Region - Schöne Fernsichten, schattige Hohlwege: Wandern am Lontzenerbach

Solo Star Wars Alden Ehrenreich Kino Freisteller

Schöne Fernsichten, schattige Hohlwege: Wandern am Lontzenerbach

Von: Petra Vanderheiden Berndt
Letzte Aktualisierung:
12773177.jpg
Idylle am Lontzenerbach ... Foto: Petra Vanderheiden Berndt
12773181.jpg
... und ein Blick auf die Pfarrkirche Sankt Hubertus. Foto: Petra Vanderheiden Berndt

Region. Abwechslungsreich ist diese Wanderung um die belgische Gemeinde Lontzen: Passagen mit Fernsichten wechseln sich mit schattigen, tief eingeschnittenen Hohlwegen ab. Und immer wieder trifft man auf Gutshöfe und Wohnhäuser aus Bruchstein mit ihren typischen kleinen Fenstern mit Blausteinfassung.

Wir verlassen den Parkplatz und folgen der Limburger Straße nach links aufwärts. Knapp 100 Meter weiter biegen wir bei einem Holzkreuz rechts ab in die Fleuschergasse. Nachdem wir einen Sportplatz – links von uns – passiert haben, erreichen wir weiter vorne eine Gabelung. Hier geht es weiter geradeaus (Hellendergasse). Aufgepasst: Wir folgen der Straße nur rund 20 Meter, um dann nach rechts in einen schattigen Weg einzubiegen.

Zwei Steine flankieren ihn hier. Der Weg wird zu einem Hohlweg, mit ausgeschwemmten Baumwurzeln und Dachsbauten. Wir queren den Lontzenerbach und laufen im Gänsemarsch weiter auf einem schmalen Wiesenweg zwischen Hecken, hinter denen sich weitläufige Wiesen erstrecken. Die letzten 200 Meter führen über einen Feldweg bis auf die Kapellenstraße. Hier stoßen wir auf eine hübsche Picknickgelegenheit, die unmittelbar neben einem Seerosenteich liegt. Ein Steinkreuz erinnert an einen jungen Mann, der 1818 ertrunken ist.

An dieser Stelle wenden wir uns nach rechts. Ein Ortsschild verrät uns, dass wir uns im Ortsteil Busch befinden. Unmittelbar hinter dem Schild biegen wir links ab in einen Feldweg. Ein liebevoll gepflegtes Anwesen fällt ins Auge. Zunächst wandern wir auf einem breiten Feldweg mit Fernsicht. Fast unmerklich wird er immer schmaler und urwüchsiger. Er mündet schließlich erneut in einem von überhängenden Bäumen beschatteten Hohlweg.

Eine schmale Viehsperre bringt uns auf einen Feldweg, der von den Kühen auf ihrem Weg zum Stall zertrampelt ist. Nach einem Regenguss kann es hier sehr matschig sein. Weiter vorne ist der Feldweg dann den Kühen vorbehalten, und wir können über ein Drehkreuz auf einen parallel laufenden, bedeutend „saubereren“ Wiesenpfad wechseln.

Wir erreichen die Grünstraße. Hier wenden wir uns nach rechts und folgen der asphaltierten Straße, die mit dem Wanderzeichen „blaue Raute” gekennzeichnet ist. Achtung: Nicht in den Privatweg ganz rechts einbiegen! Ein weiter Blick wird uns geboten. Rechts in der Ferne erkennen wir den Aachener Funkturm „Mulleklenkes“.

Nach einem weißen Wohnhaus kommen wir an die Kreuzung mit dem Herzogenweg. Auf einer Bank können wir eine Pause einlegen. Wenn man über die Straße nach links hinweg in die Ferne schaut, kann man bei klarem Wetter die Fahne des Amerikanischen Friedhofs in Henri-Chapelle sehen.

Unser Wanderweg führt nach rechts weiter. Über die Montzener Straße wandern wir hinweg, folgen dem Herzogenweg – und damit der blauen Raute – in Richtung Kelmis und erreichen nach etwa 500 Metern, an der Kreuzung Schmalgraf/Schnellenberg, eine kleine Gedenkstätte. Sie stammt aus dem Jahr 1732. Es geht nach rechts weiter. Der Feldweg ist von Hecken geschützt und scheint direkt auf eine Weide zuzuführen.

Beim Näherkommen entdecken wir, dass ein schmaler Pfad links an der Weide vorbei verläuft. Unmerklich wandelt er sich zu einem sehr tief eingeschnittenen Hohlweg. Linker Hand schauen wir erneut auf den „Mulleklenkes“. Ein Schild weist uns darauf hin, dass wir uns im Staatsforst Hohnbach befinden. Links von uns fließt dann plötzlich der Lontzenerbach.

Wir erreichen eine weitläufige Wiese, die zur Grube Schmalgraf gehörte. Diese Grube wurde von der Gesellschaft S.A. Vieille Montagne von 1869 bis 1933 betrieben. Einer der Schächte führte 290 Meter in die Tiefe, damals ein Rekordwert für Minen dieser Art in Belgien.

Um das Erz nach Kelmis zur Wäsche zu bringen, wurde eine Schmalspurbahn angelegt. Da in die Grube viel Wasser eindrang, baute man von 1862 bis 1867 einen 500 Meter langen Stollen in 42 Meter Tiefe. Er diente nicht nur zur Entwässerung der Grube, sondern auch zum Abtransport der Erze und des Abraumes. Der Stollen wurde, in Anlehnung an den leitenden Bergbauingenieur Oskar Bilharz, als Oskarstollen bezeichnet.

Zum Oskarstollen

Wir gehen über die Wiese parallel zum Bach an einem Baum vorbei. Am Baum sehen wir die blaue Raute. Über einen kleinen Zufluss springen wir hinweg. Meist führt das Bächlein kaum Wasser.

Einige Zeit folgen wir einem Wiesenweg, an Pferdekoppeln entlang. Die hölzerne Abzweigung nach links – einige hundert Meter weiter – beachten wir nur, wenn wir uns den Oskarstollen und die 100 Meter davor liegende Abraumstelle anschauen möchten. In diesem Fall biegen wir an dieser Stelle nach links ab, folgen dem eingezäunten Weg bis ans Wasser und anschließend dem Lontzenerbach flussabwärts einige hundert Meter bis zum Oskarstollen. Ohne diesen kurzen Abstecher bleiben wir weiter geradeaus bis zu einer Bank, wo wir nach rechts laufend auf einen Asphaltweg treffen. Diesen wandern wir nach links abwärts.

Hier ist der Weg mit einem rot-weißen Balken-Wanderzeichen markiert. Bei einem idyllisch gelegenen Wohnhaus halten wir uns rechts. Wir wandern am Bach entlang (über eine schmale Brücke und einen Holzsteg), bevor der breite Wanderweg bergauf verläuft. Von einer Pausenbank haben wir einen schönen Blick auf den Gippenhaager Forst, links von uns. Dieser Weg ist Teil eines Baumlehrpfades.

Wir erreichen einen Verkehrsweg (Mühlenweg). Rechts gibt es Informationstafeln zu Fauna und Flora und eine Unterstellmöglichkeit, wo man bei Regen Schutz suchen kann. Zurück zum Verkehrsweg wenden wir uns nach rechts, und wenige Meter weiter – vor einem hübschen Wohnhaus – geht es gleich wieder nach links in die Maria-Theresia-Straße und damit in Richtung Lontzen. Im Schatten einer Birke stoßen wir auf die letzte Picknickgelegenheit dieser Wanderung. An der nächsten Gabelung mit Bank wenden wir uns nach rechts und wandern an einem imposanten rot-weißen Gebäude vorbei. Es ist das Bergbaugebäude der Vieille Montagne. Es wurde 1907 erbaut, kürzlich entkernt und renoviert.

Wir gehen an dem Gebäude vorbei. Unregelmäßige Stufen führen abwärts auf den Lindenplatz. Hier befand sich einst die Lontzener Grube „Am Berg“. Sie war damals die größte und ergiebigste Galmei-Mine der Region. Mit einer drei Kilometer langen Seilbahn wurde der abgebaute Galmei nach Kelmis zum Waschen befördert. Der Name der Gemeinde, französisch La Calamine, leitet sich von dem Erz Galmei ab. Die Grube „Am Berg“ in Lontzen war von 1900 bis 1935 in Betrieb. Eine Infotafel gibt weitere Auskünfte zum Galmeiabbau.

Den Lindenplatz verlassend folgen wir dem Verkehrsweg (Bergstraße) nach rechts. Vor der Brücke – hier mündet der Fontenesbach in den Lontzenerbach – wenden wir uns nach links. Wir folgen dem Fontenesbachlauf flussaufwärts und damit der Markierung „rotes Rechteck“. Rechter Hand thront die St. Hubertus Pfarrkirche über Lontzen.

Der Wandermarkierung „rotes Rechteck“ folgend queren wir den Fontenesbach über eine Brücke. Nach einer kurzen Schotterwegpassage erreichen wird die Schlossstraße. Ihr folgen wir nach links.

Die Abzweigung nach rechts hinter der Hubertuskirche beachten wir nicht. Wir folgen vielmehr der Schlossstraße noch einige Meter, queren den Fontenesbach und biegen bei Schloss Lontzen rechts ab.

Schloss Lontzen wird auch als Großhaus bezeichnet. Nach einem Brand 1970 wurde es erst 1987 wieder aufgebaut. Es zählt zu den ältesten Befestigungsanlagen der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Es wird derzeit von sechs Familien bewohnt. Ein kurzes Stück laufen wir am Bach entlang und überqueren ihn später auf einer Brücke. Hinter der Brücke führt ein Grasweg zwischen einer niedrigen Hecke und einigen Weiden aufwärts auf die Bommertzgasse. Bei Erreichen des Asphaltweges bleiben wir geradeaus, wandern über eine Schranke hinweg und sind nach wenigen Metern wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert