Ausstellungen: Der außergewöhnliche Lebensraum in der Eifel

Von: Edda Neitz
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Willkommen im Naturparktor Höfen: Diese Region ist vor allem wegen ihrer Windschutzhecken und Narzissenvorkommen bekannt. Die Infos dazu gibt es in der Dauerausstellung. Foto: Eifel-Tourismus Ketz, Nationalpark-Olligschlaeger, Rursee-Touristik, Lars Voigtländer
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Gut eingebettet in die Natur: Das Naturparktor in Rurberg. Hier ist Wasser das zentrale Thema. Foto: Eifel-Tourismus Ketz, Nationalpark-Olligschlaeger, Rursee-Touristik, Lars Voigtländer

Region. Es ist ein schrilles, langgezogenes „Wiiieeh“, das immer wieder zu hören ist. Es ist der typische Ruf eines Milans. Der Vogelruf begleitet den Besucher bei der Ausstellung „Lebensader der Natur“ im Nationalparktor Rurberg. Die Natur verstehen und über ihren Schutz nachdenken: Das ist das übergeordnete Ziel der kurzweiligen Ausstellungen in allen fünf Nationalparktoren.

Wer in Rurberg den Raum mit den blauen Informationskonsolen und transparenten Zwischenwänden betritt, sieht auch gleich, worum es geht. Das Wasser spielt hier die große Rolle. Anschaulich erfährt man, dass noch in den 80er Jahren karrenweise Perlmuscheln aus der Schwalm gefischt wurden, bevor die Muschel dann völlig aus dem Eifelgewässer verschwand.

Dem Biber ging es nicht anders als der Perlmuschel. Die einen hatten es auf seinen Pelz abgesehen, die anderen auf den Duftstoff, das Bibergeil. Neben dem Biberpräparat genügt ein Druck auf den kleinen Hebel und schon verbreitet sich der typische Bibergeil-Duft. Den Knopf drückt man gerne ein zweites Mal, denn der Duft ist lieblich frisch. Die Parfümindustrie setzt ihn als Grundduftstoff ein.

Das Besondere dieser Ausstellung ist die Sorgfalt, mit der Besuchern alle Informationen zugänglich gemacht werden. Blindenschrift bei verschiedenen Infotafeln, Leitsysteme für Sehbehinderte und Gebärdensprache erleichtern zudem Menschen mit Handicap das Verstehen. Seit 2016 gibt es in Rurberg auch eine Handy-App für Informationen in niederländischer, französischer und englischer Sprache. Nicht nur in Rurberg, vielmehr an allen Standorten ist ein dreidimensionales Geländemodell aufgebaut. Auf der rund zwei Quadratmeter großen Fläche kann alles mit einem Beamer angeleuchtet werden, was im Nationalpark Eifel eine Rolle spielt.

Szenenwechsel: Vögel zwitschern, Blätter rauschen, Wasser plätschert, und dazwischen erklingt zeitweise die Stimme eines Erzählers. Man hat das Gefühl, im Wald zu sein. Stofftapeten im Baummuster sorgen für die passende Kulisse. Das Licht ist dämmrig, als würden durch das dichte Laub der Bäume kaum Sonnenstrahlen dringen. Nur noch der Modergeruch von nassem Holz und Laub fehlt. Auf den Spuren der „Waldgeheimnisse“ wandelt man im Nationalparktor und alten Bahnhof von Heimbach. Besonders spannend ist der Nachtmodus.

Auch die Autotour kann zu einem Natur-Erlebnis werden, sollten mehrere Ausstellungen am Tag auf dem Plan stehen. Die Landstraßen sind geschwungen. Nach jeder Biegung immer wieder Panoramablicke auf Grünes und Hügeliges. Idyllisch schön liegt mancher Eifelwinkel in der Landschaft. Die Entfernungen zwischen den jeweiligen Standorten sind mit 20 und maximal 45 Minuten Anfahrt relativ kurz.

Nicht nur wegen der haushohen Windschutzhecken ist das malerische Eifeldorf Höfen bekannt, auch das Perlenbachtal liegt in der Nähe. Dort blühen jedes Jahr im April – manchmal aber auch schon im März – Millionen gelber Narzissen. So ist es nur logisch, dass im Nationalparktor von Höfen „Narzissenrausch und Waldwandel“ im Mittelpunkt der Ausstellung steht. Lesend, riechend und tastend kann der Besucher mehr über die Narzissen und andere Wildpflanzen der Eifel erfahren.

„Wer sechs Beine hat wie die Insekten und beim Laufen drei auf dem Boden behält, steht sicher“, heißt es auf einer Leinwandbahn der Ausstellung „Schatzkammer Natur“ im Nationalparktor in Nideggen. Dieses plausible Prinzip haben Techniker auf riesige Laufroboter übertragen. Ein Minifilm, der über eines der sieben Technikpulte abgerufen werden kann, zeigt einen sogenannten Harvester-Roboter, der wie ein Riesenkrake an einem steilen Hang entlangläuft. Technikfreaks und Naturwissenschaftler überhaupt kommen auch bei den anderen Themen wie Schwarmintelligenz oder Medizin aus der Froschapotheke auf ihre Kosten.

In dieser Ausstellung kommt einem dann zwangsläufig auch der Gedanke, was denn nun des Menschen Erfindung ist, wenn die Natur (fast) alles schon vorgibt. Für Kinder stellen sich in einem abgedunkelten Raum die tierischen Park-Rückkehrer, also Luchs, Wolf und Bär, in voller Größe und Lautstärke vor.

Bleibt noch das älteste und erste Nationalparktor in Schleiden-Gemünd und dort die Ausstellung „Knorrige Eichen, bunte Spechte und spannende Waldgeschichte(n)“. Jeder, der Gefallen an einer rein informativen Ausstellung hat, ist hier richtig – von der Eiszeit über die ersten bäuerlichen Siedlungen, Köhlerei, preußische Aufforstung, Zerstörung des Waldes im Zweiten Weltkrieg bis hin zur Zertifizierung der Eifel als Nationalpark im Jahr 2004. Und nun darf der Nationalpark Eifel auch als Sternenpark vermarktet werden. Denn auch am dunklen Himmel ist die Natur dort etwas Besonderes.

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