Hälfte der Hauptschulen wird geschlossen

Von Stephan Mohne | 02.09.2010, 08:30

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Aachen. Weniger Schüler, weniger Schulen. Auf diese einfache Formel lässt sich die Notwendigkeit der Schulplanungen für die Zukunft bringen. Alles andere als einfach war allerdings die Aufgabe der Ratspolitiker. Schließlich müssen sie entscheiden, welche Schule denn nun tatsächlich geschlossen wird.
CDU, SPD und Grüne haben nun am Mittwoch nach monatelanger Vorarbeit ihre Ideen auf den Tisch gelegt. Noch, so wurde betont, sind es Vorschläge. Doch schon im Dezember sollen die Entscheidungen fallen - denn schon zum kommenden Schuljahr sollen die Pläne in die Tat umgesetzt werden.

Zum Beispiel jener, dass drei von sechs Aachener Hauptschulen geschlossen werden sollen - die Hauptschule Eilendorf, die Hauptschule Kronenberg und die katholische Klaus-Hemmerle-Schule Franzstraße. Das Ganze soll «auslaufend» geschehen. Die heutigen Schüler sollen noch ihre Abschlüsse unter dem Wappen der jeweiligen Schule machen. Möglicherweise werden sie schon vorher in andere Schulgebäude umziehen.

Schulen zusammengeführt

Denn die zur Schließung anstehenden Hauptschulen sollen mit den noch verbleibenden «zusammengeführt» werden: die Hauptschule Eilendorf mit Drimborn oder Aretzstraße, Kronenberg und Franzstraße mit Burtscheid. Wobei die schulpolitischen Sprecher Ulla Griepentrog (Grüne), Wolfgang Boenke (CDU) und Matthias Dopatka (SPD) erklärten, dass die einzelnen Stärken der Schulen nach Möglichkeit erhalten und «mitgenommen» werden sollen.

Dass an einer Schließung kein Weg vorbeigehe, unterstrichen die Fraktionschefs Harald Baal (CDU), Heiner Höfken (SPD) und Michael Rau (Grüne). In fünf der sechs Hauptschulen gebe es Anmeldezahlen, die gerade einmal für eine Eingangsklasse reichten - zuletzt zwischen 14 und knapp über 20. Das sei «pädagogisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll». Auch werde die Schulaufsicht beim RP das auf längere Sicht nicht dulden. Es müsse gehandelt werden.

Für die jetzigen Pläne habe es in den drei Fraktionen am Montag «breite Mehrheiten» gegeben, so Rau. Wolfgang Boenke betonte, man habe bis zum jetzigen Zeitpunkt etliche Gespräche geführt. Etliche werden allerdings noch zu führen sein, wie es zum Beispiel Helga Pennartz, Leiterin der Schule am Kronenberg sagt. «Es sind noch viele Fragen im offenen Dialog zwischen Schule, Schulträger und Politik zu klären.»

Ganz anders als bei den Hauptschulen sieht es bei den Gesamtschulen aus. Zuletzt mussten an den drei bestehenden Einrichtungen 180 potenzielle neue Schüler abgewiesen werden. Wie berichtet, soll der Mangel durch eine neue Gesamtschule auf dem Kronenberg behoben werden. Nicht zuletzt deswegen bekundete die SPD, in der jetzigen politischen Dreierkonstellation «gerne dabei» zu sein (Höfken).

Vorraussetzung wird sein, dass sich für diese Schule mindestens 112 Kinder anmelden. Sie soll dann mit vier Eingangsklassen und im Ganztagsbetrieb schon zum nächsten Schuljahr starten. Das aber könnte Auswirkungen auf den Realschulbereich haben. Die «auslaufende Schließung» einer der vier Realschulen - ebenfalls zum kommenden Schuljahr - könne die Konsequenz sein, hieß es.
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