Über Stock und Stein: Reizvoller Panoramaweg zur Burg Eltz

Von: Martin Thull
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Burg Eltz
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Burg Eltz Wasserspeier
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marienkapellchen Stratpunkt Burg Eltz
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augen auf bei der wegwahl Burg Eltz

Region. Ganz klar! Das ist der Höhepunkt dieses 14 Kilometer langen Rundwegs: Burg Eltz, hoch über dem Elzbach. So stellt sich Klein-Moritz die ideale mittelalterliche Burg vor. Hoch über dem Tal auf einem 70 Meter hohen Felsensporn. Militärisch gesehen uneinnehmbar, weil so schwer zugänglich. Idylle, weil sie seit der Erbauung bis heute im Besitz einer einzigen, wenn auch weit verzweigten Familie ist.

Ihre Architektur ist unvergleichlich, jede Generation hat dort ein Türmchen und da einen Erker hinzugefügt. Es ist, als habe die Burg seit der Grundsteinlegung geatmet. Und mit jedem langen Atemzug ist Neues entstanden. Als Rudolf von Eltz im Jahre 1157 – also heute vor 860 Jahren – eine Schenkungsurkunde von Kaiser Friedrich I. Barbarossa unterzeichnete und besiegelte, bewohnte er schon die damals noch kleine Burganlage am Elzbach.

In ihrer einzigartigen Architektur findet sich heute eine originale Einrichtung aus acht Jahrhunderten. Sie bietet eine Rüst- und Schatzkammer mit Gold- und Silberarbeiten von Weltrang. Und gleichsam so nebenbei ein Madonnenbildnis von Lucas Cranach dem Älteren – das Jesuskind, auf dem Schoß der Gottesmutter stehend, verzehrt genüsslich Weintrauben.

Mit ihren acht bis zu 35 Metern hohen Wohntürmen, ihren Erkern, Dächern, Fachwerken und Spitzen ist sie für den Betrachter der Inbegriff einer Ritterburg. Umgeben ist sie von einem Naturparadies, dem Eltzer Wald. Das ist ein Naturschutzgebiet von großer landschaftlicher Schönheit und voller seltener Pflanzen und Tiere. Alle zusammen bieten einen vollkommenen mittelalterlichen Traum.

Doch beim „Eltzer Burgpanoramaweg“, dem wir heute folgen, ist die Burg Eltz nur ein kleines Etappenziel, gerne genutzt für den Besuch des Burginneren als aktive Pause, die den Kopf mehr anstrengt als die Beine. Die Burg kann von vielen Stellen der Umgebung angelaufen (und angefahren) werden. Es ist, als habe ein Schildermaler einen Sonderposten Hinweisschilder „Burg Eltz“ in der Gegend absetzen können.

Fromme Menschen

Der Startpunkt für den „Traumpfad“, den sich die Wander- und Marketingexperten der Eifeler Touristikbranche haben einfallen lassen, liegt in Wierschem. Gegenüber dem Parkplatz am Gemeinschaftshaus steht eine kleine Sehenswürdigkeit, das „Marienkapellchen“. Die Familie Schmitz hat es im Jahre 1900 gestiftet, aus Dankbarkeit. Denn keines ihrer 13 Kinder fiel damals dem in anderen Familien häufigen Kindstod anheim. Fromme Menschen stellen heute noch stets eine brennende Kerze vor das Marienbild.

Der Weg ist so exzellent ausgeschildert, dass es nahezu unmöglich ist, sich zu verlaufen. Es sei denn, man ist so ins Gespräch mit der Wanderbegleitung vertieft, so dass ein Abzweig übersehen wird. Aber die orange-weißfarbenen Hinweise sind zusätzlich zu den Kilometerangaben auf vielen Bäumen längs des Weges angebracht, dass ein Fehler bald auffallen würde. Hilfreich ist auch, dass der Weg in beide Richtungen beschildert und mit Entfernungsangaben versehen ist. So kann der Wanderer immer wieder sehen, was er bereits geschafft und was er noch zu bewältigen hat.

Wir bewegen uns in Uhrzeigerrichtung. Das hat den Vorteil, dass die zahlreichen Serpentinen vom Maifelder Feld ins Tal zur Ringelsteiner Mühle erträglich abwärts führen. Das ist wohl für die meisten Wanderer leichter zu bewältigen als der lange und sicher auch mühsame Aufstieg.

Spuren zeugen von den „Vorläufern“ im aufgeweichten Boden. Auch Reiter mit ihren Pferden waren unterwegs. Der Weg ist zum größten Teil unbefestigt, nur ein kleiner Teil ist asphaltiert. Im Wald später ist er im Herbst und Frühjahr knöchelhoch mit welkem Laub der Eichen und Buchen bedeckt. Vorsicht ist bei feuchtem Wetter geboten. Das gilt auch für die Passagen, wo der Pfad über blanken Fels führt. So geht es hinter Wierschem zunächst leicht bergan an einem Feld entlang, später taucht eine Grillhütte auf. Immer wieder laden Bänke zum Verweilen ein, nicht zuletzt an den Punkten, an denen sich die Eifellandschaft weit ausbreitet.

Von der größten Steigung und dem größten Abstieg war bereits die Rede. Im Laufe der etwa 14 Kilometer gibt es noch zweimal spürbare Höhenunterschiede zu bewältigen. Das mag die Ursache dafür sein, dass der Weg von den Fachleuten als „mittelschwer“ eingeordnet wird. Insgesamt bewegt sich der Traumpfad in einer steten Wellenbewegung auf und ab.

Er ist ausgesprochen leicht zu gehen, allerdings empfiehlt sich gut eingelaufenes Schuhwerk. Mal quer durch die Felder, dann an Streuobstwiesen vorbei, durchaus abwechslungsreich, auch wenn spektakuläre Ausblicke sich auf das Burgpanorama der Burg Eltz beschränken. Aber es ist während der mindestens drei Stunden Gehzeit nie langweilig.

Am Elzbach vorbei

Die Ringelsteiner Mühle (Restaurant täglich ab 8 Uhr geöffnet, das Küchenteam ist von 12 bis 21 Uhr für Gäste da) liegt etwa in der Hälfte des Rundwegs und lädt zur Rast ein. Hier besteht auch die Möglichkeit zum Parken (gegen Parkschein) und zum Start der Wanderung. Wer es nur auf einen Besuch der Burg Eltz abgesehen hat, der kann sein Ziel von hier aus in etwa 40 Minuten erreichen.

Da viele Besucher diesem Wunsch folgen, ist an sonnigen Wochenenden mit starkem Fußgängerverkehr in beiden Richtungen zu rechnen. Der Weg ist entsprechend gekennzeichnet. Der Weg führt dann am Elzbach vorbei, mal unmittelbar im Tal, mal wendet sich der Weg ab und führt höher am Hang entlang und folgt weitgehend dem sprudelnden Bach, der sich durch das Tal schlängelt.

Je weiter wir uns der Burg Eltz nähern, desto zahlreicher werden die großen Papierkörbe. Die zahlreichen Touristen, die allein die Burg zum Ziel haben, werden dies dankbar annehmen. Auch wenn nicht alle zielsicher die große Öffnung der Abfallbehälter treffen.

Dann wenig später eine Überraschung: Der Wanderer stößt auf eine Kolonie von Steinmännchen. Das sind aufeinander gestapelte Steine, wegen der Geologie hier sind es eher kleine Steinplatten. Ursprünglich dienten sie Wanderern als Ausdruck ihrer Verbundenheit mit diesem Ort und als symbolische Inbesitznahme der Umwelt. In stark durch Tourismus und Erholung genutzten Gebieten wie an Wander- und Pilgerwegen werden oft größere Ansammlungen von Steinmännchen errichtet, die keine Funktion als Wegweiser mehr haben.

Insgesamt ein Weg, der den Marketingtitel „Traumpfad“ verdient hat. Und das sind die Gründe: die ausgezeichnete – das entsprechende Wetter vorausgesetzt – Fernsicht zwischen Wierschem und Keldung, weitere schöne Ausblicke vom Moselplateau, das beschauliche Tal am Elzbach oder höher am Hang entlang; die Ringelsteiner Mühle lädt zur Rast ein sowie natürlich die märchenhafte Burg Eltz.

Für Gäste aus der Region Aachen ist allerdings auch richtig: Das ist eine längere Anfahrt, die aber mannigfaltige Erlebnisse bietet. Von Aachen-Kaiserplatz bis Wierschem sind es rund 150 Kilometer.

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