Aachener Parkhäuser «moderner suchen»

Von Stephan Mohne | 05.03.2010, 17:54

Aachen. Immer der Nase nach - dann würde man vermutlich vor allem als ortsfremder ziemlich durch die City kurven, um ein Parkhaus zu finden. Deswegen gibt es «Parkleitsysteme». Man höre und staune: Das erste dieser Art wurde in Aachen schon 1971 aufgebaut.
Damals war so etwas noch mit dem unglaublich unpassenden Namen «Verkehrsmusteranlage» versehen. 20 Jahre lang wies es den Weg. 1991 dann hatte die «Verkehrsmusteranlage» ausgedient. Mit großem Aufwand und einer Investition von 3,8 Millionen D-Mark wurde das neue Parkleitsystem installiert. Doch auch das ist nun in die Jahre gekommen. Es soll modernisiert, dem Stand der Technik sowie den Belangen der Umwelt und Luftqualität und den heutigen Parkmöglichkeiten angepasst werden.

17 Häuser, 6500 Plätze

1991 war das Aachener Parkleitsystem mit der damals modernsten Anzeigetechnik ausgestattet - den «bistabilen Kippelementen», auch «Plättchentechnik» genannt, wie man einer Verwaltungsvorlage für den Mobilitätsausschuss entnehmen kann. 17 Parkhäuser mit rund 6500 Plätzen wurden angeschlossen und zu den fünf innerstädtischen Bereichen Bushof, Markt, Dom, Elisenbrunnen und Kaiserplatz zusammengefasst.

Separat wurden noch die Parkhäuser Monheimsallee und Hauptbahnhof geschaltet. Außerdem wurden drei «Park&Ride»-Plätze aufgenommen. 150 Elemente zeigen seither die aktuelle Zahl an verfügbaren Plätzen, zudem gibt es 37 rein statische Schilder, die nur den Weg weisen. Laufe der Jahre mussten allerdings Änderungen am Parkleitsystem vorgenommen werden. Parkflächen wie der Kaufhof-Parkplatz mussten entfernt, neue Häuser wie im Kapuzinerkarree und im EBV-Carree angeschlossen werden.

Für die nötige Runderneuerung gibt es laut Stadt mehrere Gründe. So gibt es zum Beispiel für wesentliche Teile der Anlagen keine Ersatzteile mehr. Geht etwas kaputt, muss man sich aus bereits abgebauten Schildern das passende Teil zusammenbasteln. Weil Anzeigetäfelchen ausfallen, werden die Zahlen manchmal unleserlich dargestellt. Weil die reflektierenden Schriftfolien im Laufe der Zeit nachgelassen haben, kann man insbesondere bei schlechter Sicht die Schrift kaum entziffern.

Zukünftige Tafeln des Leitsystems sollen nun in der heutzutage modernen, aber teuren LCD-Technik bestellt werden. Allerdings soll es deutlich weniger dynamische Anzeigen - also jene mit Platzanzeige - geben. Damit will die Stadt Kosten sparen. Wartung, Unterhaltung und Ersatz der Anlagen seien zusehends teurer geworden. Mehr Ausgaben kommen auf die Stadt zudem durch neue Verträge mit den Parkhausbetreibern zu. Bisher hatten diese die Kosten zu einem großen Teil getragen, obwohl sie dazu rechtlich gar nicht verpflichtet wären. Die Parkhausbetreiber zahlen jetzt wie in anderen Städten einen festen Jahresbetrag pro Kurzzeitparkplatz.

Auch inhaltlich soll sich einiges ändern. So soll die Parkzone «Elisenbrunnen» umbenannt werden in «Theater» - schon deswegen, weil der Elisenbrunnen ja eigentlich ohnehin für Autos tabu sein sollte. Zudem will man sich schon darauf einstellen, dass demnächst (wahrscheinlich) am Kaiserplatz ein neues Parkhaus dazukommt und das Parkhaus Büchel (wahrscheinlich) abgerissen wird. Der Verkehr soll zudem so geleitet werden, dass er zum Beispiel nicht über den Templergraben rollt. Dort soll es demnächst schließlich eine Verkehrsberuhigung geben.

Wieviel das alles inklusive Abbau alter Schilder, Aufbau neuer Schilder und Anpassung der Software kosten wird, steht noch nicht fest. Zunächst soll das Thema von der Politik generell beraten werden. Mit den Parkhausbetreibern jedenfalls sei man sich über das Konzept bereits einig.