200 Männer streuen hunderte Tonnen Salz

Von: Daniel Gerhards
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Salz auf der Straße sorgt für freie Fahrt: Insgesamt streuten die Mitarbeiter des Stadtbetriebs 600 Tonnen Salz, um die Fahrbahnen wieder in einen sicheren Zustand zu versetzen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Einige können es nicht mehr sehen, anderen bekommen leuchtende Augen, wenn sie an eine rasante Rodelpartie denken. Aber so viel ist klar: Bis Montagabend bescherte das Winterwetter Aachen eine dichte Schneedecke. Und das obwohl am Freitag bereits meteorologischer Frühlingsanfang ist. Heute könnte es schon wieder vorbei sein. Glaubt man den Prognosen, klettert das Quecksilber über die Null-Grad-Celsius-Marke.

Dafür schneite es am Wochenende umso mehr. Und das bedeutete lange Tage und Nächte für den Stadtbetrieb. Insgesamt 200 Mitarbeiter arbeiteten in Zehn-Stunden-Schichten bis 23 Uhr. Es fiel allerdings so viel Schnee, dass die Straßen, kurz nachdem sie freigeräumt waren, wieder zuschneiten. „Einige Straßen der Stufe 1 haben wir fünfmal geräumt. Das war sehr mühsam und aufwendig“, sagt Dieter Lennartz, zuständiger Abteilungsleiter beim Stadtbetrieb. Straßen der Prioritätsstufe 1 müssen zuerst freigeräumt werden. Dazu zählen Hauptverkehrsstraßen, ÖPNV-Wege oder Krankenhauszufahrten – insgesamt 276 Straßen, 555 Kilometer lang. Die 15 Streu-Lkw sowie die 25 bis 30 Schmalspurfahrzeuge und Traktoren waren ständig auf Straßen, Fahrradwegen und Gehwegen im Einsatz.

Auch am Montagmorgen legten sie um 4 Uhr los. Der Auftrag: Hauptstraßen nachstreuen und kleinere Straßen erstmals räumen. Lennartz: „Der Winter hält uns weiter in Atem.“

Viel zu tun hatte in den vergangenen Tagen auch die Polizei. Knapp 70 Unfälle gingen in der Städteregion auf das Konto von Schnee und Eis. In Aachen waren es 21. Alle endeten glimpflich, mit Blechschäden. Die Polizei sprach dabei von „schneetypischen Unfällen“, also Aufrutschen auf das Vorderauto, Fahren gegen Verkehrsschilder, Ampeln oder Zäune.

Wer mit dem Bus unterwegs ist, sollte bei so einem Schneefall zumindest einige Minuten Verspätung einplanen. „Das kann man bei dem Wetter nicht ausschließen“, sagt Aseag-Sprecherin Anne Linden. „Wenn viel Verkehr ist, alle etwas langsamer und vorsichtiger unterwegs sind, dann dauert es eben etwas länger“, sagt sie. Die Aseag sprach von durchschnittlich zehn Minuten Verspätung.

Zu großen Problemen kam es im Busverkehr bis zum Montagabend aber nicht. Bis auf ein paar Verspätungen sei es ein ganz normales Winterwochenende gewesen, sagt Linden. Nur an einigen steilen Anstiegen ging nichts mehr: „Am Ronheider Berg mussten wir zum Beispiel eine Umleitung fahren“, sagt sie. Steigungen und Glatteis – diese Kombination legt den Verkehr blitzschnell lahm.

Was Dieter Lennartz dagegen freut: „Es gibt eine große Akzeptanz für den Winterdienst.“ Zudem passen Autofahrer ihren Fahrstil an, und fast alle Hauseigentümer räumen vor der Haustür. „Wir hatten etliche Jahre sehr wenig Schnee. 2009/2010 hat es uns dann noch mal richtig erwischt. Seitdem hat ein Lernprozess eingesetzt. Es ist jetzt mehr Sensibilität da“, sagt Lennartz.

In den kommenden Tagen will Lennartz seine Mannschaft weiter in Rufbereitschaft halten. „Zur Wochenmitte rechnen wir mit einer deutlichen Entspannung“, sagt er. Aber: Sicher ist sicher.

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