Aachen - 106 neue Kitaplätze bessern die Quote auf

106 neue Kitaplätze bessern die Quote auf

Von: Annika Kasties
Letzte Aktualisierung:
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Kita-Ausbau: Die Stadt strebt im U3-Bereich eine Betreuungsquote von 50 Prozent an.

Aachen. Diese Prognose dürfte Eltern von Kleinkindern freuen: Die Stadt Aachen will zum kommenden Kindergartenjahr 2018/19 insgesamt 106 neue Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren schaffen. Damit erhöht sich die Versorgungsquote im U3-Bereich um knapp zwei Prozentpunkte auf 46,27 Prozent.

Möglich ist das vor allem durch Neu- und Ausbauten von Kindertagesstätten, die in den kommenden Monaten fertiggestellt werden sollen. Aachens Kita-Landschaft wächst also, wenn auch längst nicht so schnell wie gewünscht. Von dem ursprünglich anvisierten Ziel, die selbstgesteckte Quote von 50 Prozent bei den Unter-Dreijährigen bereits 2017 zu erreichen, musste sich die hiesige Politik längst verabschieden.

Die aktuellen Pläne der Verwaltung zum Kita-Ausbau müssen von der Politik noch abgesegnet werden. Der 100 Seiten starke Entwurf für den Kindertagesstättenbedarfsplan 2018/19 wird aktuell in den Bezirksvertretungen diskutiert. Dann geht er in den Kinder- und Jugendausschuss, bevor ihn der Rat verabschiedet.

Wie viele U3-Plätze gibt es?

Laut Verwaltung gibt es in Aachen zum kommenden Kitajahr 2018/19 insgesamt 2024 öffentlich geförderte Kitaplätze für Kleinkinder. Dazu kommen 700 Plätze bei Tagesmüttern und -vätern, 210 privatgewerbliche Kitaplätze sowie 67 „andere Betreuungsformen“, ergibt summa summarum 3001 Plätze. Insgesamt gibt es in Aachen 140 Kitas, von denen 56 in städtischer Trägerschaft sind, den Rest betreiben freie Träger.

Und wie sieht es bei der Über-Dreijährigen aus?

Als „gerade noch ausreichend abgedeckt“ wird die Versorgungsquote im Ü3-Bereich im Kitabedarfsplan bezeichnet. Mit einer Versorgungsquote 94,29 Prozent hat die Stadt ihr Ziel von 97 Prozent noch nicht erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr wird die Quote allerdings leicht erhöht, nachdem sie sich in den vergangenen Jahren immer weiter verringert hatte.

Wo müssen Eltern besonders lange nach einem Kita-Platz suchen?

Auch wenn sich die Stadt bei der Kinderbetreuung insgesamt auf einem guten Weg sieht, dürfte der Frustrationslevel suchender Eltern stark vom jeweiligen Wohnort abhängen – vor allem, wenn sie einen Kita-Platz in Forst oder in Driescher Hof suchen. Der als „Sozialraum 6“ zusammengefasste Bezirk bildet mit einer Betreuungsquote von gerade mal 37,23 Prozent im U3-Bereich das Schlusslicht. „Sozialräume“ umfassen Stadtteile oder auch stadtteilübergreifende Gebiete mit ähnlichen sozialen, städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Merkmalen.

Auch in Brand (39,88 Prozent) ist das Erreichen der Zielquote von 50 Prozent noch lange nicht in Sicht. Abhilfe schaffen soll unter anderem die neue Kita Im Kollenbruch, die im Laufe des neuen Kitajahres fertiggestellt werden soll. Durch die fünfgruppige Einrichtung entstehen 25 neue U3-Plätze sowie 58 Ü3-Plätze.

Überaus entspannt ist die Situation hingegen in Kornelimünster/Oberforstbach/Schleckheim (Sozialraum 13). Dort stehen den 163 Kindern unter drei Jahren insgesamt 134 Betreuungsplätze zur Verfügung, was einer Quote von gut 70 Prozent entspricht. Auch im Sozialraum 11 (West/Gut Kullen/Vaalserquartier) müssen Eltern von Kleinkindern nicht allzu lange nach einer geeigneten Kita suchen (54,50 Prozent).

Wie viel Zeit verbringen die Kinder in den Tagesstätten?

Der überwiegende Großteil der Kinder – knapp 80 Prozent – wird 45 Stunden pro Woche außerhalb der Familie betreut. Rund 20 Prozent der Betreuungsplätze fallen in das 35-Stunden-Modell. Nur 0,54 Prozent der Eltern lassen ihr Kind 25 Stunden pro Woche betreuen. Darüber hinaus wird aktuell ein neues Konzept erarbeitet, wie die Randzeitenbetreuung in Aachens Kitas weiterentwickelt und vorangetrieben werden kann. Ziel ist laut Kitabedarfsplan, dass in möglichst allen Sozialräumen ein bedarfsgerechtes Angebot für Eltern vorgehalten wird, die für ihre Kinder außerhalb der regulären Kita-Öffnungszeiten (eine Betreuung suchen.

Wie sieht die langfristige Planung aus?

Auf die Stadt kommt noch einiges zu. In den nächsten fünf Jahren müssen nach Berechnungen der Verwaltung 84 weitere Kita-Gruppen geschaffen werden, um insbesondere den U3-Bedarf zu decken. Dafür müssen 220 neue Erzieherstellen besetzt werden.

Gibt es denn überhaupt so viele Erzieher?

Aktuell leider nicht. Die Personalsituation im Erziehungsbereich bleibt problematisch. Zurzeit sind allein in den städtischen Kitas 35 von rund 700 Vollstellen unbesetzt, wie das Presseamt mitteilt. Da darin auch Teilzeitstellen enthalten sind, verteilen sich diese Stellen auf mehr Köpfe. Die Stadt will Bewerber mit einem Bündel an Maßnahmen nach Aachen locken, unter anderem mit unbefristeten Verträgen. Zudem sollen Berufspraktikanten bei entsprechender Eignung Übernahmegarantien erhalten und die Anzahl der Azubis soll erhöht werden.

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