Mit dem Rad durchs Indeland: Startpunkt in Düren

Mit dem Rad durchs Indeland: Startpunkt in Düren

Von: Michael Moll
Letzte Aktualisierung:
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Sagenumwoben: Auf dem Wasserschloss Burgau wohnte einst ein Grafenpaar, das von der Dorfbewohnerin Sophia Hack alias „Hackefey“ für ein Paar goldene Schuhe auseinandergebracht werden sollte. Foto: Droste Verlag
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Startpunkt der Radtour ist der Bahnhof in Düren an der Josef-Schregel-Straße. Dort endet die Tour auch wieder. Die Strecke ist insgesamt 46 Kilometer lang. Eingeplant werden sollten rund fünfeinhalb Stunden Fahrtzeit.

Am Samstag geht es auf zu einer Radtour durchs Indeland, die in Düren beginnt. Am Dürener Bahnhof radeln wir zur Josef-Schregel-Straße und wenden uns nach links, um gleich hinter dem Langemarkpark rechts abzubiegen. Wir folgen dem Straßenverlauf bis zum Markt und schauen uns erst ein wenig in der Innenstadt von Düren um.

Das Stadtgebiet war vermutlich schon vor 7000 Jahren besiedelt: 2010 fanden Archäologen bei Arnoldsweiler eine ehemalige Siedlung mit Grabanlage aus der Jungsteinzeit. Schon zu Zeiten Kaiser Karls hatte Düren als Stadt an der Krönungsstraße große Bedeutung. Auch später schrieb Düren Geschichte. Am 18. Februar 1756 wurde die Stadt durch das „Erdbeben von Düren“ zweifelhaft berühmt. Es war damals das schwerste Erdbeben in Deutschland.

Gleich hinter dem Dürener Markt biegen wir rechts ab und erreichen in wenigen Augenblicken das Museum, das an den wohl berühmtesten Sohn der Stadt erinnert – Leopold Hoesch. Hoesch wurde 1820 in Düren geboren und wuchs in einer Familie auf, die mehrere metallverarbeitende Betriebe besaß. Sie schlossen sich zu einem großen Unternehmen zusammen.

Nach dem Tod von Hoeschs Onkel wurde der Hauptsitz nach Dortmund verlagert und Leopold Hoesch übernahm die Führung. 1899 starb Hoesch in seiner Heimatstadt. 1905 wurde das Museum ihm zu Ehren eröffnet. Es ist eines der nur 13 Gebäude in Düren, die den zweiten Weltkrieg ohne Schäden überstanden. Alle anderen Gebäude wurden im Krieg dem Erdboden gleichgemacht. Ernest Hemingway beschrieb Düren nach dem Krieg als eine Stadt, die zu Staub zermahlen war. Auf der Oberstraße radeln wir an der Annakirche vorbei und halten uns geradeaus bis zur Nideggener Straße, an der wir rechts abbiegen.

Durch den Burgauer Wald

Auch die Kirche ist, wie vieles im Ort, ein Neubau, der nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Markant ist ihr frei stehender Glockenturm, in dem sich vier Bronzeglocken befinden. Rund 200 Meter hinter einem Kreisverkehr fahren wir links in die Dechant-Bohnekamp-Straße, biegen rechts in die Burgauer Allee ein und lassen langsam die letzten Häuser von Düren hinter uns.

Es folgt der Burgauer Wald. Wir kommen am ehemaligen Forsthaus vorbei und fahren geradeaus auf dem Hauptweg bis zum Schloss Burgau, dessen ältester Teil aus dem 11. Jahrhundert ist. Heute ist es ein Veranstaltungsgebäude, früher rankten sich um das Wasserschloss viele Geschichten. So wie die Sage der Sophia Hack alias „Hackefey“. Die Burgauer Dorfbewohnerin bekam vom Teufel goldene Hausschuhe versprochen, wenn sie das Grafenpaar, das damals auf dem Schloss wohnte, auseinanderbringen würde.

Rechts vom Schloss fahren wir am Parkplatz vorbei auf der Von-Aue-Straße bis zur Kreuzauer Straße und biegen rechts ab. An einer Ampelkreuzung schlagen wir den Lenker nach links ein, folgen der Renkerstraße über die Rur und biegen nach einiger Zeit nach rechts in die Lendersdorfer Straße ab. Hinter einer modernen Kapelle in Rölsdorf überqueren wir den Birgeler Bach, fahren nach links und genießen die Tour zwischen den Feldern. Ungefähr 300 Meter hinter dem letzten Haus radeln wir nach rechts und geradewegs auf Gürzenich zu, wo wir am Gürzenicher Bach links abbiegen und diesen an der vierten Brücke überqueren.

Abstecher in das neue Pier

Auf der Derichsweilerstraße verlassen wir den Ort und erreichen wenig später die gleichnamige Ansiedlung. Wir biegen in die Agathastraße ein, passieren die Kirche St. Martin und folgen der Beschilderung in Richtung Schlich. Auch diesen Ort durchqueren wir und orientieren uns dabei an der Radwegbeschilderung in Richtung Langerwehe. Einen kurzen Stopp können wir am Schloss Merode einlegen.

Das Schloss stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist bis heute im Besitz der Fürstenfamilie. Deshalb kann man es allerdings auch nicht besichtigen. Im zweiten Weltkrieg und bei einem Brand im Jahr 2000 wurden Teile des Schlosses zerstört. Nach aufwendiger Restaurierung ist das Schloss heute wieder geprägt vom Renaissance-Stil, dessen Elemente bereits im 18. und 19. Jahrhundert angebaut wurden.

Anschließend begeben wir uns nach Langerwehe, wo wir direkt in das „neue“ Pier hineinfahren, einem Ortsteil von Langerwehe, der für die Einwohner des abgebaggerten Orts Pier errichtet wurde. Dieser liegt heute im sogenannten Indeland.

See soll entstehen

Im Jahr 2007 wurde das Kooperationsprojekt Indeland ins Leben gerufen, um die Region rund um den Tagebau attraktiver zu machen. Bis 2035 soll das Kohlegebiet vollständig erschlossen sein. Nach neuesten Planungen soll das Loch, das die Bagger hinterlassen werden, mit Rurwasser befüllt werden. 2055 wäre dann der größte See Nordrhein-Westfalens entstanden – wenn die Pläne umgesetzt werden.

Parallel zu den Bahngleisen folgen wir der Beschilderung nach Weisweiler, überqueren auf der Straße Zum Hagelkreuz die A 4 und radeln einige Zeit geradeaus bis zu einem Kreisverkehr, an dem wir rechts abbiegen. Fronhoven heißt der kleine Ort zu unserer Rechten. Hier biegen wir rechts ab und gleich hinter dem Gasthof Rinkens, in dem wir einkehren können, nach links. Wir stoßen auf eine T-Kreuzung und wenden uns nach rechts. Anschließend zwei Mal links und einmal rechts, und schon sind wir an der Gedächtniskapelle Lohn.

Sie erinnert an die fünf abgebaggerten Orte, die zum Kirchspiel Lohn gehörten. An dieser Stelle befand sich zuvor die Kirche von Lohn, einem ehemaligen Ortsteil von Eschweiler. Die Idee zur Kapelle geht auf das Jahr 1982 zurück. Fertiggestellt wurde sie jedoch erst im Jahr 2003. Gleich dahinter erstreckt sich das neue Flussbett der Inde, dem wir nach rechts folgen.

Wir überqueren das Flüsschen im nächsten Ort Lamersdorf, wo auf einer Halde der Indemann und das Haus Lersch am Indemann auf unseren Besuch warten. Der 36 Meter hohe Aussichtsturm besteht aus 280 Tonnen Stahl. Wer den Indemann nicht zu Fuß erklimmen will, kann den Aufzug benutzen. Vom Indemann gelangen wir leicht zum Lucherberger See, den wir rechts liegen lassen.

Am Ende wieder in die Stadt

Zwischen Feldern radeln wir geradeaus bis zur Gertrudisstraße, biegen dann rechts ab und überqueren hinter dem Kreisverkehr erneut die A4. Am Ort Echtz biegen wir gleich an der ersten Möglichkeit links in die Weidmühlenstraße ab und erreichen Hoven, wo wir im Zentrum ab dem Kreisverkehr auf der Birkesdorfer Straße weiterradeln. Das städtische Treiben hat uns wieder umschlossen, und so fahren wir auf der Nordstraße und der Zollhausstraße immer geradeaus bis zur Neuen Jülicher Straße, die halb links abzweigt und uns zurück zum Dürener Bahnhof bringt.

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