Verdis «Maskenball»: Szenisch gefällig, musikalisch volle Pulle
Aachen. Nein, von Intendantenbonus zu sprechen, wäre nun wirklich unangebracht. Wenn das Aachener Publikum seinem Intendanten (und dem Ensemble) nach der Premiere von Verdis «Ein Maskenball» mit stehenden Ovationen für seine überhaupt erste Regiearbeit huldigt, so gilt das sicher auch Michael Schmitz-Aufterbecks Fähigkeit, seinen Mitarbeitern auf und hinter der Bühne wie seinen Kunden im Parkett gefällig zu sein.
Stadt reduziert die Flächen für neue Windräder
Aachen. Wo werden im Stadtgebiet künftig neue Windräder umweltfreundlich Strom erzeugen oder - je nach Blickwinkel und Betroffenheit des Betrachters - die Landschaft verschandeln? Seit geraumer Zeit beschäftigt diese Frage Verwaltungsfachleute, Gutachter und Politiker und sorgt vor Ort in der Regel für hitzige Debatten und nicht selten für die Gründung neuer Bürgerinitiativen.
Laschet unterstützt «Initiative für Wertschätzung»
Aachen/Düsseldorf. Bundesweit 260 Betriebe gehen mit der «Initiative für Wertschätzung» neue Wege. Die Idee: Schüler, Lehrer und Mitarbeiter sollen auf einem Kärtchen «Ich mag an Dir» aufschreiben, was ihnen am Anderen gefällt.
Städteregion: Drei Experten sollen prima Klima schaffen
Aachen. Menschen, die für ein gutes Klima in der Städteregion sorgen, kann Städteregionsrat Helmut Etschenberg gut gebrauchen.
Wenn das Zuhause kein Hort der Liebe ist
Aachen. Oft aus Scham verschwiegen oder verharmlost wird, wenn in Familien Mütter oder Kinder Gewalt erfahren. Die Betroffenen warten oft sehr lange, ehe sie häusliche Gewaltanwendungen öffentlich machen.
Bilal-Moschee ist jetzt Aachener Denkmal
Aachen. Wer hätte das gedacht? Die Bilal-Moschee an der Professor-Pirlet-Straße wurde nun in die Liste der Aachener Baudenkmäler eingetragen. Der Betonbau gilt als prägendes euroislamisches Bauwerk der Moderne.
Jung und betrunken: Zahl der Gewalttäter explodiert
Von Robert Esser | 30.07.2009, 17:53
2007 zählte die Polizei insgesamt 1928 Gewaltdelikte. 858 davon schreiben die Ermittler Tätern unter 21 Jahren zu: Kindern, Jugendlichen, Heranwachsenden. 117 dieser Gewalttäter waren bei der Tat betrunken, was einer Alkoholeinwirkung bei 14 Prozent der Taten entspricht. Im Folgejahr stieg diese Quote nach 174 Gewalttaten auf über 21 Prozent.
Aber auch die Gesamtzahl der Gewalttaten unter Alkoholeinfluss (inklusive der Täter ab 21 Jahre) wuchs von 394 auf 507. Indes stieg die Gewalttäterzahl (inklusive nüchterner Tatverdächtiger) nur leicht von 1928 auf 2037. Fazit: Der Anteil alkoholisierter Gewalttäter sprang von 20,5 auf knapp 25 Prozent.
Deutlicher formuliert: 2007 stand in Stadt und Kreis Aachen - altersunabhängig - jeder fünfte Gewalttäter unter Alkoholeinfluss. Aber 2008 war bereits jeder vierte Gewalttäter nachweislich angetrunken oder extrem besoffen. Oberstaatsanwalt Robert Deller bestätigt: «Wir verzeichnen in der Tat ziemlich viele Verfahren mit Beschuldigten, die zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss standen.»
Zum Hintergrund: Seit 2007 ermöglichen gelockerte Ladenschlussbestimmungen in Nordrhein-Westfalen Alkoholverkauf rund um die Uhr. Seitdem gibt es auch in Aachen mehr Nacht-Kioske, die sich auf den Verkauf billiger Alkoholika spezialisiert haben. Nach Recherchen der Aachener Zeitung über ausufernde Besäufnisse auf offener Straße im Pontviertel hatte - neben anderen - Dirk Deutz, Chef des hiesigen Hotel- und Gaststättenverbandes, ein maßgeschneidertes Flaschenverbot in Wochenendnächten gefordert, um den Alkoholverkauf an Kiosken und Imbissbuden einzudämmen.
Ein weitergehendes Alkoholverbot, das in Freiburg über anderthalb Jahre die Kriminalitätsrate spürbar gesenkt hatte, wurde diese Woche vom Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg gekippt. Das Aachener Ordnungsamt überlegt nun, wie man hohe Einsatzzahlen an «Trinker-Ecken» senken kann. Amtsleiter Detlev Fröhlke nennt Beispiele: «Uns beschäftigt neben dem Pontviertel der Frankenberger Park, die Kuckhoffstraße, Hermann-Heusch-
Auch Polizeisprecher Völker betont, dass nicht nur die Pontschiene Schauplatz vieler Gewaltdelikte ist. «Zudem sammelt die Statistik nicht nur Straßengewalt, sondern sämtliche Gewalttaten.» An dem steigenden Anteil alkoholbedingter Straften ändert dies freilich nichts.
Außerdem gibt es bereits örtlich und zeitlich befristete Alkoholverbote in Aachen. Auf Anraten der Polizei verzichte die Alemannia bei «Sicherheitsspielen» am Tivoli auf Alkoholausschank, erklärt Alemannia-Sprecher Thorsten Pracht. Zuletzt seien Begegnungen mit Duisburg und Oberhausen - um Ausschreitungen vorzubeugen - entsprechend eingestuft worden, erklärt Polizeisprecher Völker.
Tankstellen-Anlieger und Gaststätten in der Soers schränkten dann auf Anraten der Stadt ihren Alkoholverkauf ein, heißt es. Schlupflöcher bleiben trotzdem rund um die Uhr: Neben Kiosken bieten Autobahnraststätten und Tankstellen in Stadt und Kreis Aachen Alkohol rund um die Uhr.
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