100 Altkleidercontainer: Das Los hat entschieden

Von: stm
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Karitative Organisationen blicken in die Röhre: Per Losentscheid sind 100 Standorte für Altkleidercontainer auf städtischen Flächen an die Deutschen Textilrecycling-Werke vergeben worden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das kommt nicht alle Tage vor: Losglück musste am Dienstag haben, wer künftig an 100 Standorten im gesamten Stadtgebiet Altkleidercontainer aufstellen will. Denn diese Standorte wurden am Dienstag tatsächlich von der Stadt per Losentscheid vergeben.

Acht Unternehmen beziehungsweise Verbände kamen als Antragsteller in die Lostrommel, ein neunter Interessent wurde laut Stadt aussortiert, weil er die Anforderungen nicht erfüllte. Als „Glücksfee“ fungierte Dr. Andrea Kühl, ihres Zeichens Justiziarin bei der Stadt. Sie zog die Deutschen Textilrecycling-Werke aus dem hessischen Burgwald aus dem Lostopf, die nun am 1. Januar in Aachen mit besagter „Sondernutzungserlaubnis“ für die 100 Standorte loslegen können.

Der Stadtrat hatte sich im September für die neue Regelung in Sachen Altkleidercontainer entschieden. Die soll für mehr Sauberkeit und ein einheitliches Bild sorgen. Als Voraussetzung für eine Bewerbung mussten die Interessenten zusagen, alle 100 Standorte auch tatsächlich zu nutzen. Zudem müssen die Container regelmäßig geleert werden. Auf Anforderung müsse das Unternehmen innerhalb von 24 Stunden für Sauberkeit sorgen. „Wir werden genau prüfen, ob die Bedingungen in der Praxis auch eingehalten werden“, erklärte Heike Ernst, Leiterin der Abteilung Straßenverkehr und Sondernutzungen im Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen. Der Zuschlag ist zunächst auf ein Jahr befristet.

Zur Verlosung waren Vertreter einiger Interessenten persönlich gekommen. Zunächst wurden die Namen der Teilnehmer auf Karten geschrieben, diese dann in Umschläge gesteckt und in einer Box gemischt, bevor gelost wurde. „Die Neuregelung wurde geschaffen, um die Probleme, die es in der Vergangenheit gegeben hat, zu beseitigen. Die von Antragstellern ausgewählten Standorte mussten bislang jeweils einzeln geprüft und genehmigt werden, mehrere Ansprechpartner erschwerten die Gewährleistung der Sauberkeit an den Containern“, heißt es seitens der Stadt. Die zuvor bestehende Beschränkung auf karitative Organisationen sei mit rechtlichen Unsicherheiten behaftet gewesen.

Für besagte karitative Organisationen allerdings stellte die Altkleidersammlung bislang ein wichtiges Standbein dar, dass nun zumindest auf städtischen Flächen entfällt. Das Losverfahren war zudem vom Deutschen Roten Kreuz scharf kritisiert worden. Zum Beispiel auch deswegen, weil es bei der Versorgung mit Textilien für Flüchtlinge zu Engpässen kommen könnte. Das weist die Stadt zurück: „Die Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger an den sieben Kleiderkammern ist nach wie vor sehr groß und die Versorgung gut“, sagt Caroline Noerenberg, die in der Verwaltung die Flüchtlingshilfe koordiniert. Viele Menschen würden gezielt diese Sammelstellen aufsuchen, um Flüchtlingen nicht mehr benötigte Kleidung zur Verfügung zu stellen.

Verwaltung und Politik hatten sich auf ein Standortkonzept verständigt, dass allen Antragstellern offensteht, die bestimmte Kriterien erfüllen – auch gewerblichen Unternehmen. Ein solches stellt der jetzige Sieger dar. Die Deutschen Textilrecycling-Werke unterhalten nach eigenen Angaben 12 000 Containerstandorte und haben elf Niederlassungen, unter anderem in Köln.

Unabhängig von den 100 Standorten auf städtischen Flächen dürfen weiterhin Altkleidercontainer auf Privatgrundstücken – etwa auf Supermarktparkplätzen – aufgestellt werden. Die Container müssen dann jedoch auch von diesem Grundstück aus zu befüllen sein. In diese Richtung werden sich jetzt die karitativen Organisationen orientieren müssen.

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