Vom Poetry Slam zur Musik

Von: lk
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„Das Lumpenpack“, das sind Max Kennel und Jonas Meyer, zwei Freunde, die zusammen Comedy in Form von Liedern machen. Foto: Kai Myller

Aachen . „Das Lumpenpack“, das sind Max Kennel und Jonas Meyer, zwei Freunde, die zusammen Comedy in Form von Liedern machen. Leandra Kubiak hat die beiden bei einem Auftritt in Aachen getroffen.

WirHier: Seit wann tretet Ihr gemeinsam als „Das Lumpenpack“ auf?

Max Kennel: Seit drei Jahren etwa, vor anderthalb Jahren wurde es dann professioneller.

WirHier: Woher kennt Ihr Euch?

Max: Wir haben beide solo Poetry Slam gemacht, haben uns dabei kennengelernt und sind Freunde geworden.

WirHier: Als Poetry Slammer habt Ihr beide einige Preise abgeräumt. Seid Ihr auf irgendetwas besonders stolz?

Max: Das Schöne am Slammen ist ja, dass es da eigentlich nicht wirklich um etwas geht.

WirHier: Warum seid Ihr vom Slammen auf Musik umgestiegen?

Jonas Meyer: Wir waren zusammen unterwegs und haben einfach die Idee gehabt, mal einen Song zu schreiben. Wir haben dann Schritt für Schritt weniger solo geslammt und irgendwann damit angefangen, auch auf Song Slams aufzutreten. Das hat sich einfach so peu à peu ergeben.

WirHier: Worin liegt für Euch der größte Unterschied?

Max: Das Schöne an Songs ist, dass man nicht so sehr auf Pointen angewiesen ist, wie, wenn man einen lustigen Text schreibt. Bei einem lustigen Text wird es schwierig, wenn eine Minute lang nichts passiert. Beim Song hast du dann halt eine Minute lang Musik, und das ist ja okay.

WirHier: Steht denn bei Euch Comedy im Vordergrund oder die Musik?

Jonas: Ich glaube wir sind zu schlechte Musiker, als dass wir uns ausschließlich auf einen Song stürzen würden, weil er ein gutes Musikstück ist. Der Unterhaltungsfaktor der Lieder liegt schon über dem musikalischen.

WirHier: Wie seid Ihr auf die Comedy-Schiene gekommen?

Max: Das ist schwer zu sagen. Ich glaube wir sehen uns selbst auch nicht als Comedians.

Jonas: Wir erzählen ja keine Witze. Wir erzählen im Prinzip Stories zwischen den Songs, die wir erleben und spielen dann Lieder, in denen wir Alltagssituationen verarbeiten. Das muss nicht nur gagbasiert sein.

WirHier: Was macht Ihr, wenn Ihr nicht auf der Bühne steht, im normalen Leben sozusagen?

Max: Das gibt es nicht mehr (lacht). Wir machen das inzwischen beruflich. Wenn wir nicht auf Bühnen stehen, dann sitzen wir zu Hause rum.

WirHier: Ihr wohnt auch zusammen, oder?

Beide: Genau.

WirHier: Wann habt Ihr Euch entschieden, das beruflich zu machen?

Max: Wir haben beide einen Bachelor-Abschluss gemacht und dann dachten wir uns: Wenn wir das probieren wollen, dann jetzt. Wir sind dann zusammen nach Stuttgart gezogen, um das Ganze zu professionalisieren.

WirHier: Warum Stuttgart?

Jonas: Das hatte ganz praktische Gründe. Wir hatten da einfach schon viele Veranstaltungen, bei denen wir regelmäßig auftreten und wir kennen da einige Leute, mit denen wir schon vorher zusammengearbeitet haben.

WirHier: Habt Ihr bei Eurem Auftritt etwas von Aachen sehen können?

Jonas: Nein, leider gar nicht. Aber wir hatten das Gefühl, in Las Vegas anzukommen, als wir nachts im Dunkeln diesen riesigen Brunnen gesehen haben, als wir in die Stadt reingefahren sind.

WirHier: Floppen Eure Lieder auch manchmal?

Jonas: Ja klar, ständig. Wir haben aber in Stuttgart Bühnen, auf denen wir alle zwei Monate mit einem neuen Programm spielen können. Da probieren wir neue Stücke aus, und wenn wir merken, die kommen nicht so gut an, arbeiten wir daran oder schmeißen sie weg. Ein Song ist nie fertig, wenn wir ihn das erste Mal spielen. Wir feilen immer daran.

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