Windkraft: Jetzt geht es in die wichtigen Runden
Von Alfred Stoffels
Aachen. Die Stadt Aachen setzt verstärkt auf erneuerbare Energien, speziell auf die Windkraft - ein Vorhaben, das vor dem Hintergrund der Atomkatastrophe in Japan neuen Schub erhalten dürfte.
Allerdings gibt es auch vehemente Kritiker der Planungen, im Norden wie im Süden der Stadt, wo die Windräder in den Münsterwald gebaut werden sollen. Sofern die im Sommer fertigen Gutachten es zulassen und der Stadtrat einen entsprechenden Beschluss fasst. Auf dem Weg zur finalen Entscheidung stehen jetzt zwei wichtige Veranstaltungen auf dem Programm: Die Verwaltung lädt zur großen Bürgerinformation.
Am Mittwoch, 30. März, wird die Angelegenheit ab 18.30 Uhr im Inda-Gymnasium am Gangolfsweg verhandelt, wobei es logischerweise in erster Linie um einen möglichen Windpark an der Himmelsleiter geht. Wenige Tage später, am Montag, 4. April, handelt es sich ab 18.30 Uhr in der Richtericher Peter-Schwarzenberg-Halle, Grünenthaler Straße, um die Flächen, die im Aachener Norden mit Windrädern bestückt werden könnten. Bei der Suche nach geeigneten Standorten für die neuen Windräder ist die Stadt im Norden (wo sich schon diverse Rotoren drehen) gleich dreimal fündig geworden: Infrage kommen Flächen im Bereich Nonnenhof/Schlangenweg, an Vetschauer und Bocholtzer Weg und an der Horbacher Straße. Nach bisheriger Planung sollen dort insgesamt vier neue Windräder installiert werden. Aus erster Hand Bis zu zehn Anlagen wären es im Münsterwald. Die Stadt sagt, sie seien im Falle eines Falles dort gut aufgehoben, weil Windkrafträder an dieser Stelle relativ weit entfernt wären von den Ortslagen Roetgen/Rott, Raeren und Friesenrath/Schmithof. Die Eingriffe in den Baumbestand seien im übrigen eher geringfügiger Art, lediglich drei Hektar müssten wohl gerodet werden. Dennoch ist der Widerstand groß, insbesondere in Roetgen, das seinen Ruf als «Tor zur Eifel» gefährdet sieht, sowie in Schmithof und Friesenrath. Mittlerweile gibt es zwei Bürgerinitiativen, die sich nicht zuletzt darüber beklagen, dass die Windräder eine Gesamthöhe von bis zu 185 Metern aufweisen können. Bei beiden Bürgerinformationsveranstaltungen dürfte es also eine Menge kritischer Fragen geben. Rede und Antwort stehen die zuständige Beigeordnete Gisela Nacken und Vertreter der Fachbereiche Umwelt und Stadtentwicklung. Am Termin im Inda-Gymnasium nimmt zudem Gerhard Hanke teil, Ortsbürgermeister von Waldalgesheim im Landkreis Mainz-Bingen. Der CDU-Politiker kann aus erster Hand darüber berichten, wie es aussieht, wenn - wie in seiner Heimatgemeinde - Windkrafträder im Wald installiert werden. Den Vorwurf, in Sachen Münsterwald sei eh schon alles entschieden, lässt die Stadt nicht gelten. Sie sagt, es gebe zwar einen Pachtvertrag mit der Stawag über die Flächen an der Himmelsleiter. Die Stadtwerke könnten einen Windpark aber nur dann betreiben, wenn der Flächennutzungsplan geändert werde, anschließend müsse zudem «jede einzelne Anlage ein Genehmigungsverfahren durchlaufen».
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