Eine Radtour zu alten Mühlen

Von: Paul Schauff
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Idylle pur: Die Brüggener Mühle wird übrigens mit einem unterschlächtigen Wasserrad betrieben. Foto: Paul Schauff
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Die Molzmühle. Foto: stock/Manngold
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Das ist die Mühlrather Mühle: Und ganz in der Nähe gibt es einen Tipp für Fischliebhaber. Foto: stock/Manngold

Entdecken Sie alte Öl- und Getreidemühlen rund um Wegberg. Im Tal der Schwalm gab es früher über 40 Mühlen. Im Stadtgebiet Wegberg alleine 20 Wasser- und zwei Windmühlen. Die Geschichte der Mühlen an der Schwalm und ihrer Zuflüsse reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert.

 In den vergangenen Jahren wurde der wahre Wert dieser Kostbarkeiten der Geschichte wieder entdeckt. Halb verfallene Mühlen wurden in mühseliger Arbeit instandgesetzt. Heute sind noch 14 Mühlenhäuser erhalten. Bei zehn von ihnen ist ein Mühlrad zu sehen.

Bei dieser Radtour laden die romantisch an Weihern und Bächen gelegenen Wassermühlen zum Verweilen ein. Eine Mühlentour mit dem Fahrrad entlang der Schwalm ist immer etwas Besonderes.

Der Start der Radtour ist der Parkplatz vor der Tüschenbroicher Mühle am Knotenpunkt 72. Sie fahren vorbei am Tüschenbroicher Schloss und der Ölmühle Tüschenbroich Richtung Knotenpunkt 70 nach Beeck. In der alten Fachwerkmühle ist ein Atelier für Glas-Gestaltung-Technik untergebracht. Es kann besichtigt werden.

Schwalmquelle

Nach rund 1,5 Kilometern kommen Sie an die Schwalmquelle. Nach rund fünf Kilometern erreichen Sie den beschaulichen Ort Beeck. Gleich zwei Museen können hier besichtigt werden, das Flachsmuseum und das Museum für europäische Volkstrachten.

Sie fahren rund einen Kilometer weiter Richtung (!) Knotenpunkt 69. Achtung! Am Grenzlandring biegen sie links ab zum Knotenpunkt 68. Nach rund zwei Kilometern biegen Sie rechts ab. Sie kommen zur Holtmühle. Dort gibt es einen Weiher. Ursprünglich wurde hier ein Holzsägewerk angetrieben – daher das Wort „Holt“. Das 1919 erbaute eiserne Sechs-Meter-Mühlrad zählt zu den größten im Schwalmgebiet.

Nach weiteren zwei Kilometern Fahrt erreichen Sie die idyllische Molzmühle mit Einkehrmöglichkeit. Hier könnte man zum Beispiel eine nette Pause einlegen. Anschließend kommen Sie nach Schwaam. Es ist bekannt durch seine zahlreichen Reetdachhäuser. Sie orientieren sich Richtung Knotenpunkt 67.

Am Ortsausgang nehmen Sie den Weg rechts am Waldrand entlang. Am Ende fahren Sie rechts durch den Wald bis zur kleinen Brücke an der Schwalm.

Hier geht es für rund fünf Kilometer am linksseitigen wunderschönen Ufer der Schwalm vorbei an der Lüttelforster Mühle mit seiner idyllisch angelegten Fischtreppe bis nach Niederkrüchten.

Hier folgen Sie der Beschilderung zum Hariksee und dann weiter nach Brüggen. Der Hariksee hat eine Wasserfläche von etwa 20 Hektar. Er ist vor rund 8000 bis 12.000 Jahren entstanden. Die heutige Form erhielt der von der Schwalm durchflossene See durch die Austorfungen im 17. Jahrhundert. Wer will, kann hier zum Insel-Schlösschen übersetzen. Zwischen den Anlegestellen Mühlrather Mühle und Insel-Schlösschen verkehrt das Fahrgastschiff Patschel.

Ein Tipp für Fischliebhaber ist die „Fischzucht Hariksee“ am Ende des Sees. Man findet Sie hinter der Mühlrather Mühle links. Die angeblich älteste Wassermühle am Niederrhein nutzte den Hariksee einst als Wasserreservoir. Seit 20 Jahren ist die Familie Stobbe als Betreiberin der „Fischzucht Hariksee“ hier mit der Fischzucht verbunden. Wer hier eine Rast einlegen will, kann sich mit leckerem Bratfisch oder einem Matjesbrötchen stärken.

Dann geht’s weiter. Nach rund fünf Kilometern erreichen Sie das historische Brüggen. Das ist ihr Etappenziel. Es ist ein Ort voller Geschichte, und an vielen Stellen entdeckt man Zeugnisse der Vergangenheit.

Mittelpunkt ist die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg Brüggen. Weitere Zeugen ehemaliger Baukunst sind die Pfarrkirche St. Nikolaus und das Kreuzherrenkloster, was heute als Rathaus dient. Die Brüggener Mühle gehörte zum Wirtschaftsbetrieb der Burg Brüggen. 1975 baute man die Mühle zum Restaurant „Alte Brüggener Mühle“ um. Dort ist übrigens noch das verbliebene Mahlwerk zu sehen. In Brüggen sind auch sonntags die meisten Geschäfte geöffnet, so dass Sie einen kleinen Einkaufsbummel machen können.

Schrofmühle

Sie fahren nun dieselbe Strecke zurück bis zur Molzmühle Richtung Knotenpunkt 71 Wegberg.

Nach rund einem Kilometer erreichen Sie die Schrofmühle. Es ist die einzige noch voll funktionstüchtige Öl- und Mahlmühle im Rheinland. Neben der aktiven Mühle kann das Museum besichtigt werden. Infos gibt es auf der Seite: www.schrofmuehle.de und telefonisch unter: 02431/2642. Das Museum zeigt die 800-jährige Geschichte von Wegberg im Tal der Mühlen. Im Zentrum von Wegberg am Knotenpunkt 71 angekommen, fahren Sie wieder zum Ausgangsort 72.

Die Wegweisung erfolgt überwiegend dem Knotenpunktsystem mit den roten Hinweisschildern. Die Gesamtlänge der Strecke beträgt knapp 50 Kilometer.

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