1. Aachener Berufsparcours: 400 Schüler testen Ausbildungsberufe

Von: Annika Kasties
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Den ersten Aachener Berufsparcours prima bewältigt: In der David-Hansemann-Schule hatten die Schülerinnen und Schüler reichlich Gelegenheit, diverse Jobs kennenzulernen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Noch weiß Kirsten nicht genau, wie es nach der Schule weitergehen soll. Etwas Handwerkliches vielleicht, Schreinerin oder Restaurateurin. Mit der Packmittelindustrie kann sich die Neuntklässlerin beim ersten Aachener Berufsparcours jedenfalls nicht wirklich anfreunden. Mit über 340 Ausbildungsberufen in Deutschland gleicht die Wahl für den richtigen Beruf oft einem Labyrinth.

„Die Schüler kennen von den Ausbildungsberufen vielleicht die Top 10“, gibt Dr. Heike Huneke von der Landesvereinigung der Unternehmerverbände NRW zu bedenken. Um den Jugendlichen die Berufsentscheidung zu erleichtern, versammelte der Aachener Arbeitgeberverband VUV in Kooperation mit dem Technikzentrum Minden-Lübbecke und dem Landesverband der Metall- und Elektroindustrie „metallNRW“ zum ersten Mal in Aachen bei einem Berufsparcours elf Berufe unter einem Dach. In der Aula der David-Hansemann-Schule gaben neun Unternehmen der Städteregion einen Vormittag lang rund 400 Schülern Einblicke in ihre Tätigkeitsfelder. Dabei sollten die Schüler vor allem selbst tätig werden. Jeweils zehn Minuten pro Stand testeten sie anhand typischer Aufgaben ihre Begabung.

Entdecken, was Spaß macht

„Hier geht es nicht darum, Unternehmen zu bewerben“, betonte Karin Ressel vom Technikzentrum Minden-Lübbecke als Initiatorin des Berufsparcours. „Es geht darum, Talente der Jugendlichen zu entdecken und zu sehen, was ihnen Spaß macht.“ Oder aber auchherauszufinden, was ihnen weniger Spaß macht. Noch immer bemüht sich Kirsten, acht Geschirrtücher so in einer Dose zu verstauen, dass der Deckel mindestens zehn Sekunden hält. Bisher sind es sechs Tücher. Und es wird eng. Das Urteil der Schülerin fällt eindeutig aus. Auf ihrem blauen Zettel, auf dem die getesteten Berufe notiert und benotet werden, bewertet sie die Packmittelindustrie mit einer fünf. Die Übung am Stand der Verfahrensmechanik habe ihr mehr Spaß gemacht.

Doch beim Berufsparcours fanden auch erfolgreiche Vermittlungen statt. Drei Meter weiter kreuzt Velat auf seinem Zettel das Feld für die Bestnote an. Die Übung für den Beruf des technischen Produktdesigners gefiel ihm „Das hat Spaß gemacht. Ich soll sogar für ein Praktikum vorbeikommen.“ Mustafa Yaman von der Firma Aker Wirth ist mit Velats 3D-Zeichnung zufrieden. Den Berufsparcours hält er für eine sehr gute Gelegenheit, um Schüler und Betriebe zusammenzubringen. „Ich habe hier schon einige Rohdiamanten entdeckt“, erzählt der Ausbildungsleiter. Von diesen Schülern habe er sich die Kontaktdaten geben lassen. „Die werden wir zu einem Schnupperpraktikum einladen.“

Meister an der Krawatte nehmen

Die Möglichkeit, ganz praktisch in Berufe reinzuschnuppern und mit Ausbildern und Azubis ins Gespräch zu kommen, wurde von den Schülern durchweg positiv aufgenommen. Michael Mahr, Vorstandsvorsitzender der VUV Aachen und Schirmherr des Berufsparcours‘, lobt den direkten Dialog zwischen Schülern und Betrieben. „Wann hat man denn schon die Möglichkeit, in eine Firma zu gehen, den Meister an der Krawatte zu nehmen und zu fragen: ‚Wie läuft das denn hier?‘“

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