt.“ Der Veranstalter habe „auf hohem Standard ein Konzept mit allen möglichen Szenarien erarbeitet“.

Der Ordnungsdienst sei „erweitert und geschult“ worden, zudem würden „mehr professionelle Kräfte eingesetzt“. Lieber jedoch befasst sich der Turnierleiter mit seiner Vorfreude auf „100 Prozent CHIO“. Was für ihn bedeutet: „Ob man Pferdenarr ist oder nicht: Wir werden wieder ein Weltfest feiern, das man nicht verpassen darf.“

Leserkommentare

Leserkommentare (5)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert