ZAB: Die Informationen gibt es aus erster Hand

Von: Ines Kubat
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Praxis ist Trumpf: Bei der Berufs- und Studienmesse ZAB ist Ausprobieren angesagt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Auf die Sekunde genau zehn Minuten lang sitzen sich die bis dato Fremden gegenüber. Dann ertönt der Gong und man wechselt zum nächsten Tisch, zum nächsten Redepartner. Das Prinzip des Speeddatings ist schon lange bekannt, aber im Aachener Eurogress wird derzeit nicht nach neuen Lebenspartnern Ausschau gehalten: Stattdessen suchen Schüler Ausbildungsplätze – und lokale Unternehmen passende Azubis.

Das Speeddating findet erstmals während der Berufs- und Studienmesse ZAB statt, die am Mittwoch eröffnet wurde. Regio IT, die Bahn oder die Krankenkasse AOK sind nur einige Beispiele der teilnehmenden knapp 100 Unternehmen. Jürgen Meyer von der AOK findet dieses Format toll: Beide Seiten können sich präsentieren und kennenlernen, sagt er. Wer will, kann seine Bewerbungsunterlagen direkt hinterlassen. Viel wichtiger aber: Auf diese Art könnten die jungen Leute ohne Hemmungen mit den Unternehmen in Kontakt treten.

Genau diesen direkten Zugang gibt es an den Messeständen überall zu erleben: Über die Theken werden Infomaterialien an die Schüler gereicht. Unter den Ausstellern sind Betriebe, Berufskollegs und Hochschulen. Sie geben Antworten auf die Frage „Was will ich eigentlich werden?“ Dazu informieren häufig Auszubildende über ihre Erfahrungen – einige waren selbst mal als Besucher auf der ZAB, die von lokalen Berufskollegs, dem Eurogress und unserem Zeitungsverlag organisiert wird.

Um die jungen Leute zu erreichen, muss man offenbar Einiges auffahren: Hier sieht man Tischfußball, dort Geschicktlichkeitstests, im Hauptsaal fließt Lindt-Schokolade. „Infotainment“ könnte man die Art nennen, wie die Heranwachsenden angesprochen werden – mit Informationen und Unterhalung. Was aber tun, wenn Schüler, die klassenweise sogar aus den Niederlanden kommen, lieber Werbegeschenke einsacken und bei Zentis aus Marmeladentöpfchen naschen, statt mit potenziellen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen? Dieses Problem hat auch Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp erkannt – und wendet sich bei der Eröffnung an die ausstellenden Unternehmen: „Es ist gut, dass Sie alle schöne Kulis mitgebracht haben, aber verwickeln Sie die jungen Leute auch in Gespräche.“ Genau das tut Guido Wottrich von der Finanzverwaltung NRW: Bei einer so großen Informationsflut müsse man die Jugendlichen direkt ansprechen, um als Betrieb nicht übersehen zu werden, betont er.

Viele kommen aber auch ganz freiwillig. Zum Beispiel Alina Pauly. Sie macht im kommenden Jahr ihr Abitur, und weil langsam die Bewerbungsfristen näher rücken, opfert sie einen freien Tag und besucht die Messe. Etwas Medizinisches oder etwas aus dem Finanzsektor – das sind die ihre groben Vorstellungen für die berufliche Zukunft. Genauere Informationen und Möglichkeiten sucht sie auf der ZAB – und ist begeistert von der offenen Art der Unternehmensvertreter, die ihr Rede und Antwort standen.

Die Besucher können die Messe auch ganz praktisch nutzen: An einem Stand werden Bewerbungsmappen angeschaut und Verbesserungstipps gegeben. An anderer Stelle lassen die baldigen Schulabgänger kostenlos professionelle Bewerbungsfotos machen. Und dann sind da wie in jedem Jahr Workshops und eben zum ersten mal das Speeddating. Dort saß Jürgen Meyer am Mittwoch noch lange und fand vielleicht sogar neue Auszubildende – in genau zehn Minuten.

Die ZAB ist am Donnerstag noch von 9 bis 18 Uhr im Eurogress an der Monheimsallee geöffnet.

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