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Gladbach wieder reif für Europa?

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Säulen-Gespräch: Gladbach-Coach Dieter Hecking zusammen mit Kapitän Lars Stindl (rechts) und Christoph Kramer (links). Foto: imago/DeFodi

Mönchengladbach. Wenn Erfolge sexy machen, könnte Dieter Hecking mit seinen Mönchengladbacher Profis in der neuesten Ausgabe des Playboy als Titelbild posieren. Seitdem der ehemalige Wolfsburger Trainer die Arbeit am Niederrhein übernommen hat, sammelte der zuvor Richtung Abstiegszone taumelnde Klub zehn Punkte aus vier Bundesliga-Partien und einen Sieg im DFB-Pokalachtelfinale bei der SpVgg Greuther Fürth.

Mit Struktur und Solidität schaffte der 52-Jährige den Wendepunkt, Hecking sieht seine Aufgabe nicht in erster Linie darin, für Spektakel zu sorgen oder seine taktische Omnipotenz zu beweisen. Dafür verfestigt sich der Eindruck, seine uneitle Herangehensweise an die gestellte Aufgabe könnte zu einer wesentlich nachhaltigeren Besserung führen als unter seinem Vorgänger André Schubert.

Das Sechzehntelfinal-Hinspiel der Europa League im Borussia-Park gegen den AC Florenz (Donnerstag, 19.00 Uhr/nur bei Sky) ist die erste Möglichkeit zu beweisen, dass der erholte Patient auch auf internationalem Niveau wieder wettbewerbsfähig ist. „Das wird ein Festtag“, hatte Hecking am Wochenende selbstbewusst prophezeit.

Übermut aber habe in dieser Aussage nicht mitgeschwungen, beeilte sich der Gladbach-Coach am Mittwoch klarzustellen. „Festtag soll nicht heißen, dass wir Florenz mal eben so im Vorbeigehen schlagen. Es heißt vielmehr, dass ein solcher Abend ein Festtag für die Fans, den Verein und die Mitarbeiter des Vereins ist und wir ihnen mit einer guten Leistung etwas zurückzahlen können.“

Diesen Ansatz hat auch Patrick Herrmann verinnerlicht. „Wir haben alle Riesenbock auf diesen Abend. Und natürlich auch Riesenbock weiterzukommen.“ Die neue Siegermentalität wird auch nicht erschüttert durch den erneuten Ausfall von Raffael. Die Spiele in Fürth und Bremen bewiesen bereits, dass die neu erworbene Struktur inzwischen so gefestigt ist, dass sie auch den erheblichen Qualitätsverlust durch das Fehlen von Borussias bestem Fußballer auffangen kann. Aber auch unter Schubert gelang dies Stindl & Co. Beim überzeugenden Sieg in der Champions League bei Celtic Glasgow fehlte der Brasilianer ebenfalls. Dort gelang der einzige Sieg in der Gruppenphase der Königsklasse. Auf den ersten Dreier im Sechzehntelfinale der Europa League warten die Gladbacher immer noch. Ein 3:3 im Heimspiel gegen Lazio Rom war der einzige Punkterfolg in den bisherigen vier K.o.-Spielen und natürlich zu wenig, um das Achtelfinale zu erreichen.

Ein Sieg gegen den Tabellenachten der Serie A wäre deshalb zwar historisch, vor allem aber ein erster Schritt, erstmals in die Runde der letzten 16 vorzustoßen. Und da ist es sicherlich – speziell gegen die traditionell mit allen taktischen Wassern gewaschenen Italiener – hilfreich, dass Lars Stindl, in Bremen noch gelbgesperrt, in die Startformation zurückkehrt. Der Kapitän könnte nicht nur wegen seiner Torgefährlichkeit, sondern auch durch seine Nickeligkeit und kontrollierte Aggressivität ein Trumpf in den Händen von Dieter Hecking darstellen.

Ein offensichtlich sozial eingestellter Journalist wollte dem Borussen-Trainer am Mittwoch auf der Pressekonferenz etwas von dem Respekt nehmen, den seine als unangenehme Gegner verschrienen Landsleute einflößen können. Es seien nur zwei Italiener im Team. „Danke für die Information“, sagte Hecking – und lächelte.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt - Herrmann, Dahoud, Kramer, Johnson - Stindl, Hazard

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