„Rudi rockt“: Appetit auf neue Bekannte

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Kochen und neue Bekanntschaften schließen: Das „Running Dinner“ namens „Rudi rockt“ geht am Donnerstag in die nächste Runde. Die Aachener Idee ist mittlerweile weit verbreitet. Foto: imago

Aachen. Am Donnerstag heißt es „Rudi rockt“. Wer ist dieser Rudi? Rudi ist die Abkürzung für das mehrmals jährlich stattfindende Event „RUnning DInner“ – die passendere Frage ist also eigentlich: „Was ist Rudi rockt?“ Rudi bringt bis dahin fremde Menschen an wechselnden Orten an einen Tisch. So entsteht ein Drei-Gänge-Menü der besonderen Art. In diesem Jahr beteiligt sich daran auch ein Team der FH Aachen und wird im Rahmen seines Journalistik-Projekts darüber berichten.

Es melden sich Zweierteams bei einem Onlineportal an. Im nächsten Schritt bekommen die Teilnehmer ihre individuelle Route des Abends sowie den eigenen Menü-Gang zugeschickt (zum Beispiel die Vorspeise). Das Lieblingsrezept wird in der eigenen Küche gekocht. Sobald das Event startet, empfangen die Teilnehmer zwei Teams und servieren das Gekochte.

Durch einen vorgegebenen Zeitplan wird das Neumischen der Gruppen koordiniert. Es geht weiter zu einem jeweils neuen Koch-Team pro Menüpunkt. Zum Abschluss des Abends wird eine Aftershowparty, meist im Apollo, angeboten. Auf diesem Weg begegnet man pro Speise vier neuen Leuten und genießt drei leckere Speisen an drei verschiedenen Orten an einem Abend.

Florian Schwanse, einer der Mitgründer von „Rudi rockt“, fasst all das zusammen: „Rudi rockt ist eine total entspannte und gesellige Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen. Und ein bisschen überraschend, weil man nie weiß, wer hinter der nächsten Tür steht.“

Die Väter der Rudi rockt UG sind die vier Aachener Philipp Wüllner, Adel Pour, Florian Schwanse und Nicolas Mertens. Was zunächst mit Prokrastination begann – Schwanse: „Wir hatten keinen Bock, Mechanik 3 zu lernen“ – wurde zu einem erfolgreichen und weit verbreiteten Event. Über den Beginn von „Rudi rockt“ sagt er: „Eins der Highlights war, dass man 360 Leute beim ersten Mal von dieser einzigartigen Idee begeistert. Ich glaube aber auch, dass der erste coole Moment war, als wir gesehen haben, dass sich jemand anmeldet, den man nicht kennt.“

Was mit 360 Kochbegeisterten begann, hat heute einen Rekord von fast 3000 Teilnehmern beim großen November-Event in Aachen erreicht. Darüber hinaus verbreitete sich das Konzept deutschlandweit und sogar international. Rudi sah die Welt: Schweden, Österreich und die Schweiz, Kapstadt und Texas. Dabei hängt alles von dem Eigenarrangement der Leute ab: Rudi kann jede beliebige Stadt besuchen, solange es Multiplikatoren gibt, von denen die Begeisterung weitergetragen wird. Auf diesem Weg hat sich eine starke Eigendynamik entwickelt.

Der Bekanntheitsgrad wuchs, und auch die Technik entwickelte sich. „Am Anfang haben wir jedes Event noch per Hand gestartet. Beim ersten Event saßen wir auch noch zu viert am Telefon mit vier Telefonleitungen – keiner hat angerufen. Außerdem hatten wir auch nur eine Karte, die wir selbst von Aachen gemalt haben. Da hat man reingeklickt, und daraus haben wir die X- und Y-Positionen genommen“, erinnert sich Florian Schwanse an das erste Event.

Optimierung und Automatisierung wurden die neuen Schlagworte: Seit der Neugestaltung, teilweise mit Hilfe des Instituts für Operation and Research, werden die optimalen Routen mithilfe von GoogleMaps automatisiert berechnet, ein Algorithmus startet sich selbst nach dem Anmeldeschluss, der die Leute automatisch einteilt und benachrichtigt.

Vielfalt wird durch verschiedene Mottos geschaffen: In Aachen fand im Februar erfolgreich das Event „Rudi rollt mit einem Rollator herum“ statt. Auf verschiedene Trends wird eingegangen: Es gibt Vegetarier/Veganer-Events, Rudi wichtelt zu Weihnachten und grillt im Sommer. Es wird eine lockere Atmosphäre geschaffen, um neue Leute kennen zu lernen.

Neue Kollegen werden gefunden: Florian Schwanse erzählt von der Situation, als sein Arbeitgeber nach einem neuen Ingenieur suchte, den er bei der Hauptspeise zufällig kennenlernte. Kollegen lernen sich kennen: Firmen, wie zum Beispiel Lindt, nutzen „Rudi rockt“ für ihre Weihnachtsfeier, damit sich die Führungsnachwuchskräfte entspannt treffen. Ein Pärchen hat sich über „Rudi rockt“ kennen gelernt und ist nun verheiratet.

Aktuell wird ein neues Projekt geplant: ein Integrationsevent. Die Idee dahinter ist, einen gemeinsamen Ort für die Nachspeise zu bieten, damit auch Flüchtlinge die Teilnahmemöglichkeit haben, ohne eine eigene Küche zu brauchen.

Mit Hilfe von „Rudi rockt“ kann so eine der wichtigsten Voraussetzungen der Integration geschaffen werden: eine lockere Atmosphäre, in der man sich auf eine schöne Art und Weise kennen lernen kann. Florian erzählt von dem Traum, den die Gründern seit langer Zeit im Kopf haben: „Seit drei Jahren überlegen wir uns, Palästinenser und Israelis zu verbinden, indem wir nach Jerusalem reisen.“

Anmelden kann man sich im Internet unter www.rudirockt.de noch bis zum Mittwoch, 1. Juni, 12 Uhr.

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