Aachen - 100 Jahre Bachverein: Gottesdienst zum Jubiläum

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100 Jahre Bachverein: Gottesdienst zum Jubiläum

Von: Gerhard W. Kluth
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Begeisterte auch diesmal das Publikum: Der 100. Geburtstag des Bachvereins wurde mit einem Gottesdienst gefeiert. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Einhundert Jahre Aachener Bachverein. Das muss gefeiert werden. In drei Konzerten hat der Chor dies im Laufe des Jahres schon getan. Aber der Bachverein ist fest verbunden mit der Annakirche und der evangelischen Kirchengemeinde Aachen. Von daher ist es nur natürlich, dass das Jubiläum auch mit einem festlichen Gottesdienst begangen wurde. Natürlich mit viel Musik des Namenspatrons.

Kein Platz blieb in der Annakirche frei. Einige Gottesdienstbesucher mussten sogar mit Stehplätzen vorlieb nehmen, als der Chor und das Anna-Orchester mit dem Eingangschor zur Kantate „Nun komm, der Heiden Heiland“, BWV 62, die Liturgie eröffneten.

Ganz zentral stand in dieser Feier die Musik, die oftmals einen „Kontakt zu den existenziellen Fragen des Lebens herstellen kann“. Dies sagte Dr. Martin Evang, Landespfarrer in der rheinischen Landeskirche und dort zuständig für der Bereich Gottesdienst und Kirchenmusik. Er war als Gastprediger nach Aachen gekommen und überbrachte die Glückwünsche der Landeskirche an den Jubilar.

„Erhöre das Lallen“

In seiner Predigt bescheinigte er dem Bachverein, dass er oftmals „in der Lage ist mit seinem Gesang bis an die Sterne zu reichen“. Immer wieder bezog sich Evang auf Textstellen aus Bachschen Kompositionen, etwa auf das Weihnachtsoratorium, in dem es heißt „Schöpfer des Himmels, erhöre das Lallen“. Dies sei, wenn der Bachverein es singe, kein „Fishing for Compliments“. Vielmehr fordere es bei aller Qualität, die die Musik habe, zur Demut auf. Und manchmal wäre ja auch ein Bachverein ein wenig indisponiert. Er könne sich trotzdem darauf verlassen, dass seine Musik die himmlischen Sphären erreiche.

Pfarrerin Sylvia Engels, die den Gottesdienst leitete, wies bei ihren Glückwünschen unter anderem darauf hin, dass der Bachverein auch eine starke ökumenische Komponente habe und sich in ihm Menschen beider großer Konfessionen zum Musizieren zusammen finden würden.

Lang anhaltender Beifall

Kantor Georg Hage hatte für den Gottesdienst die Kantate „Schwingt freudig euch empor“, BWV 36, einstudiert. Eine der wenigen Kompositionen, die Bach für die Adventszeit hinterlassen hat. Neben seinem Chor und seinem Orchester standen ihm bei der Ausführung die Sopranistin Andrea Nübel, Altus Harald Maiers, der Tenor Patricio Arroyo sowie Fabio Lesuisse als Bass zur Seite. Den Orgelpart hatte Hages Vorgänger als Anna-Kantor, Kirchenmusikdirektor Wolfgang Karius, übernommen. Wie auch in den Jubiläumskonzerten zeigten sich vor allem Chor und Orchester in Bestform, was nach dem Gottesdienst für einen lang anhaltenden Beifall sorgte.

Den nächsten musikalischen Gottesdienst in der Annakirche gibt es am kommenden Sonntag, dem vierten Advent. Unter Leitung von Georg Hage wird die „Missa Rorate coeli de super“ von Joseph Haydn aufgeführt.

Da dieser Gottesdienst vom Deutschlandfunk übertragen wird, beginnt er bereits um 10 Uhr. Der Einlass in die Kirche endet um 9 Uhr 45.

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