Vor Zwillingsgeburt: Mutter besiegt Vorstufe von Krebs

Von: Vivien Nogaj
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Schwanger mit Zwillingen nach einer Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs: Manuela Pahnke konnte Babyfüße gleich im Doppelpack bewundern. Symbolfoto: dpa

Aachen. Als Manuela Pahnke (Name von der Redaktion geändert) vor fünf Jahren eine Routineuntersuchung beim Frauenarzt hat, stellt er eine bösartige Zellveränderung an ihrem Muttermund fest. „Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs“ lautet die Diagnose – für die damals 32-Jährige ein Schock. Heute, fünf Jahre später, ist Goebels gesund, Mutter von Zwillingen und geht regelmäßig zu Routineuntersuchungen.

Eines hat sie gelernt: Vorsorge ist wichtig. Und Krebs und seine Vorstufen können jeden treffen. Ihre Werte der Abstrich-Untersuchung waren so schlecht, dass Gewebe operativ entfernt werden muss. Manuela Pahnke fällt es nicht leicht, ihre Geschichte zu erzählen. Trotzdem redet sie offen über ihre damalige Diagnose: „Ich hatte ja keinen Krebs“, sagt sie.

Laut Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts erkrankten im Jahr 2012 mehr als 4500 Frauen in Deutschland an Gebärmutterhalskrebs. Das bleibt Goebels erspart, sie hat Glück im Unglück. Aber dennoch – eine harmlose Diagnose ist die Zellveränderung an ihrem Gebärmutterhals für sie nicht. „Mit Anfang 30 beschäftigt man sich gerade mit der Kinderplanung, da war die Nachricht für mich natürlich schon schlimm.“

Zeit für Arzttermine ist selten

Goebels arbeitet als Friseurin in ihrem Salon in Burtscheid. Seit 16 Jahren ist sie selbstständig. Viel Zeit für Arztbesuche bleibt da nicht. Sie erfährt von ihrer Erkrankung, als sie nach zwei Jahren Pause zur Routineuntersuchung zum Frauenarzt geht. „Eigentlich soll man sich jedes Jahr untersuchen lassen, aber ich habe es verschludert. Im Alltag ist es oftmals stressig.“

Nach dem Anruf von ihrem Arzt mit der Diagnose ist alles anders. Goebels ärgert sich, dass sie sich nicht vorher hat untersuchen lassen. Sie erfährt, dass ihre Werte so schlecht sind, dass ihr zellverändertes Gewebe operativ entfernt werden muss. Daraufhin verzweifelt sie und will am liebsten sofort einen OP-Termin haben. Dafür setzt sie alle Hebel in Bewegung. Oft müssen Betroffene länger warten, aber Manuela Pahnke bekommt mit viel Einsatz und Glück nach einer Woche einen Termin in der Klinik. Trotzdem hat sie Ängste: Wird sie nach dem Eingriff noch schwanger werden können? Und werden wirklich alle gefährlichen Zellen entfernt? Diese Dinge sind für sie am wichtigsten.

Dann ist es so weit; Goebels zellverändertes Gewebe wird ambulant entfernt. Die Operation ist nicht schmerzhaft und verläuft gut, trotzdem weint sie, als sie aufwacht. Vor Erleichterung. „Das war der Stressabfall,“ sagt sie. Die ambulante OP ist ein Routine-Eingriff, zumindest für die Ärzte. Für die 37-Jährige ist es alles andere als Routine.

Unfruchtbarkeitsrisiko besteht nicht

Ihre Ängste sind aber unbegründet. Dirk Crommelinck, Chefarzt für Gynäkologie und Frauenheilkunde im Luisenhospital erklärt: Das Risiko, nach einer sogenannten Konisation, also einer Kegelausschneidung am Muttermund, nicht mehr schwanger zu werden, besteht bei ihr nicht. Je nachdem, wie viel Gewebe weggeschnitten werden muss, ist lediglich die Haltefunktion des Muttermundes geschwächt. Bei einer folgenden Schwangerschaft könne es also zu einer Frühgeburt kommen.

Diesen Gedanken hat Goebels im Hinterkopf, als es etwa ein Jahr nach dem Eingriff klappt: Sie ist schwanger – mit Zwillingen. Familie und Freunde freuen sich mit ihr, Goebels macht sich trotzdem einige Sorgen. „Ich bin nicht völlig unbeschwert in die Schwangerschaft gegangen. Ich wusste ja, dass die vorangegangene Operation einige Probleme hätte aufwerfen können“.

Das ist aber nicht der Fall. Ihre beiden Mädchen kommen zwar ein wenig zu früh auf die Welt, aber dass das mit der Operation zusammenhängt, glaubt sie nicht. „Eine Schwangerschaft mit eineiigen Zwillingen ist einfach immer ein bisschen komplizierter,“ sagt Goebels. „Das ist schon etwas Besonderes.“

Heute sind ihre Töchter drei Jahre alt. Eines weiß Manuela Pahnke schon jetzt: „Meine Mädchen werden definitiv gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft. Das steht für mich fest.“ Die Sorgen um bösartige Zellveränderungen möchte die Mutter ihren Kindern ersparen.

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