Egal ob Eifelsteig oder alternative Wege: Wandern rund um Himmerod

Letzte Aktualisierung:
9206456.jpg
Einmalige Sicht auf das Kloster: Vom 43er-Weg hat man einen wunderschönen Panoramablick auf die Abtei. Foto: Franz-Josef Antwerpes
9206466.jpg
Abtei-Museum: Im Erdgeschoss werden wechselnde Kunstausstellungen präsentiert, das Obergeschoss wird genutzt, um die Geschichte der Zisterzienser und die Vergangenheit des Klosters zu dokumentieren. Foto: Akato Marketing/K.J. Karrenbrock
9288950.jpg
Auch das ist Himmerod: Es gibt viele Möglichkeiten zum Wandern. Foto: Akato Marketing/K.J. Karrenbrock
9206468.jpg
Einmalige Sicht auf das Kloster: Vom 43er-Weg hat man einen wunderschönen Panoramablick auf die Abtei. Foto: Franz-Josef Antwerpes

Franz-Josef Antwerpes. Mitten in der tiefsten Südeifel, im Tal der Salm, liegt die Abtei Himmerod, ein Zisterzienser-Kloster. Zwischen 1134 und 1135 durch Bernhard von Clairvaux gegründet ist die Abtei zwischen Großlittgen und Eisenschmitt, Landkreis Bernkastel-Wittlich, ein Ort der Ruhe im Tal der Salm.

Um 1800 löste die französische Regierung unter Napoleon das Kloster in der Südeifel auf. Nach der Säkularisierung verfielen Kloster und Kirche. Die Gebäude wurden lange Zeit als Steinbruch genutzt.

Erst 1922 gründeten deutsche Zisterziensermönche aus der Abtei Marienstatt im Westerwald das Kloster in Himmerod neu und sanierten die Gebäude.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte die Abtei allgemeine Bekanntheit. Vom 5. bis zum 9. Oktober 1950 tagten ehemalige deutsche Wehrmachtsoffiziere in Himmerod, um im Auftrag des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer die deutsche Wiederbewaffnung vorzubereiten. Das Ergebnis der fünftägigen Tagung war die Himmeroder Denkschrift – sie war der Grundstein zur Wiederbewaffnung der Bundesrepublik.

Die schöne Landschaft rund um die Abtei Himmerod lädt Frischluftliebhaber zu jeder Jahreszeit zum Wandern ein. Der Eifelsteig führt mitten durch das Areal, und auch die Wege ringsherum durchqueren immer wieder dichte Wälder, herrliche Auen und vermitteln schier unendlich weite Fernblicke. Wenn es nicht gerade schüttet, kann man die Eifel hier auch im Winter trockenen Fußes auf den gut gepflegten Wegen erkunden. Das liegt am Rotliegendem, einem Sandstein, der Wasser schnell versickern lässt und hier an vielen Stellen zu finden ist. Soweit der Eifelsteig jedoch an der Lieser entlang verläuft, sollte man ihn im Winter nach Möglichkeit meiden. Denn dort ist es oft zu glitschig und entsprechend gefährlich.

Neben dem Eifelsteig führt auch eine Vielzahl von weiteren Wegen direkt vom Kloster aus in alle möglichen Richtungen. Alle diese Wege sind hervorragend nummeriert. Es bietet sich an, auch an Wochenenden die Wanderstiefel zu schnüren. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im Kloster selbst oder aber in dessen Gästehaus. Die Kosten betragen mit Vollpension jeweils 40 Euro pro Nacht. Es gibt deftige Kost und keine kargen Mahlzeiten. Klöster sind im allgemeinen keine Wellness-Oasen – die sind auch etwas teurer. Toiletten und Duschen werden entsprechend geteilt.

Frische Forellen

Neben der schönen Landschaft bietet auch das Kloster selbst einige interessante Sehenswürdigkeiten. In der hauseigenen Fischerei können die regionalen Himmeroder Klosterforellen fertig zubereitet gekauft, oder aber sie können im Angelpark des Klosters selbst gefangen werden.

Auch Viehliebhaber kommen nicht zu kurz: Auf den satten Salm-Wiesen rund um das Kloster weiden zahlreiche braune, zottelige schottische Hochlandrinder. Im Gegensatz zu unseren schwarz-weißen Kühen lieben diese Kühe trockenes Brot. Wenn Sie welches mitbringen, vergessen Sie aber nicht, einen gebührenden Abstand zu den ausladenden Hörnern zu halten. Grundsätzlich sind die Tiere jedoch sehr friedlich.

Wem nach einer langen Wanderung der Magen knurrt, der kann seinen Hunger bei Kaffee und Kuchen in der Klosterbäckerei oder aber im Restaurant der Klostergaststätte stillen.

In der alten Mühle betreibt die Abtei zudem ein Museum. Im Erdgeschoss und im Foyer finden wechselnde Kunstausstellungen eine Präsentationsplattform, im Obergeschoss des alten Gebäudes wird die Geschichte der Zisterzienser und die der eindrucksvollen Vergangenheit der Abtei Himmerod bis in die Gegenwart dokumentiert.

Außerdem können im Klosterladen zahlreiche regionale Produkte erworben werden. Ebenfalls einen kurzen Besuch wert ist die Orgel der Klosterkirche. Sie wurde im Jahr 1962 von der Orgelmanufaktur Klais gebaut und zuletzt im Jahr 2007 grundlegend überholt.

Hier einige Vorschläge für Wanderungen rund um die Abtei Himmerod, die auf der Wanderkarte 33 des Eifelvereins basieren:

1. Himmerod – Weg 7: Vom Kloster nach Süden bis zur Salm, dann auf diesem Weg ein leichter Anstieg. Empfehlenswert ist ein Abstecher zum Altenhof: einem Bauernhof, der zum Kloster gehört. Herr Pesch, der Bauer, ist vielleicht auf dem Hof und lässt sich befragen. Der 7er-Weg macht kurz vor Eisenschmitt eine Kehre, und Sie wandern entlang der Salm zurück zum Kloster. Strecke: sieben Kilometer.

2. Himmerod – Weg 7+43+32+6: Zunächst Weg 7 an der Salm in nordwestlicher Richtung folgen, dann bei Molitorsmühle über die Straße auf den 43er-Weg. Der steigt an, ohne steil zu sein. An einer markierten Stelle hat man eine einmalige Sicht auf das Kloster (siehe Foto oben) und kurz danach einen wunderschönen Panoramablick. Später stößt man auf eine Landstraße, die nach Bettenfeld führt. Man benutzt sie kurz und geht dann über den 6er-Weg am Backenbach entlang zurück zum Kloster. Strecke: 13 Kilometer.

3. Himmerod – Weg 5: Entlang der Salm nach Südosten bis Großlittgen, dem nächsten Dorf, und dann über Weg 5 wieder zurück zum Kloster. Strecke: sieben Kilometer.

4. Himmerod – Weg 7+43+42+51+43+7: Die Route hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Sie wandern an der Salm entlang nach Nordwesten bis zur Molitorsmühle, erreichen über den 43er-Weg Eisenschmitt und traben durch das Salmtal, bis man auf den 51er-Weg stößt. Dieser führt Sie wieder zurück zum Kloster. Diese Strecke erfordert schon einige Ausdauer, denn sie ist rund 20 Kilometer lang.

Das Kloster im Internet:

www.abteihimmerod.de

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert