Radtour zu den Krickenbecker Seen

Von: Franz-Josef Antwerpes
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Traumhafte Landschaft: am Gladbacher Bruch. Foto: Franz-Josef Antwerpes
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Gehört zu den bedeutendsten Wasserburgen des Rheinlands: Schloss Krickenbeck.
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Da geht’s lang: Das ist die Wegstrecke der Tour. Quelle: Kreis Viersen

Viersen. Unsere Radtour vom 26. April führte zu den Nette-Seen. Die Nette, ein Nebenflüsschen der Niers, versorgt aber auch die Krickenbecker Seen mit Wasser. Im Norden des Kreises Viersen kurz vor der niederländischen Grenze sind die vier Seen durch Torfabbau vom 16. bis 19. Jahrhundert entstanden: Gladbacher Bruch, Hinsbecker Bruch, Poelvensee und Schrolick.

Sie haben zusammen eine Wasserfläche von 113 Hektar. Das ist eine ganze Menge, und man wundert sich, wie die kleine Nette die Seen füllen kann. Schon seit 1938 besteht hier ein Naturschutzgebiet.

Vor genau 50 Jahren beschrieb der Biologe Herbert Hubatsch die Landschaft so: „...folgt ein Flüsschen den großen Strömen, das in seinem breiten Tal eine Kette stiller, verträumter Seen füllt, Seerosenfelder und breite Röhrichte, Erlenbruchwälder, Hang- und Niedermoore mit einer reichen atlantischen Flora bieten Fischotter und Fischreiher, Rohrdommel und Rohrweih, Blaukehlchen und allerlei Wassergeflügel…“ Inzwischen sind Biber und Bisamratte dazugekommen.

Doch bevor wir uns der Landschaft hingeben, müssen wir erst einmal starten – und zwar wie voriges Mal am Bahnhof Kaldenkirchen. Vom Bahnhofsvorplatz radeln wir bis zur Straße herunter, biegen links ab durch eine Unterführung und finden 100 Meter weiter auf der rechten Seite den breiten asphaltierten Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke Kaldenkirchen-Kempen. Links des Weges duckt sich ein riesiges Brombeergestrüpp, und man wird hier reiche Ernte einfahren. (Dichte Sammelbehälter mitnehmen. Vorsicht: Brombeeren färben fies ab.)

Wir überqueren die Autobahn und eine Landstraße, fahren immer geradeaus und erreichen nach drei Kilometern den De-Witt-See. Hinter dem See geht es nach links. Ein Wegweiser zeigt an: Krickenbecker Seen 4,2 Kilometer. Jetzt fahren wir ständig nach dem Schild „Informationszentrum“. Bei Kilometer 5 sehen wir zur Linken einen ziemlich großen Naturschutzhof des Nabu. Den zu besuchen, lohnt sich allemal. Eine Menge Tiere tummeln sich auf den Wiesen. Die Kinder können zum Beispiel die unterschiedlichen Eier bestaunen, die unsere hei- mischen Vögel legen. Von Freitag bis Sonntag gibt es Speisen und Getränke. Da kann man schon gleich ein Päuschen einlegen.

Vorbei an Wiesen und Äckern und ein paar vereinzelten Häusern erreichen wir bei Kilometer 8 das Informationszentrum. Es ist ein Bau mit hunderten Ausstellungsstücken, die das Leben in und auf den Seen erklären – eine Ausstellung, die besonders Kindern gefallen dürfte. An großen Modellen wird die Entstehung der vier Seen demonstriert. Auch hier gibt es zu essen und zu trinken. Zudem sind wohlfeile regionale Nahrungsmittel im Angebot: zum Beispiel Birnenkraut für 1,80 Euro. Bevor man weiterfährt, geht es zur Aussichtsplattform, die direkt vom Informationszentrum zu einem der Seen führt, dem Hinsbecker Bruch. Da sieht man, die Krickenbecker Seen sind keine kleinen Tümpel. Das Hinsbecker Bruch ist so groß wie 37 Fußballplätze.

Wir biegen nach links ab und fahren auf dem Damm zwischen Hinsbecker und Gladbacher Bruch. Hinsbeck links, Gladbach rechts. Nach etwa 500 Metern liegt links der Schrolick, der kleinste See mit 15 Hektar. Überall gibt es direkt am Wasser Aussichtsstellen. Bitte Kameras bereithalten!

Weiter geht es nach Westen vorbei am Schloss Krickenbeck, das mitten zwischen den Seen liegt. Man kommt aber nicht rein. Da empfehle ich, am Tor die Taste Rezeption zu drücken. Es meldet sich Frau Wittig. Die lässt einen rein, wenn man nur Fotos machen oder an einer Führung teilnehmen möchte. Aber Beeilung. Frau Wittig ist nur noch bis Ende August da. Der Weg zum Schloss ist mit ziemlich dicken Steinen gepflastert, Basalt. Muss man durch.

Das Schloss gehört zu den bedeutendsten Wasserburgen des Rheinlands. Gebaut wurde es im 12. Jahrhundert. Es ist also ziemlich alt. Erst gehörte es den Herren von Krickenbeck und später den Grafen von Geldern, dann den Grafen von Schaesberg. Das Schloss wurde später zu einem Barockschloss umgebaut. Im 19. Jahrhundert erhielt es eine neugotische Fassade.

Wir fahren weiter und erreichen die Bundesstraße 221. Kurz vorher können wir noch einen Abstecher zum Poelvensee machen. Rechts abbiegen und nach gut einem Kilometer ist man am Poelvensee. Das kleine Hotel Fischerheim ist für die nächste Jause geeignet.

Verzichtet man auf den Poelvensee, fährt man weiter über die Bundesstraße 221 und sieht nach 500 Metern das Straßenschild Heerstraße. Hier links abbiegen und immer weiter über die Straße. Hat man am Poelvensee nicht Rast eingelegt, kehrt man in den links liegenden Burghof ein.

Anschließend weiter Richtung Leuth. In Leuth biegt man an der ersten Ampel nach links ab und ist nach wenigen hundert Metern auf der Niederrhein-Route, blauer Pfeil mit rotem Kopf. Rechts abbiegen, dann noch mal nach links, und man ist wieder auf der zum Radweg umgewidmeten Eisenbahnstrecke Kaldenkirchen-Kempen.

Man kommt erneut an den Brombeeren vorbei und kann nachfassen. Gleich sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt, dem Bahnhof Kaldenkirchen.

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