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125 Jahre Westfriedhof: Beschaulicher Ort des Erinnerns und des Trostes

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Grabmalensemble an der Vaalser Straße: Der Aachener Westfriedhof I wurde vor 125 Jahren eingeweiht. Foto: Stadt Aachen

Aachen. Der Aachener Westfriedhof I feiert in diesen Tagen sein 125-jähriges Bestehen. Er wurde am 4. Januar 1889 als Friedhof geweiht. Am gleichen Tag fand auch die erste Beisetzung dort statt. In Kürze soll eine Broschüre über die grüne Anlage an der Vaalser Straße herausgegeben werden.

Die Gestaltung des Westfriedhofs I stellte eine reizvolle Aufgabe für den Aachener Gartendirektor Heinrich Grube (1840-1907) dar, der sich unter anderem mit der Erweiterung des Stadtgartens sowie der Lousberg- und der Salvatorberganlage einen Namen machte. In einem ersten Schritt plante er den stadtauswärts links von der Vaalser Straße gelegenen kleineren evangelischen Teil. Auf ihm wurde ein kreuzförmiges Wegesystem angelegt, das in der Mitte eine großzügige Rasenfläche ausspart. Dieser von Grube vorgesehene zentrale Freiraum ist eine Besonderheit des protestantischen Friedhofs.

Die Anlage erfuhr schon 1921 die erste Erweiterung, in den 50ern die zweite. Notwendig wurde sie aufgrund der fehlenden Fläche für Reihengräber auf dem Westfriedhof II. Heute umfasst der Westfriedhof I eine Fläche von rund 62.000 Quadratmetern, begrenzt von der deutsch-belgischen Bahnlinie im Süden und von landwirtschaftlichen Flächen am Gemmenicher Weg im Westen. Dass beide Friedhöfe nach Aufhebung der Konfessionstrennung 1937 eng miteinander verbunden sind, verdeutlicht nicht nur eine gemeinsame Adresse, sondern auch die zentral angelegte Brücke.

Dass Friedhöfe nicht nur „Endstation“ sind, zeigen die zahlreichen Spaziergänger, die den Westfriedhof auf ihrem Weg Richtung Steppenberg nutzen.

Auf grünen Pfaden westwärts

Ein Törchen am westlichen Ende und ein sich anschließender Fußweg hin zur Steppenbergallee sind der letzte Teil der fußläufigen Verbindung vom Westbahnhof über die Hollandwiese und den Westfriedhof bis hin zum Friedrichwald. Diese Verbindung ist im Flächennutzungsplan von 1980-89 ausgewiesen und ermöglicht es, abseits des städtischen Verkehrs, auf grünen Pfaden westwärts zu spazieren.

Dabei lädt gerade das parkähnliche Terrain des Westfriedhofs I ein zu einer stillen Pause und zu so manch einer Entdeckung. Flechten, Moose, Insekten, Vögel – sie alle schätzen das städtische Naturrefugium mit dem artenreichen Baumbestand als passenden Lebensraum. Sehenswerte Ausrufezeichen setzen beispielsweise die mächtige Blauzeder in farblichem Kontrast mit der gelben Form des Silberahorns, vor über hundert Jahren gepflanzt im Hintergrund des Grabensemble Suermondt, Wagner, oder die seltenen Kaukasischen Fichten in der Koniferengruppe zu Beginn der ersten Erweiterungsfläche.

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