Bürgerinitiative: Forster kämpfen um den Erhalt ihrer Kapelle

Von Jutta Katsaitis-Schmitz | 11.03.2010, 17:11

Forst. «Wenn uns unsere Friedhofskapelle genommen wird, wird uns auch ein Stück Heimat genommen und die Möglichkeit, würdig von lieben Menschen, Freunden und Nachbarn Abschied nehmen zu können», erklärt Walter Schmitz besorgt.
Sei 25 Jahren gehört er dem Kirchenvorstand von St. Katharina Forst an. Jetzt engagiert er sich mit seinen Erfahrungen auch in der Forster Bürgerinitiative zur Erhaltung der dortigen Friedhofskapelle. Diese wurde um 1800 herum erbaut. Hermann Heitmann, ein über Jahrzehnte für Forst engagierter Politiker und Bürger, fand hier im August 2008 seine letzte Ruhestätte.

Er aber war der Erste, dessen Sarg nicht mehr in der Kapelle aufgebahrt werden durfte. Das Dach der Kapelle ist dick bemoost, die Regenrinne seit Jahren verstopft, das Gebälk angefault, und die Wände sind mit Löchern durchsetzt. Ein erster Ortstermin mit der Stadt kam im Januar 2009 zustande. Im Ergebnis anschließender Untersuchungen der Bausubstanz entschied die Stadt, zunächst den hinteren Teil, in dem stets die Särge aufgebahrt wurden, abzureißen.

Den vorderen Teil will nun die Bürgerinitiative durch Eigenleistungen erhalten, da die Stadt sparen muss. Es gibt bereits konkrete Vorstellungen, wie die Sanierung ablaufen soll. Auch ein Spendenkonto bei der Sparkasse (Konto: 1070137284, BLZ: 39050000, Kennwort: Bürgerinitiative Friedhofskapelle) wurde eingerichtet.

Ein erstes Gespräch mit Peter Mayer, stellvertretender Leiter der Stadtbetriebe, hat stattgefunden: «Die Bürgerinitiative ist vorgeprescht, ohne mit uns die Sanierung abgestimmt zu haben». Derzeit werde die Gesamtstruktur des Friedhofswesens in Aachen auf neue Beine gestellt, um Kosten zu sparen und attraktive Friedhofsgebühren zu erzielen.

Die Forster Kapelle sei in einem sehr schlechten Zustand. «Allein sie aufzumotzen, würde über den Daumen gepeilt über 25.000 Euro kosten. Das lohnt sich nicht», so Mayer. In unmittelbarer Nachbarschaft gäbe es auf dem Friedhof Lintertstraße eine große Kapelle mit einer Orgel für die Trauerfeiern. Bürgerschaftliches Engagement aber sei gut, und so werde das Forster Anliegen bei der Ausschusssitzung der Stadtbetriebe am 17. März auch mit vorgetragen werden, bei der es um die neue Strukturen- und Gebührensatzung für Friedhöfe gehe.

«Ich bitte die Forster Bürger abzuwarten und bin auch bereit, an einem erneuten Treffen der Bürgerinitiative teilzunehmen», so Mayer. Die letzte Entscheidung werde von der Politik getroffen.