Schäuble beeindruckt, wie Aachen das europäische Erbe pflegt
Aachen. Der «typische Aachener Sommer» – kalt, windig, mal Schauer, mal Sonne – konnte der Laune keinen Abbruch tun. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat diesen Tag in Aachen genossen. Der designierte Karlspreisträger 2012 geriet am Abend sogar ins Schwärmen.
«Pro NRW»-Chef als Polizeibeamter suspendiert
Aachen. Der Chef des Aachener Kreisverbands und Vizevorsitzende des Landesverbands von «Pro NRW», Polizeihauptkommissar Wolfgang Palm, ist vom Aachener Polizeipräsidenten Klaus Oelze mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert worden.
Drogenschmuggler verschluckt «Bubbles» mit Heroin
Aachen. Die Polizei hat am Dienstagnachmittag zwei Drogenschmuggler an der deutsch-niederländischen Grenze festgenommen. Als die Brüder von der Polizei angehalten wurden, schluckte einer von ihnen mehrere so genannte «Bubbles» voller Heroin.
Auto mit Farbpatrone beschossen: Polizei sucht Zeugen
Aachen. Die Polizei sucht nach Zeugen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr von Dienstagabend auf dem Boxgraben.
Aachen. Bei der Suche nach einem neuen Ordensritter wider den tierischen Ernst hat der Aachener Karnevalsverein (AKV) jetzt zum zweiten Mal einen Korb von SPD-Spitzenpolitiker Martin Schulz kassiert.
Karls Jubiläumsjahr: Stadt sucht händeringend Sponsoren
Aachen. Wenn sich die Honoratioren aus Stadt, Staat und Kontinent zur Karlspreisverleihung im Krönungssaal zusammenfinden, um die Zukunft Europas in den Blick zu nehmen, wird dabei zumindest am Rande auch ein Großprojekt erörtert, das an gleicher Stelle die Perspektive vor allem auf die kulturhistorischen Wurzeln des Abendlandes richtet.
Zum «Aufwärmen» ab in die Eissporthalle
Von Robert Baumann | 07.02.2012, 19:33
Temperaturen von bis zu minus 13 Grad in Aachen, nachts sogar bis zu minus 20 Grad - für Peltzer ist die Kälte kein Problem, ganz im Gegenteil: «Die Zahl der Reparaturen ist seit dem Kälteeinbruch deutlich gestiegen und kurbelt das Geschäft an, zum Leidwesen der Kunden», sagt Peltzer. Viele Autofahrer haben auch Probleme mit der eingefrorenen Scheibenwischanlage. Dann helfe häufig schon ein einfacher Wasserkocher, erklärt Peltzer.
«Einfach das 70 Grad heiße Wasser in die Anlage kippen, bis das Eis geschmolzen ist, und anschließend am besten mit purem Frostschutzmittel auffüllen», rät der Fachmann. Bei eingefrorenen Spritzdüsen helfe es aber meistens nur den Wagen ein paar Stunden in die Garage zu stellen.
Dass die Kälte den Fahrzeugen schwer zu schaffen macht, beweist auch die Statistik. So vermeldet der ADAC für den vergangenen Freitag allein im Großraum Aachen 601 kältebedingte Pannen. Normal für einen Wintertag seien 280 Pannen, erklärt ADAC-Pressesprecherin Jacqueline Grünewald. «Am häufigsten werden wir für Starthilfen gerufen. Probleme sind eingefrorene Kühler, Handbremsen oder die Batterien versagen.» Der ADAC empfiehlt daher, den Ladezustand der Autobatterie regelmäßig zu überprüfen.
In der Eissporthalle an der Krefelder Straße herrschen deutlich angenehmere Temperaturen als unter freiem Himmel. «Hier sind es zwei Grad plus, da kann man sich schonmal aufwärmen», sagt Geschäftsführer Sascha Kullen mit einem Lächeln. Die Kälteanlage in der Halle läuft derzeit nur mit 30 Prozent der vollen Leistung, normalerweise sind es 80 Prozent. «Wir müssen die Anlage auch nur ein bis zwei Stunden laufen lassen, anstelle von acht Stunden, das reicht völlig aus», erklärt er.
Im Gegensatz zum bedenkenlosen Schlittschuhlaufen in der Eissporthalle rät die Stadt Aachen von dieser sportlichen Betätigung auf zugefrorenen Teichen dringend ab. Erst Eisdicken von mindestens 15 Zentimetern gelten als sicher, bei Bächen und Flüssen sind es 20 Zentimeter. Das Betreten geschieht auf eigene Gefahr.
Temperaturen wie in der Eissporthalle kann sich Olaf M. (Name geändert) nur wünschen. Mit drei Decken eng an eine Wand gelehnt, bibbert der Obdachlose auf einer Treppenstufe am Münsterplatz. Mit drei Paar Socken, einer langen Unterhose und zwei Jacken schützt er sich gegen die Eiseskälte. «Am schlimmsten ist es an Fingern und Füßen», sagt er und wärmt seine Hände an einem Becher Kaffee. «Ab und zu kriege ich von Passanten ein warmes Getränk - dafür bin ich sehr dankbar.»
Die Nacht verbringt Olaf M. bei einem Bekannten. Eine Alternative wären auch die Notunterkünfte vom Café Plattform. Rund 20 Schlafplätze stellt die Einrichtung Wohnungslosen zur Verfügung. «Wir sind immer restlos belegt. Bei dieser Kälte stellen wir zusätzlich Notbetten bereit, um alle zu versorgen», erklärt David Berchtenbreiter aus dem Sozialteam des Cafés. Nachmittags bietet die Einrichtung warmes Essen für rund 1,50 Euro und Getränke an.
Das ein oder andere warme Getränk kriegt auch Postbote David Plumhanns an der Haustür angeboten. «Dafür bleibt aber kaum Zeit», erklärt der 27-Jährige. Dick verpackt mit einer speziellen Winterhose und Fleecejacke der Post ist er fünf Stunden an der frischen Luft. «Wir haben eine gute Ausrüstung und man muss sich einfach schneller bewegen.» Auf Handschuhe verzichtet er. «Das funktioniert beim Sortieren und Austeilen der Briefe nicht. Die Hände leiden durch die Kälte aber sehr und ich creme sie jeden Abend ein», sagt Plumhanns.
Für manchen Aachener Bürger kann es aber anscheinend gar nicht kalt genug sein. «Wahre Eisliebhaber kennen keine Frosttemperaturen», sagt Keziban Erdem, Mitarbeiterin im Eiscafe Dolomiti in Burtscheid. «Sobald die Sonne scheint, kommen viele Eis essen. Am besten laufen die Klassiker Schokolade und Vanille», beobachtet Erdem.
Der Kälte trotzen muss notgedrungen auch Vorarbeiter Besim Blenishte und seine Kollegen. Sie arbeiten sechs Stunden auf der Baustelle an der Vaalser Straße. «Alle anderen Baustellen von uns sind stillgelegt. Dort kann erst wieder ab Null Grad mit Beton gearbeitet werden. Wir verlegen hier aber nur eine Eisenkonstruktion.»
Um vier statt normalerweise sechs Uhr machen er und seine Mitarbeiter Feierabend. «Es ist einfach viel zu kalt», sagt Blenishte und gönnt sich einen letzten wärmenden Kaffee im blauen Baucontainer.
Unterdessen haben auch die Feuerwehr und die Stawag einiges zu tun und müssen in der klirrenden Kälte Einsätze fahren, die genau mit dieser Kälte zu tun haben. Am Dienstag kapitulierten gleich reihenweise Wasserrohre vor der Kälte und platzten auf. So bot sich an der vielbefahrenen Kreuzung Prager Ring/Berliner Ring/Jülicher Straße ein skurriles Bild: Aus etlichen Löchern im Asphalt sprudelte eine braune Brühe. Nachdem die Leitung still gelegt war, mussten Bagger anrücken. Fast gleichzeitig machte eine Leitung an der Eilendorfer Josefstraße schlapp.
Und am frühen Abend gab es einen kapitalen Schaden an einer Wasserleitung am Lindenweg in Haaren. Dort musste die Feuerwehr mehrere Pumpen einsetzen, weil ein Wohnhaus heftig geflutet wurde.
Und so dürfte es denn auch in den kommenden Tagen weitergehen. Die Kälte hat auch Aachen weiter im Griff. Zwar wird es laut Prognose tagsüber ein kleines bisschen «wärmer». Nachts aber sackt das Thermometer weiter auf knackige Minusgrade – teils im zweistelligen Bereich – ab.
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