Bezahlung nach Alter: Expertin rät im gemischten Team davon ab

Von: Kristin Kruthaup
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Probleme in altersgemischten Teams gibt es oft wegen der unterschiedlichen Bezahlung: Prof. Ruth Stock-Homburg rät vom Senioritätsprinzip ab. Foto: imago/insadco

Aachen . Arbeiten jung und alt im Team zusammen, erbringen sie häufig bessere Leistungen. Mitarbeiter könnten verschiedene Blickwinkel in die Arbeit einbringen, sagt Prof. Ruth Stock-Homburg von der Technischen Universität Darmstadt. Das wirke sich meist positiv auf die Ergebnisse aus. Doch sollen Jung und Alt zusammenarbeiten, gibt es häufig auch Konflikte.

Eines der Hauptprobleme sei die unterschiedliche Höhe der Gehälter der Teammitglieder.

Lohn nach Karrierezyklen

In vielen Unternehmen gelte beim Lohn immer noch das Senioritätsprinzip, so Prof. Stock-Homburg. Das bedeute, dass das Gehalt mit dem Alter automatisch steige. Das könnten jüngere Mitarbeiter in altersgemischten Teams aber als diskriminierend empfinden. Für gleiche Leistungen bekämen sie unter Umständen weniger Gehalt. Das fördere Neid und Probleme in Teams, sagt Prof. Stock-Homburg. Sie rät deshalb zu einer Bezahlung nach Karrierezyklen. So sollten ältere Mitarbeiter am Ende ihrer Karriere auch wieder weniger verdienen können.

Förderlich für die Zusammenarbeit in altersgemischten Teams sei außerdem, wenn ein Teil der Vergütung an die Teamleistung gebunden sei. Das bedeute, dass das Gehalt nur in voller Höhe ausgezahlt wird, wenn das Teams als Ganzes eine gute Leistung erbringt. Auch dadurch würden Jung und Alt zur Zusammenarbeit gezwungen.

Entsteht ein Team neu, könne es auch hilfreich sein, außerhalb der Arbeitszeiten einen Workshop abzuhalten, sagt Prof. Stock-Homburg. So könnten Mitarbeiter sich – etwa an einem Wochenende – besser kennenlernen und Vorurteile abbauen. Die seien ein weiterer Grund für Konflikte in altersgemischten Teams.

Vorurteile und Ängste

Die Älteren hätten etwa häufig die Angst, die Jüngeren nähmen ihnen die Stellen weg. Die Jüngeren vertreten dafür häufig die Ansicht, die Älteren verstünden nichts von neuen Entwicklungen. Auf einem Workshop könnten die Teilnehmer dann herausfinden, ob sich ihre Vorurteile und Ängste bestätigen – oder ob sie haltlos sind.

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