14 Fahnen bebildern die „Heilige Pforte“

Von: Eva Onkels
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Prächtige Zusammenarbeit: Die Kunstinstallation im Dom wurde anlässlich der Öffnung der „Heiligen Pforte“ vorgestellt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Freut euch, die Pforte der Barmherzigkeit ist geöffnet!“, verkündete Weihbischof Johannes Bündgens während des Hochamtes im Aachener Dom anlässlich der Öffnung der Heiligen Pforte in Rom, Aachen und auf der ganzen Welt.

2016 wird ein außerordentliches Heiliges Jahr, ein „Jubiläum der Barmherzigkeit“. Aus diesem Anlass öffnen weltweit in Kirchen „Heilige Pforten“, auf Wunsch des Papstes soll jede Bischofskirche eine Pforte öffnen. In Aachen wurde diese Pforte am Sonntag, 13. Dezember, symbolisch geöffnet, denn im Dom gibt es keine Türe, die sonst verschlossen ist. Dafür hat man das Motto der Barmherzigkeit auf besonders eindrückliche Weise aufgegriffen.

In Zusammenarbeit mit der Aachener Künstlerin Vera Sous sind 14 unterschiedlich lange Fahnen entstanden, die die sogenannten biblischen Werke der Barmherzigkeit darstellen. Diese sind beispielhafte Handlungen, in denen sich die Nächstenliebe ausdrückt. In Zusammenarbeit mit 15 jungen Flüchtlingen – Menschen, die derzeit besonders für Barmherzigkeit sensibilisiert sind, diese erfahren und erleben – sind die sieben geistigen und sieben weltlichen Werke auf große Stofffahnen gebannt worden.

Professioneller Anspruch

Viel Arbeit steckt hinter dem Projekt, denn der Anspruch war hoch: Professionell sollten die Flaggen aussehen. So gestaltet sein, dass sie die Fähigkeit haben, die Menschen, die in den Dom hineingehen, zu verändern. Vor allem handwerkliche Aufgaben wurden von den Flüchtlingen übernommen: Nähen, Sticken, Drucken. Die gestalterische Gesamtleitung übernahm Vera Sous, auch die gemalten Elemente auf den Fahnen stammen von ihr. Entstanden sind wunderbare Werke, die nun vor der Portaltüre des Doms hängen.

Durch die Aufhängung der Fahnen der Länge nach entsteht ein Eindruck von Dreidimensionalität auf dem Weg durch die eigentlich „zweidimensionale“, flache Portaltüre. Schon von den Eingangsstufen fällt die Gestaltung der Fahnen auf. Es ist eine Mischung aus Ornamenten, Linoldruck und Fotografie. Jedes der geistigen Werke, ob etwas Weltliches wie „Hungernde speisen“ oder etwas Geistliche wie „die Zweifelnden beraten“, ist in einer kleinen, sehr eindrücklichen Szene eingefangen worden.

Die Inszenierung ist eine Gemeinschaftsarbeit der Flüchtlinge und der Künstlerin. Gemeinsam hat man überlegt, wie man die Szenen am besten umsetzten kann, gerade die geistlichen Werke waren eine große Herausforderung. Neben den sichtbaren Fahnen gibt es auch einen „Blindenparcours“. Hierbei sind einzelne Teile und Motive aus den Fahnen herausgegriffen und auf kleine Holzrahmen gespannt worden. Man kann die Strukturen der einzelnen Werke deutlich fühlen. Noch befinden sich die 14 kleinen Rahmen in der Dominformation, es gibt jedoch den Plan, noch ein zweites Kontingent herzustellen und diese auch im Dom aufzuhängen.

Die Fahnen werden bis Sonntag, 20. November 2016, dem sogenannten Christkönig-Sonntag, im Dom hängen bleiben und bis dahin hoffentlich viele Menschen verändern – oder zumindest nachdenken lassen.

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