Im Interview spricht Florian Köhl über Politik und Youtube

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Florian Köhl, Vorsitzender der Schüler Union. Foto: kin

Düren. Politik ist Florian Köhls große Leidenschaft – und das schon seit mehr als vier Jahren. Der 17-Jährige hat vor einem Jahr die Schüler Union in Düren reaktiviert und ist gerade in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt worden.

Im Gespräch mit „DN“-Mitarbeiterin Sandra Kinkel spricht er über Politik, Youtube und Politikverdrossenheit.

Seit wann interessieren Sie sich für Politik?

Florian Köhl: Schon lange. Das hat mit zwölf Jahren angefangen. Und das ist auch das Eintrittsalter bei der Schüler Union. Aber als ich zwölf Jahre alt war, gab es in Düren leider keine Schüler Union. Deswegen habe ich im vergangenen Jahr die Schüler Union reaktiviert, um Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich einzubringen.

Gibt es einen speziellen Anlass für Ihr politisches Interesse?

Köhl: Mich hat Politik schon immer interessiert. Ich habe schon als Kind gerne Nachrichten geschaut, es war mir wichtig, Zusammenhänge zu verstehen. Irgendwann wollte ich wissen, wie es wirklich ist. Ich wollte wissen, wie Politik funktioniert.

Und wie funktioniert sie?

Köhl: Auf kommunaler Ebene sicherlich ganz anders als auf Bundesebene. Es ist ein Miteinander verschiedener Meinungen. Am Ende langer, fairer Debatten muss man sich auf eine Meinung einigen. Man versucht immer, gute Diskussionen zu führen und am Ende die beste Lösung zu finden.

Warum engagieren Sie sich in der CDU?

Köhl: Das war mein eigenes Empfinden. Wenn etwas gut läuft, muss man daran nichts ändern. Deswegen habe ich mich für die CDU mit ihrem konservativen Werteverständnis und christlichen Menschenbild entschieden.

Haben Sie das Parteiprogramm gelesen?

Köhl: Ja, und bevor ich Mitglied geworden bin. Ich habe mir aber auch das der FDP angeguckt. Das Konservative verbunden mit dem christlichen Menschenbild ist mir einfach wichtig, deswegen die CDU.

Was macht die Schüler Union?

Köhl: Die Schüler Union ist eine Arbeitsgemeinschaft der Jungen Union. Wir setzen uns für die Anliegen der Schüler ein. Uns ist es wichtig, dass wir nicht länger ein Hin und Her in der Bildungspolitik haben. Wir fordern eine klare, verlässliche Bildungspolitik. Die Schulpolitik muss stabiler werden.

Das heißt, Sie sind glücklich mit der Wiedereinführung von G 9.

Köhl: So würde ich das nicht unterschreiben. Viele von uns begrüßen schon eine Rückkehr zu G 9, respektieren aber auch die Entscheidung von Schulen, die bei G 8 bleiben möchten. Für uns ist wichtig, dass Schulen und Schüler sich entscheiden können.

Gibt es Dürener Themen, für die die Schüler Union sich einsetzt?

Köhl: Ja. Wenn Schüler ein Problem an ihrer Schule haben, geben wir ihnen eine Stimme. Die Schülervertretung des Rurtal-Gymnasiums hat uns zum Beispiel um Hilfe gebeten, als es Diskussionen in der Dürener Politik gab, dass diese Schule eventuell geschlossen werden soll.

Was haben Sie gemacht?

Köhl: Wir sind zur Sitzung der Schülervertretung gegangen, haben mit den Schülern des Rurtal-Gymnasiums diskutiert. Anschließend haben wir bei Facebook ein Statement abgegeben und haben die Ergebnisse unserer Gespräche auch in der CDU präsentiert.

Was können Sie anderes machen als Schülervertretungen?

Köhl: Naja, wir können uns direkt an unsere Partei wenden und diese greift das Thema im jeweiligen Ausschuss auf. Die Parteimitglieder hören uns zu, wir fühlen uns ernst genommen.

Was sind Gründe für die große Politikverdrossenheit – vor allem auch bei Jugendlichen?

Köhl: Ich glaube, dass viele Jugendliche überhaupt nicht wissen, wo sie sich einbringen können. Sie wissen gar nicht, dass es Jugendorganisationen von Parteien gibt, wo sie politisch mitarbeiten können. Dabei ist die Teilnahme an Politik für jeden sehr wichtig. Nur so kann man Demokratie erleben. Wenn man etwas verändern will, muss man es selbst tun und nicht warten, bis es ein anderer macht.

Was tun Sie, damit mehr Jugendliche erfahren, dass es die Schüler Union gibt?

Köhl: Wir organisieren verschiedene Aktionen. Zuletzt haben wir uns gemeinsam mit der Jungen Union bei der Tour de France präsentiert, wir waren aber auch sehr aktiv im Landtagswahlkampf.

Würden Sie sich wünschen, dass es im Kreis Düren auch von den anderen Parteien Schülerorganisationen gibt?

Köhl: Durchaus. Je mehr unterschiedliche Meinungen es gibt, desto besser. Jeder Schüler und seine Meinung sollten gehört werden.

Prägt dieses politische Engagement fürs Leben?

Köhl: Der Umgang mit Politik ist sehr wichtig. Man kann seine Meinung besser einbringen und erfährt, dass man etwas erreichen kann.

Würden Sie sagen, dass Sie ein normaler Jugendlicher sind?

Köhl: Auf jeden Fall. Die Politik braucht zwar viel Zeit, aber ich lese auch gerne einmal ein gutes Buch, gehe spazieren und betreue die jüngeren Messdiener in meiner Pfarrgemeinde St. Josef in Düren.

Wir machen einen kleinen Test: Wissen Sie, wer auf Platz eins der Charts ist und können Sie mir drei bekannte Youtuber nennen?

Köhl: Da muss ich leider passen. Pop-Musik ist nicht mein Thema. Youtube, ehrlich gesagt, auch nicht. Ich habe bisher keinen Youtube-Kanal gefunden, wo mich die Themen interessiert haben.

Bei welchen Themen würden Sie gucken?

Köhl: Politik, aber auch Architektur und Kunstgeschichte. Das sind meine Interessen.

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