Aachen - 104 Porträts zeichnen ein Bild der Euregio

104 Porträts zeichnen ein Bild der Euregio

Von: Kathrin Albrecht
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Großer Andrang in der Nadelfa
Großer Andrang in der Nadelfabrik: Jutta Melchers und Marco Rose haben dort am Wochenende ihre Foto-Ausstellung „52 Wochen” eröffnet. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ein Interview brachte sie zusammen - der Aachener Journalist Marco Rose befragte die Fotografin und Galeristin Jutta Melchers vor gut einem Jahr zu einer Ausstellung in Herzogenrath.

„Wir sprachen bald auch über andere Projekte und über Ideen, die uns schon längere Zeit durch den Kopf gingen”, erinnert sich Marco Rose an dieses Treffen.

Ein Jahr unterwegs

Und bald beschlossen die beiden, beruflich gemeinsame Sache zu machen. Ein Jahr lang, von Sommer 2011 bis Sommer 2012, bereisten die beiden die Euregio Maas-Rhein auf der Suche nach Menschen, die in dieser Region leben, die von ihr geprägt sind und die die Region prägen. Die Porträts und Geschichten, die die beiden dabei gesammelt haben, sind nicht nur Anfang November in einem Buch mit dem Titel „52 Wochen” erschienen, die 104 Porträts sind im Rahmen einer gleichnamigen Ausstellung jetzt auch in der Nadelfabrik zu sehen. Die Marathonläuferin aus Düren, der Whiskybrenner aus Raeren, die Filmproduzentin aus Lüttich, der Imam aus Monschau - sie alle zeigen ein vielfältiges Bild der Euregio.

Rose und Melchers fotografierten die Protagonisten an ihren Arbeitsplätzen oder an Orten, die ihnen etwas bedeuteten. Wie Franz Lürken, der ein letztes Mal seinen Heimatort besuchte und der bald Opfer des Braunkohletagebaus sein wird. Oder Nicole Derberg aus Limbourg, die dort jahrzehntelang ein Café geführt hat und sich jetzt nicht davon trennen kann. Starke, intensive Aufnahmen sind über dieses Jahr entstanden. Für die beiden Fotografen war das Projekt selbst eine spannende Reise in die Region. „Man kommt den Menschen sehr nahe”, erzählt Jutta Melchers. Die Arbeit an dem Projekt bedeutete für beide oft auch eine persönliche Herausforderung. Ausgerechnet für ihren ersten Fototermin mit der Schornsteinfegerin Yvonne Labudde musste Jutta Melchers aufs Dach steigen - trotz Höhenangst. „Ich wollte bewusst mit Yvonne beginnen, weil ich dachte, es bringt dem Projekt Glück”, so Melchers.

Auf Promis haben die beiden - abgesehen von TV-Star Diane Willems und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz - weitgehend verzichtet. „Wir hatten schon unsere Ideen”, so Jutta Melchers, „aber die Menschen zu finden, erforderte doch einiges an Recherche.” „Bei unserer Arbeit ergaben sich aber auch einige interessante Querverbindungen”, erzählt Marco Rose. „So haben wir herausgefunden, dass Werner Janssen, der Intendant der Euriade, der Deutschlehrer von Reg van Loo gewesen ist. Das hat mir gezeigt, dass die Welt doch ein Dorf ist, und hier ist sie das im Besonderen.”

Viele der Protagonisten waren am Wochenende bei der Vernissage mit dabei, zu der der Sponsor Regio IT eingeladen hatte und die durch Bürgermeisterin Margrethe Schmeer und Professor Wolfgang Becker, dem ehemaligem Leiter des Ludwig Forums, eröffnet wurde. Auch die 22-jährige Saskia Jansen war darunter. Die Buchhalterin ist ein Fan der japanischen Manga- und Cosplay-Kultur. Marco Rose porträtierte sie in ihrem selbst geschneiderten Sweet-Lolita-Kostüm.

Jeder Moment in Erinnerung

„Ich habe schon etwas überlegt, ob ich mitmache,” erzählt sie, aber dann fand sie es spannend, Teil dieser Geschichte zu sein. „An jeden Moment dieses Projektes kann ich mich erinnern”, erzählt Jutta Melchers am Abend der Vernissage. In diesem Moment empfindet sie Erleichterung und Dankbarkeit, dass das Projekt nun flügge geworden ist.

„52 Wochen”: Fotoarbeiten sind in dieser Woche auch in der Citykirche zu sehen

Die Ausstellung „52 Wochen” ist in der Nadelfabrik bis zum 14. Dezember freitags und samstags in der Zeit von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen.

Darüber hinaus sind die Fotoarbeiten im Rahmen einer Präsentation auf einer Großbildleinwand in der Aachener Citykirche St. Nikolaus an der Großkölnstraße ausgestellt. Bis zum 25. November ist die Präsentation montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 19 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 20 Uhr zu sehen.
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