1200 jugendliche Pilger machen die Nacht zum Tag

Von: Kathrin Albrecht
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Rockkonzert im Dom? Nicht ganz. Trotzdem herrschte unter den 1200 jungen Menschen im spektakulär illuminierten Münster bei der „Nacht der Jugend“ eine ausgezeichnete Stimmung. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Nacht von Samstag auf Sonntag des letzten Wochenendes der Heiligtumsfahrt gehörte rund 1200 Jugendlichen aus dem gesamten Bistum, die die Nacht zum Tag machten. Musikalisch ließen sie sich zunächst vom australischen Singer/Songwriter Tim McMillan auf dem Katschhof einstimmen.

Gesa Zollinger, Diözesanvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und Moderatorin der Nacht, begrüßte die anfangs etwas unschlüssig im Regen herumstehenden Jugendlichen und bat sie erst einmal näher an die Bühne heran. „Der Tim ist ein ganz Netter“, ermunterte sie das junge Publikum. McMillan bewies das dann mit seinem Auftritt und glänzte sogar mit einigen Deutschkenntnissen. „Das Wetter ist heute etwas suboptimal“, stellte er fest, schaffte es binnen kurzem aber doch, den Katschhof zu rocken.

Lichterprozession durch die City

Anmelden zur Nacht konnten sich Gruppen aus Pfarrgemeinden oder GdGs und Messdiener- oder Freundesgruppen in Begleitung ihrer Gruppenleiter. Die Teilnahme war ab 14 Jahren erlaubt. Der 16-jährige Bendix Loevenich bereitet sich auf seine Firmung vor und war mit Freunden nach Aachen gereist. „Ich freue mich darauf, Leute zu treffen, die genauso sind wie ich“, sagte der Messdiener aus Inden.

Von der Innenstadt ging es in die Kirche St. Jakob – zur spirituellen Einstimmung auf die Nacht. Es gab Gedanken zum Thema der Nacht, „We like to move it“, und Musik von der Band „Hot Spots“. Dann zogen die Jugendlichen in einer Lichterprozession durch das nächtliche Aachen über den Elisenbrunnen zum Dom, staunend beäugt von den Aachener Nachtschwärmern. „Ist das hier eine Demo?“, wollte ein junger Passant wissen und staunte, als er erfuhr, dass es „nur“ um eine christliche Veranstaltung ging.

Im Dom empfing Bischof Heinrich Mussinghoff die jugendlichen Pilger, begleitet von seinen Weihbischöfen Karl Borsch und Johannes Bündgens, der eine kurze Katechese für die Jugendlichen hielt. Extra für diese Nacht wurde eine spezielle Lichtinstallation eingebaut, die die erste Etage des Oktogons in rotem Licht erstrahlen ließ und das goldene Deckenmosaik in gleißendes Licht tauchte. Bündgens war eine Woche zuvor bei der Erhebung der Heiligtümer dabei. Was für ein Gefühl das war, wollte Moderatorin Gesa von ihm wissen.

„Wenn man nach sieben Jahren seinen Kleiderschrank öffnet, gibt es da die eine oder andere Überraschung“, erzählte Bündgens. Die Öffnung des Marienschreins sei immer ein prickelnder Moment für ihn. Dann hob er auf die Bedeutung der Heiligtümer für die Christen an. Sie seien in einer Zeit nach Aachen gekommen, als die Menschlichkeit Jesu in Frage gestellt wurde. Die Heiligtümer als Kleidungsstücke sollten diese Menschlichkeit anschaulich machen. Auch den jungen Besuchern wünschte Bündgens die Erfahrung der Nähe Gottes in dieser Nacht.

Dann ging es für die Jugendlichen zu den 40 Workshop-Angeboten der Nacht: Man konnte dem Dom aufs Dach steigen, mit Tim McMillan gemeinsam Lieder für den Abschlussgottesdienst erarbeiten, Segway fahren oder sich auch an einer Kletterwand abseilen lassen. Rebekka Quaas (17), Rabea Schruff (14), Anne Kaufmann (14) und Jana Quaas (14), Messdienerinnen aus Nettersheim, hatten sich für einen Workshop zum Thema faire Kleidung entschieden. „In der letzten Zeit liest man viel über die unwürdigen Bedingungen, unter denen Kleidung hergestellt wird“, sagte Rebekka. Und die Mädchen waren gut informiert: beim Wissensquiz, das wie die Kindersendung „1,2, oder 3“ aufgebaut war, lagen sie in den meisten Fällen richtig.

Eine Brücke wollten die Organisatoren zwischen Kirche und der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen bauen, so Mitorganisator Gerhard Nellessen vom Bistum. „Diese Nacht bietet einen Vernetzungsort, wo die Jugendlichen ihr Christsein bewusst erleben können. Eine Nacht ist sicher nicht so nachhaltig wie der Weltjugendtag, aber wenn die eine oder andere Anregung hängenbleibt, ist das schon gut.“

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