Uni-Projekt: Rolle der Studenten im Nationalsozialismus

Von: Laura Laermann
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Alte Dokumente führen zu den Spuren der Studenten in der NS-Zeit Foto: L. Laermann

Aachen . Wie sah das Leben der Studenten im Nationalsozialismus aus? Wie gingen sie mit Todesnachrichten gefallener Kommilitonen um? Und wie viel trugen sie zur Erforschung von Waffensystemen bei? Diese und viele weitere Fragen wollen Studenten der RWTH Aachen in dem interdisziplinären Projekt „Erinnerungskultur: zwischen Hörsaal und Hakenkreuz“ beantworten.

Zum ersten Mal beschäftigen sich Teams aus Studenten in einem einjährigen Projekt des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) mit der Rolle der RWTH Aachen zwischen 1933 und 1945.

Mit Fachliteratur, alten Zeitungsartikeln, Briefverkehr und Bildern wollen sie die Vergangenheit aufarbeiten und daran erinnern. „Das Thema darf nicht in Vergessenheit raten“, sagt der Geschichtsstudent Alexander Heit. Gemeinsam mit seiner Kommilitonin Amanda Myrcik leitet er das Projekt. „Aus der Perspektive der Studenten wollen wir andere junge Menschen ansprechen und ihnen zeigen, dass es uns alle betrifft.“ Ein weiteres Ziel des Projekts ist, neben der inhaltlichen Aufarbeitung, Studenten das methodische Untersuchen von Quellen zu vermitteln. Da auch andere Interessierte teilnehmen können, helfen Workshops dabei, alle Beteiligten auf den gleichen Stand zu bringen.

Zeitzeugen erinnern sich

Regelmäßige Vorträge von Professoren und Gesprächen mit Zeitzeugen bilden eine weitere Ebene, um in die Vergangenheit einzutauchen. Am Donnerstag nahmen rund 350 Interessierte an dem Vortrag und Zeitzeugengespräch „Die Schlacht um Aachen 1944“ teil. „Wir sind überrascht. Nie zuvor war das öffentliche Interesse an einem Projekt so groß wie an diesem“, erzählt David Beumers, Referent für Öffentlichkeitsarbeit und politische Bildung.

Zunächst referierte Dietmar Kottmann vom Aachener Geschichtsverein über das letzte Kriegsjahr in Aachen. Ergänzend schilderten die Zeitzeugen Willi Hünerbein und seine Schwester Elisabeth ihre Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg.

Das Team des Projekts sucht auch weiterhin nach Zeitzeugen, die ihre Erfahrungen teilen möchten. Im Sommer 2017 soll das Gesamtergebnis in einer Ausstellung mitsamt Exponaten präsentiert werden.

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