Aachen - 11.547 Aachener „verloren“, jetzt wird endlich aufgeräumt

11.547 Aachener „verloren“, jetzt wird endlich aufgeräumt

Von: Robert Esser
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Ungebrochener Aufwärtstrend: Nach den Daten des hiesigen Einwohnermeldeamtes zählt Aachen seit 2009 immer mehr Bürger. Bald sollen es – nicht nur laut Düsseldorfer IT NRW – tatsächlich über eine Viertelmillion sein.

Aachen. Noch im Laufe dieses Jahres kann Aachen eine hohe Hürde überspringen. Denn wer in Deutschland mehr als 250.000 Einwohner zählt, spielt – sozusagen – bei „den Großen“ mit. Am Montag haben die Experten der Regio IT den städtischen Statistikern die aktuellste Entwicklung übermittelt.

Danach waren zum Jahreswechsel 2012/13 exakt 248.137 Aachenerinnen und Aachener beim hiesigen Einwohnermeldeamt registriert – das sind 1272 mehr als Ende 2011 und sogar 2996 mehr als vor zwei Jahren. Seit dem Tiefststand 2009 (244.528) klettert die Bevölkerungskurve Jahr für Jahr. Gegenwärtig locken wohl vor allem die Hochschulen Neubürger in die Kaiserstadt. Durch die Aussetzung der Wehrpflicht und den doppelten Abiturjahrgang strömen tausende Abiturienten mehr als in den Vorjahren zu FH und RWTH.

Dass die Aachener Bevölkerung nachweislich wächst und bald tatsächlich die Viertelmillion überspringt, ist 2013 in mehrfacher Hinsicht von besonderer Bedeutung. Grundsätzlich richten sich Land und Kommunen – etwa bei der Höhe der Schlüsselzuweisungen, der Größe des Stadtrats und sogar beim Gehalt des Oberbürgermeisters – nach Daten des Landesbetriebs Information und Technik (IT NRW). Wer bei den Düsseldorfer Zahlen-Experten mit mehr als 250.000 Einwohnern in den Büchern steht, schneidet finanziell deutlich besser ab. Seit Jahren profitiert Aachen hierbei von erheblichen statistischen Ungenauigkeiten, die seit der letzten Volkszählung 1987 fortgeschrieben werden. Jener mittlerweile 26 Jahre alte Datensatz dient bis heute als Grundlage zur „Fortschreibung der Bevölkerung“, wie das im Amtsdeutsch heißt.

Laut IT NRW – vormals das Landesamt für Statistik – wohnten 2012 zum Stichtag 30. Juni genau 259.684 Menschen in Aachen. Somit hätte Aachen laut Düsseldorfer IT NRW 11.547 Bewohner mehr als das hiesige Einwohnermeldeamt kennt. Sicher ist damit: Entweder Düsseldorf oder Aachen zählt falsch – oder beide liegen daneben. Laut IT-Pressesprecher Leo Krüll soll im Frühjahr Klarheit über die wirkliche Einwohnerzahl Aachens und vieler weiterer NRW-Städte erzielt werden. Dann kommen – mit einiger Verspätung – die Ergebnisse des jüngsten Zensus (einer modifizierten Volkszählung von 2011) auf den Tisch. „Das wird die maßgebliche Basis für alle künftigen Statistiken“, erklärt Krüll. Zu befürchten ist, dass die Düsseldorfer Statistiker ihre Einwohnerzahl Aachens dann deutlich nach unten korrigieren. Dank der tatsächlichen Zuwächse dürfte man trotzdem in jedem Fall über der magischen Marke landen. Und dies bringt – wie beschrieben – nicht nur Renommee, sondern bares Geld.

Im Internet-Portal Wikipedia wird Aachen übrigens schon seit 2011 mit 258.000 bis 260.000 Einwohnern auf Platz 25 der größten deutschen Städte geführt. Gerade mal 28 Städte der Bundesrepublik haben danach mehr als eine Viertelmillion Bürger. Aachen rangiert hinter Augsburg (266.647), aber vor Mönchengladbach (257.208). Bloß beim Frauenanteil läuft Aachen deutlich hinterher. Noch.

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