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20 Aachener setzen „LebensWeGe“ an der Mataréstraße um

Von: Kathrin Albrecht
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Aachen. Alles begann mit einem Flyer, den eine kleine Gruppe von Aachenern in Bibliotheken und Geschäften ausgelegt hatte. Darin beschrieben sie ihren Traum von einem gemeinsamen Wohn- und Lebensprojekt. Das war 2009. Im Januar 2014 sitzen rund 20 Aachener in der Kneipe Zeppelin-Eck, und ihr Traum hat inzwischen ganz konkrete Züge bekommen.

Für das Wohnprojekt ist inzwischen ein Baugrundstück in der Mataréstraße gefunden, die Bürger haben sich zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen – „LebensWeGe“- ein Wortspiel in mehrfacher Hinsicht. Dagmar Erwert aus dem Vorstand erläutert das Konzept: „ Wir haben uns zusammengefunden, weil wir unsere Zukunft bewusst planen möchten.“

„Lebenswege“ versteht sich aber weder als Alterswohnprojekt noch als Mehrgenerationenprojekt, die Mitglieder sehen in dem Projekt ein Modell bürgerschaftlichen Engagements. Weder will man den Familien- oder Freundeskreis ersetzten, aber die Gemeinschaft soll bestimmte ursprüngliche Funktionen der Familie übernehmen, wie beispielsweise die Hilfeleistung in Notsituationen. Das unterscheidet die Genossenschaft von anderen Bauherrenmodellen.

Die Finanzierung des Projektes fußt auf drei Säulen. Jedes ordentliche Mitglied zeichnet einen Anteil von 2500 Euro, sowie entsprechende Nutzungsanteile für die Wohneinheit. Die zweite Säule bilden die sogenannten investierenden Mitglieder, die als Förderer in die Idee investieren. Die Hälfte ihres Anteils wird verzinst. Als dritte Säule greift die Genossenschaft auf Förderdarlehen zurück. Diese Mischfinanzierung soll das Projekt auf sichere Füße stellen. Ausdrücklich betonen die Mitglieder der Genossenschaft, es solle mit dem Wohnprojekt kein Gewinn erzielt werden.

„Aus diesem Grund haben wir die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen mit ins Boot geholt, so ist gesichert, dass wir Grundstück und Immobilie langfristig allen Spekulationsinteressen entziehen“, so Vorstandmitglied Jan von Staden. Auch wenn das Finanzierungsmodell eine gewisse wirtschaftliche Grundlage voraussetzt, habe man sich bemüht, das Projekt auch für einkommensschwächere Menschen offen zu halten. Sechs Wohnungen sollen für Menschen mit Wohnberechtigungsschein offenstehen. Das Baugrundstück hat die Genossenschaft vom Bistum Aachen erworben. Gefunden hat man sich über die „Kontaktstelle Neues Wohnen“ der Stadt Aachen. Bei der Beratung fühlte sich die Genossenschaft gut aufgehoben.

Läuft alles glatt, sollen ab Mitte des Jahres die Bauarbeiten beginnen. Es entsteht ein Wohnblock mit 14 Wohneinheiten. Die kleinste umfasst 35 Quadratmeter, die größte 100 Quadratmeter. Die Gemeinschaftswohnung wird auf dem Dachgeschoss entstehen. „Es wird eine Dachterasse geben, mit Blick auf den Lousberg.“ Für den Wohnblock sind bereits alle Wohnungen vergeben.

Nachhaltigkeit steht bei dem Projekt ebenfalls im Vordergrund. Das beinhaltet nicht nur die verwendeten Baumaterialien, auch Gewinne, die mit dem Projekt erwirtschaftet werden, sollen wieder dem Gemeinwohl zugute kommen. Das könnten beispielsweise weitere Wohnblöcke seinn. Spätestens ab Mitte 2015 soll dann der Traum endgültig wahr werden. Die Genossenschaft stellt ihr Konzept am Samstag, 1. Februar, ab 16 Uhr öffentlich in der Nadelfabrik vor.

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