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Gladbacher können Siegtreffer durch Thomas Müller nicht verhindern

Von: Bernd Schneiders
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Das Tor des Tages: Thomas Müller entwischt Jannik Vestergaard und trifft für die Bayern. Foto: dpa

Mönchengladbach. Der Luxus-Liner der Bayern war startklar, die Münchner Stars hatten ihre Sessel eingenommen, doch die Abreise vom Borussia-Park verzögerte sich. Gladbacher Ordner durchsuchten die Bankreihen, Spürhunde nahmen sich das Gepäck vor. Die Suche war diffizil, denn das Objekt der Begierde war nicht besonders groß, hätte gut in eine Ballkiste gepasst, auch wegen seiner leicht kugeligen Form.

Doch die Fahndung musste ergebnislos abgeblasen werden. Der Bayern-Bus machte sich auf Richtung Flughafen Düsseldorf, im Gepäck nicht den Mönchengladbacher Sportdirektor Max Eberl, sondern nur drei Punkte nach dem 1:0-Sieg.

Weder Lars Stindl noch Mo Dahoud hatten es in den Gladbacher Kader an diesem Abend geschafft. Trainer Dieter Hecking musste ein neues Sechser-Pärchen basteln. Seine Wahl fiel auf Tobias Strobl und Tony Jantschke, dessen Platz rechts in der Viererkette Nico Elvedi übernahm. Der Schweizer hat ja bereits Erfahrungen mit der Aufgabe, Franck Ribéry zu stoppen. Doch das geht selten allein, und so machten es die Borussen so, wie es gegen die Ausnahmespieler der Münchner zu empfehlen ist: sie doppelten.

Auch das ist keine Garantie, was sich bei den natürlich dominanten Gästen in Chancen wie durch Robert Lewandowski (Kopfball, 18.) und eine 1:1-Situation des Polen ausdrückte, die Torhüter Yann Sommer vereitelte (25.). Kurz vor der Pause unterstrich der Schweizer Nationalkeeper seine zuletzt überragende Form. Nach einem Schuss ans Lattenkreuz von Arjen Robben tauchte Sommer blitzschnell ab und parierte den Nachkopfball von Lewandowski (43.). „Es ist klar, dass du gegen die Bayern nicht alles verhindern kannst. Dann brauchst du diese Momente, um die Mannschaft im Spiel zu halten“, entgegnete Sommer auf das einhellige Lob.

Außer einem nicht erfolgreichen Jantschke-Gestochere am kurzen Bayern-Pfosten (5.) hatten die keineswegs müde wirkenden Gladbacher nur Beinah-Chancen zu präsentieren, die jedoch durch Stockfehler (Herrmann) oder fehlende Übersicht sowie Eigensinnigkeit (Hofmann) verpufften. „Wir waren zu sehr aufs Verteidigen bedacht“, kritisierte Hecking.

Gut eine Stunde immerhin überstanden die Borussen den bayrischen Ansturm schadlos. Ein geniales Zuspiel von Thiago aber verdarb den Traum von einem Punkt oder gar mehr. Thomas Müller hatte am Fünfmeterraum keine Mühe, den Zuckerpass zum Siegtreffer zu verwerten (63.).

Mit den eingewechselten Thorgan Hazard, Josip Drmic und später Laszlo Benes setzte Hecking nun mehr Akzente nach vorne. „In der zweiten Halbzeit war Borussia besser als wir, und am Ende hatten wir sogar Probleme“, zollte Bayern-Coach Carlo Ancelotti der Hecking-Elf Respekt. „Das hatten wir nicht so erwartet, nachdem sie noch am Donnerstag gespielt haben.“ Gladbachs Trainer war nicht überrascht von den Kraftreserven. „Ohne despektierlich zu sein: Gegen Darmstadt wäre es schwieriger gewesen.“

Doch wie vor der Pause fehlte im zweiten Durchgang immer das letzte Glied, um die Kombinations- und Verwertungskette erfolgreich abzuschließen. „Oft haben wir es nicht geschafft, zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung zu treffen.“ Doch Hecking ist sich sicher, dass nach der Erholungsphase durch die Länderspielpause seine Mannschaft gestärkt in die Restaufgaben geht. „Wir haben zwei Ziele: uns die Teams hinter uns von der Pelle zu halten und den Mannschaften vor uns auf die Pelle zu rücken.“

Der Bayern-Bus hatte bereits lange Düsseldorf Airport erreicht, ohne Max Eberl, da legte sich eine Gerücht über den Borussia-Park wie Zuckerguss. Die Quelle war naturgegeben blind, nur ein Ohrenzeuge quasi. Doch ein auf dieses Organ spezialisierter. Er beteuerte natürlich hartnäckig, Eberl im menschenleeren Stadion auf den Anstoßpunkt stapfen gehört zu haben. Wenig später will er die glückspendenden Worte des Hoeneß-Spezis vernommen haben: „Das war‘s noch nicht!“ Nun gut, die Quelle ist zwar nicht per se unglaubwürdig. Doch sie hat etwas gutzumachen.

Das letzte Mal, dass der Borussen-Maulwurf aufgetaucht war, liegt erst drei Tage zurück. In der 64. Minute der Europa-League-Partie gegen Schalke sorgte seine aufsteigende Neugier für Verwerfungen – im neu verlegten Kunstrasen und damit beim eigentlich harmlosen Schuss von Leon Goretzka, dessen modifizierte Flugbahn Gladbachs Europa-Aus einläutete.

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