Bluttat in Burtscheid: 29-Jähriger schweigt

(os) | 12.03.2010, 17:54

Aachen. Die Tat löste im vergangenen September große Fassungslosigkeit und Entsetzen aus: Am helllichten Tag hatte ein Mann den Schlecker-Markt in der Burtscheider Fußgängerzone Kapellenstraße betreten, sofort auf eine Angestellte eingestochen, diese lebensgefährlich verletzt und war mit dem Tresorinhalt geflohen.
Zahlreiche Passanten wurden Zeugen des brutalen Überfalls, der auch auf offener Straße noch dramatische Szenen nach sich zog.

Denn eine Kundin, der der Täter laut Staatsanwaltschaft mit dem Messergriff ebenfalls Schläge gegen Hüfte und Hand versetzt hatte, nahm dennoch die Verfolgung auf und schaffte es, dem mit einem Fleischermesser und einer Pistole bewaffneten Mann ein Bein zu stellen, wodurch beide zu Fall kamen. Dann jedoch habe der Täter seine Schusswaffe gezogen und die Frau bedroht, wodurch ihm die Flucht gelang, so das Ermittlungsergebnis der Polizei.

Zunächst verlor sich danach die Spur des Mannes, doch eine Woche nach der Tat wurde der 29-Jährige, nach dem mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet wurde, in Belgien festgenommen. Vermutlich schon bald wird er in Aachen vor Gericht stehen. Denn die Staatsanwaltschaft hat jetzt Anklage erhoben. Sie wirft dem Mann, der Ende Dezember an die Bundesrepublik ausgeliefert wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt, versuchten Mord, schweren Raub, gefährliche Körperverletzung und Nötigung vor. Der 29-Jährige, der in Brüssel lebt und in Deutschland laut Staatsanwaltschaft schon mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, schweigt bislang zu den Vorwürfen und den näheren Umständen der Tat, bei der 6000 Euro erbeutet wurden.

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts ist zurzeit mit der Entscheidung über die Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens befasst. Bei Zulassung der Anklage sei in Kürze mit einer Verhandlung des Falles vor Gericht zu rechnen, heißt es.