Aachen - 20 Millionen für die Rohrpost der Zukunft

20 Millionen für die Rohrpost der Zukunft

Von: Albrecht Peltzer
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Hotmannspief (A) und Suermondtviertel (B): Die beiden ersten von insgesamt acht Ausbaugebieten für ein Glasfasernetz innerhalb des Allenringes sowie im Ostviertel und im Frankenberger Viertel.

Aachen. Wer Teile der Aachener Innenstadt zur Baustelle macht, wird normalerweise nicht unbedingt auf große Begeisterung stoßen. Aber Andreas Schneider ist sicher, dass sich der Protest in argen Grenzen halten wird. Denn der Geschäftsführer von NetAachen kann davon ausgehen, dass die „Investition in die Zukunft”, wie er sich gerne ausdrückt, auf breite Zustimmung stößt.

Die Investition kann sich schon alleine von der Summe her sehen lassen. 20 Millionen Euro verbuddelt NetAachen in den kommenden vier Jahren innerhalb des Alleenringes, im Ostviertel und im Frankenberger Viertel. Und will damit den Aachenern den besten und schnellsten Zugang zu Internet, Telefon und TV bieten. Das Zauberwort lautet Glasfasertechnik - die modernste Form der Datenübertragung.

Andreas Schneider hat ein ehrgeiziges Ziel. Möglichst alle rund 40.000 Haushalte in diesen Gebieten sollen ans Glasfasernetz angeschlossen werden. 6500 Gebäude sind das grob geschätzt. Das Interesse der Hausbesitzer sei groß, sagt Schneider. Aber bei allem gilt das Prinzip der Freiwilligkeit. „Wir brauchen von jedem Einzelnen selbstverständlich die Genehmigung, den Anschluss ins Haus zu bringen.”

Überzeugungsarbeit leisten ist da in den vergangenen Wochen und Monaten und auch noch in der nahen Zukunft eine wichtige Aufgabe. Der Anschluss selber ist für Eigentümer und Mieter völlig kostenlos und unverbindlich. Erst wenn die Dienstleistung auch genutzt wird, also ein individueller Vertrag zustande kommt, dann beginnt die Geschäftsbeziehung. Schneider schätzt, dass sich die Investition in acht bis zehn Jahren rechnet.

Der Startschuss fällt am kommenden Samstag, symbolisch mit einem ersten Spatenstich. Von da an gräbt sich NetAachen durch die Bürgersteige der Stadt. Zunächst rund um die Hotmanspief und im Suermondtviertel. Sechs weitere Ausbaugebiete folgen. In der Spitze können es zehn bis zwölf Baustellen gleichzeitig sein.

Für die Glasfasern werden Leerrohre von den Ausgangsstationen in die Straßen gelegt. 60 bis 80 Meter können pro Woche geschafft werden, schätzt Schneider. Natürlich werde man Synergieeffekte nutzen. Da, wo zum Beispiel auch die Stawag buddelt, klinkt sich NetAachen ein, um die Anzahl der Baustellen auf das Mindestmaß zu reduzieren.

Für NetAachen ist das Projekt auch ein Schritt in neue Unternehmensdimensionen. „Wir schaffen eine kommunale Infrastruktur”, sagt Schneider, „werden unabhängig von der Konkurrenz.” Denn der Markt wird auch von anderen Unternehmen bearbeitet.

„Unitiymedia” zum Beispiel hat bereits vor knapp zwei Jahren 6000 Kilometer Glasfaserlitze unter die Aachener Erde gebracht. Unabhängigkeit ist die eine Komponente. Die andere könnte sein, dass Konkurrenten wiederum zu Nutzern des NetAchen-Netztes werden. Schneider geht davon aus, dass es auch eine Kooperation mit der Telekom geben kann.

Die „Rohrpost der Moderne”, wie Schneider das Glasfasernetz augenzwinkernd nennt, steht seiner Meinung nach auch für den Hightech-Standort Aachen. Schneller Datentransport, eine große Bandbreite - das sei das Thema der Zukunft.
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