170 neue Wohnungen auf Wertz-Gelände?

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
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wertzmja1 15.07.2013 Wertzgelände vor Bebauung

Aachen. Als ein städtebaulicher Schandfleck ist die Ecke seit vielen Jahren sattsam bekannt. Und das so genannte Wertz-Gelände am Hohenzollernplatz taucht deshalb seit ebenso vielen Jahren immer mal wieder in der politischen Debatte auf. Wohnungen sollten dort schon mehrfach entstehen, der Discounter Lidl hatte das Areal auch zeitweise im Blick, sogar ein Hotel sollte sich einmal hinzugesellen – bloß ist nie etwas passiert.

Das könnte sich jetzt wieder einmal ändern. Denn aktuell ist an der Ecke Stolberger Straße/Joseph-von-Görres-Straße geplant, mehrere Wohngebäude mit insgesamt rund 170 Wohnungen und etwa 540 Quadratmetern Gewerbefläche im Erdgeschoss zu errichten. Am Dienstag wurde das Thema im städtischen Kinder- und Jugendausschuss diskutiert, wobei es allerdings nur um eine Spielplatzablöse ging, die der Investor entrichten soll. Voraussichtlich im September soll das bauliche Konzept dann im Planungsausschuss vorgestellt werden.

Ruhiger Innenbereich

Dass das Konzept der Politik eher zusagen könnte als manch frühere Idee, davon scheint die Verwaltung jedenfalls auszugehen. „Die Planung ist in höherem Maße als die bisherigen Planungen geeignet, das bestehende gestalterische Defizit zu beheben“, heißt es in der Verwaltungsvorlage über die Ideen des Kölner Büros „schultearchitekten“ und das Freiflächenkonzept des Landschaftsarchitekten Stephan Lenzen. Dafür soll vor allem entlang der Stolberger Straße und der Joseph-von-Görres-Straße eine geschlossene Blockrandbebauung sorgen, durch die ein ruhiger Innenbereich entsteht, der als „Aufenthaltsfläche für Jung und Alt“ gestaltet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.

An den Blockrändern sollen die Gebäude fünf Geschosse und ein Staffelgeschoss haben, was der Höhe der angrenzenden Bebauung entspreche. Im Innenbereich sind zwei weitere Bauten mit vier Geschossen plus Dachgeschoss vorgesehen. Am Hohenzollernplatz soll die Bebauung etwas „zurückspringen“, wodurch sich der heutige Gehweg zu einem Vorplatz aufweiten würde. Davon verspricht man sich eine verbesserte Aufenthaltsqualität, für die auch eine „schattenspendende Kastenlindenreihe“ sorgen soll – inklusive der Möglichkeit einer Außengastronomie.

„Miteinander im Carrée“, so der Projektname, werden dann ziemlich viele Menschen wohnen, wenn die Pläne realisiert werden. Denn auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Gelände sollen 50 Vier-Zimmer-Wohnungen, 33 Drei-Zimmer-Wohnungen, 43 Zwei-Zimmer-Wohnungen und 44 Ein-Zimmer-Wohnungen gebaut werden. 122 der 170 Wohnungen sollen frei finanziert, 48 öffentlich gefördert werden.

Umsetzen will das Ganze ein Investor aus Wesel. Auf AZ-Anfrage mag sich Max Trapp, Geschäftsführender Gesellschafter der dort ansässigen Trapp Real Estate GmbH & Co. KG (TRE-CO), nicht näher zu Details des Vorhabens äußern. Noch nicht jedenfalls. „Es ist noch viel zu früh, um Konkretes mitzuteilen“, sagt Trapp auf die Fragen nach dem voraussichtlichen Investitionsvolumen und dem etwaigen Zeitplan. Im November vergangenen Jahres seien die neuen Pläne für das Wertz-Gelände bereits im städtischen Architektenbeirat beraten worden, derzeit betreibe man die Änderung des Bebauungsplans. „Und da sind noch sehr viele Fragen zu klären“, sagt Trapp.

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