Förderschule Nordeifel: Embla und Emil dürfen weiter helfen

Von: hes
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Jeden Dienstag findet in der Reithalle des RuFV Eicherscheid die Reittherapie für Kinder der Förderschule Nordeifel statt. Foto: H. Schepp
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Damit die gute Sache fortgeführt werden kann, übergaben der Lions-Club Monschau und der Rotary-Club Monschau-Nordeifel nun eine entsprechende Spende. Foto: H. Schepp

Eicherscheid. Für eine so gute Sache machen Lions und Rotarier gerne gemeinsame Sache: 2480 Euro haben die beiden Eifeler Clubs der weltweit aktiven Wohltätigkeitsorganisationen nun für das Therapeutische Reiten mit Kindern der Förderschule Nordeifel zur Verfügung gestellt.

„Es ist auch ein Signal für den Erhalt dieser hervorragenden und für die Nordeifel sehr wichtigen Schule“, sagte Artur Bierganz, Präsident des Rotary-Clubs Monschau-Nordeifel, bei der Übergabe des symbolischen Schecks an Diplom-Reittherapeutin Kerstin Keus.

Jede Woche dienstags ist an oder in der wunderschön gelegenen Reithalle am Rott in Eicherscheid Reittherapietag für die Mädchen und Jungen der nicht weit entfernt liegenden Förderschule. „Aktuell werden hier zwölf Kinder aus beinahe jedem Jahrgang der Schule betreut“, erläuterte Kerstin Keus, die das anerkannte Reittherapiezentrum „Abenteuerland“ in Stolberg-Haumühle am Brander Wald betreibt.

Unter dem Begriff „Reittherapie“ versteht man den gezielten Einsatz des Pferdes als Vermittler bei psychosozial auffälligen, psychisch labilen bzw. kranken Menschen sowie bei geistig und mehrfach Behinderten.

Bereits seit vielen Jahren wird Therapeutisches Reiten mit großem Erfolg beispielsweise bei akuten oder chronischen körperlichen Erkrankungen bei frühgeborenen Kindern, bei verschiedensten Formen von Behinderungen, bei psychiatrischen und psychosomatischen Krankheitsbildern, bei depressiven Personen, bei Kommunikations- Beziehungs- und Kontaktschwierigkeiten, mangelndem Körperbewusstsein, Lernschwierigkeiten und Schulproblemen, Suchtproblemen, Gefühlshemmungen sowie bei individuellen Problemen und Ängsten eingesetzt.

Beim Therapeutischen Reiten geht es nicht in erster Linie um „Reiten“ an sich, sondern vielmehr um sämtliche Aktivitäten mit dem Wesen Pferd und rund um das Pferd in seinem natürlichen Umfeld. Hierzu zählen vielfältige Möglichkeiten – wie Pferde beobachten, pflegen, füttern, misten, Bodenarbeit oder einfach nur mit dem Partner Pferd reden, schmusen oder das „Getragenwerden“ auf dem Pferd zu genießen. Je nach Problemstellung wird das Reiten durch Longenarbeit, geführtes Reiten, Handpferdereiten, Langzügelarbeit oder selbstständiges Sattelreiten in die Praxis umgesetzt.

„Durch den Umgang mit dem Pferd lernen die Kinder, mit einem Tier umzugehen und mit der Zeit Verantwortung zu übernehmen. Durch die neuen Erfahrungen wird das Selbstbewusstsein gestärkt“, erläutert Kerstin Keus, die vor der Eröffnung des Zentrums vor 16 Jahren in Roetgen lebte. So würden Selbstständigkeit, Konzentrations- und Kontaktfähigkeit, Motorik, Empathie sowie Koordination und Orientierung gefördert und Ängste abgebaut.

„Die Reittherapie ist ein immens wichtiger Bereich unserer Arbeit“, freute sich Schulleiter Robert Knauff über die „Riesenhilfe“. Durch die rückläufigen Schülerzahlen gingen die Gelder auch für solch sinnvolle Maßnahmen leider zurück. Die Spende versetze die Schule in die Lage, zunächst bis zu den Osterferien das Therapeutische Reiten auch weiterhin anzubieten. „Vielleicht finden sich ja auch für die Zeit danach noch Unterstützer“, meinte Knauff augenzwinkernd.

Bis dahin wird Kerstin Keus also weiterhin jeden Dienstag mit ihren beiden Isländern Embla und Emil nach Eicherscheid kommen und den Eifeler Kindern helfen und sichtbar viel Freude bereiten.

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