Region - Typisch Nordlimburg: Die Maas-Stadt Venlo hat einiges zu bieten

Typisch Nordlimburg: Die Maas-Stadt Venlo hat einiges zu bieten

Von: Rolf Minderjahn
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Beliebter Treffpunkt zu jeder Jahrezeit: der Platz vor dem historischen Rathaus. Foto: Imago/Imagebroker
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Offen: Blick in das Museum für limburgische Geschichte. Foto: Minderjahn
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Gemütlich wie in Maastricht oder Roermond: Niederländische Gastlichtkeit finden Besucher auch in Venlo an vielen Orten. Foto: Minderjahn

Region. Was Maastricht für Südlimburg und Roermond für Mittellimburg, ist Venlo für Nordlimburg – Geschäftszentrum an der Maas und Touristenmagnet. Die Maas-Stadt mit ihren rund 100.000 Einwohnern – rund 90 Kilometer von Aachen und knapp 50 Kilometer von Heinsberg entfernt – ist ein beliebtes Shopping-Paradies mit schicken Geschäften, Plätzen und Maasterrassen sowie interessanten Wochenmärkten.

Eine Augenweide ist das Rathaus (erbaut 1596–1601 im Renaissancestil). Davor ist der belebte Marktplatz, ein Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Vor einigen Jahren startete das Kunstprojekt De Nis („Die Nische“). Hierbei wird alle paar Monate ein neues Kunstwerk in den Nischen oben im Giebel des Rathauses ausgestellt. Und wer durch die Gassen schlendert, erlebt die limburgische Lebensart in den Cafés und Restaurants und kann viele Baudenkmäler wie die Martinuskirche entdecken. Venlos Stadtkirche in der Kleine Kerkstraat entstand aus einer romanischen Kirche, die 1410 durch eine dreistufige gotische Hallenkirche ersetzt wurde.

Sie ist im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden. 1953 wurde der heutige Kirchturm vollendet, nachdem zwei Vorgänger eingestürzt waren. Sechs Jahre später erhielt er ein Glockenspiel mit 53 Glocken. Es zählt zu den größten in Europa. Die Kirche beherbergt eine Reihe gotischer Skulpturen – die sogenannte Schwarze Madonna zum Beispiel. Es ist eine Kalkstein-Pietà aus dem Jahr 1450. Dass sie nicht wirklich schwarz ist, tut ihrer Schönheit keinen Abbruch. Das gotische Chorgestühl stammt aus dem 15. Jahrhundert. Einige Fenster hat Charles Eyck gestaltet.

Der Künstler ist in Limburg berühmt. Draußen, links neben der Kirche, fällt ein altes Tor auf. Es stammt aus dem Jahr 1777 und gehörte zum ehemaligen Kreuzherrenkloster. Die Kreuzherren leiteten im Mittelalter in Venlo eine bedeutende Lateinschule. Sie war von 1611 bis 1619 in der Grote Kerkstraat untergebracht.

Gebäude mit Doppelgiebelfassade

Das noch heute prächtige Gebäude mit der Doppelgiebelfassade in schönstem niederrheinischen Renaissancestil ist in Venlo besser als „Ald Weishoes“ bekannt, da es lange Zeit Teil eines Waisenhauses war. Heute ist das „Ald Weishoes“ ein Jugendzentrum und Gemeindehaus. Das Haus „Schreurs of Vogelsanck“ (Nr. 19 und 21) mit seinem herrlichen Giebel von 1588 ist ein weiteres Exemplar des frühen Renaissancestils in dieser Straße.

Ein besonderes Kleinod ist die Keizer-straat, im Volksmund auch Floddergats genannt. Die Gasse aus dem 16. Jahrhundert hat besonders viel Charme. Sie liegt zwischen Dominicanenplein und Parade. Sie ist so schmal, dass sie nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad durchquert werden kann. Der Legende nach nahm Napoleon heimlich diese Strecke, um per Pferd der Menschenmenge in der Paradestraße zu entgehen. Sein Pferd verlor hier ein Hufeisen; die Straße heißt seit 1804 Keizer-straat. Das Sträßchen führt entlang der Umzäunung der Dominicanenkerk.

Hier fallen einem sofort die 71 lustigen Köpfe auf, die der Venloer Künstler Ger Janssen auf die Gitterstäbe gesetzt hat. So karikiert er Venloer Typen, Lieder und Dialekt. Eine Ruheoase in der pulsierenden Shopping-Metropole ist der Kwartelenmarkt. Gemütliche Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. Szenetreffs bieten indes die Restaurants am Jachthafen, unmittelbar am Wasser gelegen, wie das „Café BLVD“ (mit Terrasse am Kai). Der Maasboulevard ist Venlos hippe Flaniermeile.

Die Geschichte Limburg

Wer Lust auf Kultur hat, sollte unbedingt das „Limburgs Museum“ besuchen, Es erzählt die Geschichte Limburgs. Es ist hochmodern und auch ein tolles Erlebnis für Kinder. Das Museum hat eine architektonisch ungewöhnliche Konzeption. Im Inneren des Gebäudes überraschen die vielen Durch- und Ausblickmöglichkeiten.

Der Besucher bewegt sich auf drei Etagen durch lange Gänge, an denen die zwölf Ausstellungsräume wie Guckkästen angeordnet liegen. Das bedeutet, dass man keinen vorgeschriebenen Parcours absolvieren muss, sondern auswählen kann, was man sich ansehen möchte und in welcher Reihenfolge. Es besitzt erlebenswerte Szenografien, die auf intensive Weise den Besucher in die Historie und die Facetten des Lebens in der Provinz Limburg eintauchen lassen. Zurzeit gibt es zehn verschiedene Dauerausstellungen. Jeder Saal ist dabei als eine Art Zeitkapsel anzusehen, die den Besucher beispielsweise in eine prähistorische Feuersteinmine versetzt, auf einen römischen Dorfplatz oder in den Keller eines mittelalterlichen Hauses.

Mithilfe von Inszenierungen, Rekonstruktionen, täuschend echten Puppen, Licht- und Toneffekten und natürlich den originalen Ausstellungsgegenständen wird sehr viel Stimmung erzeugt. Beim Museum stehen die beiden Stadtfiguren Valuas und Guntrud, das sagenumwobene Fürstenpaar vom Germanenstamm der Bructerer.

Nur wenige Schritte vom „Limburgs Museum“ entfernt liegt das „Museum van Bommel van Dam“. Das Museum für zeitgenössische Kunst zeigt die Sammlung seiner Namensgeber Maarten van Bommel (1906–1991) und Reina van Bommel (geborene van Dam) (1910–2008). Der Julianapark verbindet beide Museen. Dieser Grüngürtel wächst seit 1952 auf dem Gelände eines alten Rangierbahnhofs.

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