Aachen - 150 Jahre Rotes Kreuz: Talks und Shows am Elisenbrunnen

150 Jahre Rotes Kreuz: Talks und Shows am Elisenbrunnen

Von: André Schaefer
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Jubilar: DRK-Chef Peter Timmermanns (Mitte) begrüßte Wolfgang Jöhlinger, Moderator Robert Esser befragte ihn zum DRK.
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Am Elisenbrunnen präsentiert, im Ernstfall bewährt: Die Hundestaffel des DRK bewies die Vielseitigkeit der überaus sympathischen Vierbeiner. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das große Highlight folgte zum Schluss der Festlichkeiten. Denn dann trat Wolfgang Jöhlinger auf die Bühne. Ein wenig stolz, aber doch mit großer Demut. Und wenn er da steht, freundlich in die Menge blickt, dann kommt man nicht annähernd auf die Idee, dass dieser Herr schon 92 Jahre alt ist. Müsste man ihm einen Namen geben, „Mister Deutsches Rotes Kreuz“ wäre angemessen.

Und das zu Recht: Denn kein zweiter hat so viele Jahre des 150-jährigen Jubiläums des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Städteregion Aachen miterlebt, wie Wolfgang Jöhlinger. Am Wochenende feierte das DRK am Elisenbrunnen 150-jähriges Bestehen. Ihr ältestes, noch aktives Mitglied hat mehr als die Hälfte dieser langen Geschichte miterlebt.

„Ich habe noch nie in meinem Leben einen solch beeindruckenden Menschen kennengelernt, wie Wolfgang Jöhlinger“, schwärmte Peter Timmermanns, DRK-Kreisgeschäftsführer, in höchsten Tönen über den 92-Jährigen, der 1938 beim DRK einstieg, um der Hitlerjugend aus dem Weg zu gehen. Noch heute ist er im Dienste des DRK aktiv, bringt vier Mal pro Jahr das „Rotkreuz-Info“ heraus – eine Art Broschüre, für die Jöhlinger als verantwortlicher Redakteur zuständig ist.

„Die Liebe zu Menschen und die Bereitschaft, ehrenamtlich anderen Menschen zu helfen, ist eine Einstellung, die mir in die Wiege gelegt wurde“, sagt Jöhlinger, der dafür die Ehrenurkunde erhielt. Und genau von solchen Menschen lebt das DRK, das den runden Geburtstag am Wochenende auch dazu nutzte, die Besucher in der Innenstadt auf die vielfältige Arbeit hinzuweisen, die seit so vielen Jahren geleistet wird.

„Mit dem Deutschen Roten Kreuz bringen die meisten Rettungseinsätze in Verbindung. Dabei steckt viel mehr hinter unserer Arbeit. Wir sind sozusagen eine Großfamilie mit einem bunten Angebot für Groß und Klein“, brachte es Daniela Jansen, stellvertretende Vorsitzende des DRK in der Städteregion Aachen, treffend auf den Punkt.

Davon konnten sich die Besucher getrost selbst vor Ort überzeugen. Während AZ-Redakteur Robert Esser durch das Programm führte, hing Bergwacht-Leiter Joachim Kuth in den Bäumen, um die Besucher über die anspruchsvolle Technik zu informieren, mit denen Einsatzleute der Bergwacht regelmäßig in schwindelerregenden Höhen Menschenleben retten . „Es geht dabei nicht unbedingt um Kraft, sondern um die richtige Ausführung. Diese Technik lernt man nur mit viel Übung“, weiß Kuth.

Viel Übung brauchen selbstverständlich auch die Verantwortlichen der Wasserwacht. Leiter Peter Schulte-Herweling informierte nicht nur über die anspruchsvolle Arbeit, sondern brachte auch alltägliche Probleme zur Sprache. „Es fehlt uns an günstigen Hallenzeiten. Gerade für unsere Kinder ist es alles andere als optimal, erst im späten Abend gegen 21 Uhr die Möglichkeit zum Training zu erhalten. Wir hoffen, dass die Stadt uns diesbezüglich ein wenig mehr entgegen kommt“, wünscht sich Schulte-Herweling.

Besonders auf den Nachwuchs ist man beim DRK angewiesen. Dass dieser lebt, zeigte unter anderem die Tanzgruppe „Jugendrotkreuz“ aus Breinig, die immerhin schon seit 20 Jahren besteht. „Das macht uns aus: Wir vereinen die ganz Kleinen mit den ganz Erfahrenen und hoffen, dass das auch noch lange so bleiben wird“, sagt Timmermanns . In Wolfgang Jöhlinger haben die Kleinen unter den rund 1.000 Ehrenamtlichen in der Städteregion zumindest eines schon mal gefunden: Ein Vorbild für großes ehrenamtliches Engagement.

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