20 Jahre: Buntes Programm zur Beleuchtung des Mauerfalls

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Viele Blickwinkel: Der Kulturbetrieb, die VHS und die Stiftung Internationaler Karlspreis haben ein vielfältiges Programm zum 20. Jahrestag des Mauerfalls kreiert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es gibt diese Ereignisse, bei denen lässt sich noch Jahrzehnte später präzise Rekonstruieren, wo man sie verfolgt hat. Der Zusammenbruch des „World Trade Centers” am 11. September 2001 ist ein erschreckendes Beispiel dafür, der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 1990 ein erfreuliches.

Genau wie der Mauerfall. Wolfgang Rombey verfolgte ihn vor dem Fernseher. Wenig später führte Rombey eine Delegationsreise hinter den einst Eisernen Vorhang. Er könne sich noch gut erinnern, wie ihm dabei „ein Schauer nach dem anderen über den Rücken jagte.”

Olaf Müller erfuhr nichts vom Mauerfall aus dem Fernseher - weil er keinen hatte. Der Leiter des Kulturbetriebs hörte davon im Radio. „Ich konnte es nicht glauben und hab erst einmal herum telefoniert”, sagt Müller.

Zwei Perspektiven auf ein geschichtsträchtiges Ereignis, das sich am 9. November dieses Jahres zum 20. Mal jährt. Aber der Kulturbetrieb möchte gemeinsam mit der Volkshochschule (VHS) und der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen noch mehr Blickwinkel freilegen.

Deswegen haben sie gemeinsam ein umfangreiches Programm ersonnen, das am Freitag, 4. September, 20 Uhr, in der Klangbrücke des Alten Kurhauses mit „Krieg und Frieden - Zuversicht aus Musik und Literatur” seinen musikalisch-lyrischen Auftakt feiert.

Der Veranstaltungsmarathon unter dem Namen „1989/90 - Verstehen, was passiert ist. 20 Jahre Mauerfall” läuft bis Mitte Dezember.

Den Verantwortlichen ist dabei wichtig, dass es nie um die Glorifizierung des Gedenkens oder „Ostalgie” geht. Der Ansatz verfolgt vielmehr das Verständlichmachen der Ereignisse. Und das eben aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Mitteln. Rombey nennt es ein „wissenschaftlich-künstlerisches Konzept”, Müller spricht von einem „lokalhistorisch-europäischen Ansatz.”

So wird Schriftsteller und Journalist Gerd Ruge erstmals in Aachen lesen. Für seine Premiere am 20. November im Ballsaal des Alten Kurhauses hat er sich das Thema „Die Deutschen und ihre Nachbarn - Russland” ausgesucht. Am 26. Oktober ist in der VHS der Film „Wie Erich seine Arbeit verlor” zu sehen, bei dem Kai von Westermann Regie führte und anschließend zur Diskussion bereitsteht. Und das ist nur eine kleine Auswahl der Angebote, die das Programm bietet.

Ach ja, übrigens: Olaf Müller hat mittlerweile einen Fernseher. Man weiß ja nie...
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